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Der Horrortrip geht in Serie: SC Willingen gibt auch gegen Hünfeld spät eine Führung her

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Ein Quantum Trost: Tim Albrecht (Willingen) liegt nach der 2:4-Pleite am Boden, Hünfelds Doppeltorschütze David Brähler spendet ein paar gute Worte.
Ein Quantum Trost: Tim Albrecht (Willingen) liegt nach der 2:4-Pleite am Boden, Hünfelds Doppeltorschütze David Brähler spendet ein paar gute Worte. © Worobiow

Wieder nichts: Wie schon bei den drei Unentschieden zuvor hat Fußball-Verbandsligist SC Willingen auch gegen den Hünfelder SV spät eine Führung weggegeben. Trainer Dardan Kodra war nach der 2:4 (0:0)-Niederlage nahezu sprachlos.

Willingen – „Extrem bitter“, brachte der Willingern Coach fast schon geschockt heraus. Überhaupt kein Trost war das Lob vom Hünfelder Kollegen Johannes Helmke, der von einem „brutal schweren Auswärtsspiel“ sprach und meinte, dass „die Willinger nicht hingehören, wo sie momentan stehen“. Kodra hat da einen andere Blick: „Fakt ist“, sagte er mit Blick auf 11 Punkte aus 15 Spielen, „wir stehen unten drin und kommen so nicht da raus.“

Die Willinger zeigten, dass sie die Rote Laterne loswerden wollen. Nichts war davon zu spüren, dass sie, so Co-Trainer Uli Rehbein, „personell auf der letzten Rille“ liefen. Neben Christian Kuhnhenne, der hoffte: „Vielleicht gelingt uns ja die Überraschung“, fehlten Sebastian Butz (beide Zerrung) und Max-Till Saure (krank). Zu allem Übel musste Jan-Niklas Albers nach zwölf Minuten mit Schmerzen im Sprunggelenk raus. Für ihn kam Sean Querl, der zuvor schon in der Reserve gespielt hatte.

Willinger Führung hält nur vier Minuten

Die Upländer gingen die Sache forsch an, standen höher als sonst und hatten gegen den Favoriten ein Plus an Spielanteilen. Daraus resultierten für Florian Heine (9.) sowie Sebastian Müller (13.) und Jonah Schilling (19.), die Keeper Benedikt Kaiser zu Glanztaten zwangen, gefährliche Abschlüsse. Umgekehrt parierte Florian Bouma stark gegen Aaron Gadermann (16.) und Kevin Krieger (38.). Beim schönsten Spielzug, ausgehend von Jan-Henrik Vogel über Fynn Butterweck und Müller, verpasste Heine die Krönung (45.).

Mit Wiederbeginn zogen die Hünfelder das Tempo an, stellten aber die SCW-Defensive um Tom Friedrich, der aktuell in überragender Form spielt, zunächst vor keine großen Schwierigkeiten. Vorn pressten die Upländer bei einem Einwurf des Gegners aggressiv, Müllers Schuss wurde zur Seite geblockt, doch Heine vollendete aus spitzem Winkel zum 1:0 (66.).

Die Führung hielt nur vier Minuten, Kevin Krieger traf ins lange Eck. Der SCW war nicht geschockt und kämpfte, bezeichnend war das Solo von Vogel gegen sieben Mann; Kaiser rettete (71.). Die Gäste setzten nach, die Willinger sahen sich immer tiefer in die Abwehr gedrückt, lauerten aber durch Heine und – Jonathan Vach. Er gab nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback. Die Chance kam in der 82. Minute, als Kaiser gegen Schilling einen Freistoß nicht klar klärte und Heine volley zum 2:1 einschoss (82.); sein zwölfter Saisontreffer.

„Eine verdiente Führung“, fand Kodra zu diesem Zeitpunkt. Nur drei Minuten dauerte es, dann fehlte bei einem Lupfer in den Fünfmeterraum der Abwehr inklusive Torwart Bouma die Zuordnung – 2:2 durch den gerade eingewechselten David Brähler.

Zwei Gegentore binnen drei Minuten

„Kommt Willingen, weiter dran glauben“, munterte Kodra seine Elf auf. Nichts da, nach exakt 90 gespielten Minuten erlebte der SCW seinen bekannten Horrortrip. Als der HSV schnell durch die Mitte kombinierte, verpassten Sören Vogel und Co. ein taktisches Foul einzustreuen und Max Vogler, ebenfalls kaum auf dem Platz, lochte zum 2:3 ein. „Das freut mich ungemein“, sagte Coach Helmke, der mit Brähler, der noch das 2:4 (90.+3) nachlegte, und Vogler den Sieg eingewechselt hatte.

Fassungslosigkeit derweil bei den Willingern, auch bei Mario Emde. Der neue Sportliche Leiter hatte sechs Punkte aus den drei Spielen bis zur Winterpause gefordert, um nicht den Anschluss zu verlieren. Dafür muss der SCW jetzt in Hundelshausen und gegen Bronnzell gewinnen. (ni)

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