FUSSBALL-BUNDESLIGA Göttinger Top-Talent wartet beim BVB auf den endgültigen Durchbruch

Der steinige Weg des Ansgar Knauff

Schwierige Situation: Dortmunds Ansgar Knauff (li.), hier in einem Testspiel gegen Gießens Nejmeddin Daghfous, muss um Einsatzzeiten beim Bundesligisten kämpfen.
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Schwierige Situation: Dortmunds Ansgar Knauff (li.), hier in einem Testspiel gegen Gießens Nejmeddin Daghfous, muss um Einsatzzeiten beim Bundesligisten kämpfen.

In der vergangenen Saison erlebte er einen beinahe kometenhaften Aufstieg bei Bundesligist Borussia Dortmund, im Moment muss der Göttinger Fußballer Ansgar Knauff (19) allerdings um Einsatzzeiten in der ersten Mannschaft kämpfen.

Göttingen/Dortmund – Und das, obwohl er gerade erstmals für die deutsche U21-Nationalmannschaft auflaufen durfte.

Als Edin Terzic in der vergangenen Saison beim BVB das Ruder als Trainer von Lucien Favre übernahm, stand Knauff plötzlich ganz hoch im Kurs, wurde von der zweiten Mannschaft in der 3. Liga dauerhaft zum Profiteam in der Bundesliga hochgezogen. Mit wichtigen Toren und Assists war es auch der 19-jährige Knauff, der der hochveranlagten Dortmunder Offensive wieder etwas mehr Leben einhauchte. Am Ende durfte er sich sogar DFB-Pokalsieger nennen (im Halbfinale und Finale gehörte er zum siegreichen BVB-Kader).

Doch wer gedacht hätte, dass Knauff nach dem Abgang von Flügelflitzer Jadon Sancho (zu Manchester United) in dieser Spielzeit richtig durchstarten würde, sieht sich bislang getäuscht. Lediglich 39 Spielminuten (33 beim 0:1 bei Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga plus insgesamt sechs in zwei Spielen der Champions League) stehen bislang zu Buche für den Youngster. Und auch bei Dortmunds U 23 in der 3. Liga läuft es nicht so rund. Noch keinen Scorerpunkt konnte der Linksaußen in fünf Einsätzen verbuchen.

Trotzdem setzt man beim BVB auf den gebürtigen Göttinger, verfolgt laut eigenen Aussagen einen Plan, um Knauff vielleicht doch als Sancho-Nachfolger aufzubauen. „Wir werden mit Ansgar daran arbeiten, dass er sich in diese Richtung entwickelt“, wird Borussen-Coach Marco Rose in den „Ruhr Nachrichten“ zitiert. Für das Talent bedeutet das auch Sonderschichten im Training, um sich im Dribbling und der Entscheidungsfindung zu verbessern.

Vielleicht hilft dabei auch der neue Trainer der U 21-Nationalmannschaft. Denn Antonio di Salvo, der als Jungspund beim FC Bayern München selbst als großes Offensivtalent galt, sich in der 1. Bundesliga aber nicht dauerhaft durchsetzen konnte, weiß, wie es ist, als ungeschliffenes Juwel zu gelten. Und er scheint auf Knauff zu setzen. Als dessen Teamkollege Youssoufa Moukoko vergangene Woche für die U21 ausfiel, nominierte der Coach kurzerhand Knauff, der eigentlich bei der U 20 weilte, nach. Beim 5:1-Sieg gegen Ungarn kam der BVB-Youngster auf 23 Minuten, in denen er zwar auch ohne Scorerpunkt blieb, die ihm aber Selbstvertrauen gegeben haben dürften.

Und auch wenn es zu vielen Einsatzzeiten im ganz großen Fußball-Zirkus aktuell nicht reicht, so stand Knauff seit dem 11. September (4:3-Sieg in Leverkusen) immer im 20-köpfigen Profikader der Dortmunder. Angesichts der Konkurrenz ist das auch ein Zeichen, dass die Borussia mittel- und langfristig auf den Göttinger setzt. Und letztes Jahr begann seine starke Phase erst im Frühjahr. Zeit genug, um durchzusetzen hat der 19-Jährige also. (Andreas Arens

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