Verbandsliga Nord: SCW prüft den Aufsteiger

Die Dinos und die Aussichtslosen: Willinger starten in Thalau

Erster Ligaauftritt: Nick Bärenfänger (hier im Test gegen Michel Harrer/Spfr. Siegen), ist einer der Willinger Youngster. Ist er in der Abwehr gleich gesetzt?
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Erster Ligaauftritt: Nick Bärenfänger (hier im Test gegen Michel Harrer/Spfr. Siegen), ist einer der neuen Willinger Youngster. Ist er in der Abwehr gleich gesetzt?

Auf in die Mammutsaison. An deren Anfang steht für den SC Willingen eine Fahrt über 192 Kilometer zum FSV Thalau. An diesem Samstag ab 16 Uhr testen die Upländer, mit 15 Jahren Ligazugehörigkeit „dienstältestes“ Team der Verbandsliga Nord, was der Aufsteiger aus Fulda kann.

Getestet wurde schon einige Male in der sechswöchigen Vorbereitung der Willinger. „Schwer zu sagen, ob wir noch eine Woche gebraucht hätten“, sagt Trainer Rainer Schramme. „Es ist völlig klar, dass es noch Nachholbedarf gibt und nicht alles top laufen wird, erst recht bei dieser jungen Truppe. Das ist am Anfang bei allen Mannschaften so. Aber alle bei uns sind froh, dass es wieder losgeht.“

Schramme und Dardan Kodra, der zweite SCW-Coach, die sich bei den Trainingseinheiten als Leiter und Beobachter abwechseln, sind sich bewusst, dass die Voraussetzungen gar nicht so schlecht sind. Blicke man nach Offenbach oder Hanau, wo die Trainingsbedingungen durch erneute Kontaktbeschränkungen viel härter seien, dürfe man nicht meckern.

Schramme: Lange Fahrt soll nicht punktlos enden

Nicht meckern will Schramme auch über die Zusammensetzung des Kaders, auch wenn die fünf Abgänge erst einmal ersetzt werden wollen. Ein Gerüst von sieben bis acht Spielern haben die Trainer als Stammformation bereits seit längerem im Kopf. Die übrigen Positionen werden nach den aktuellen Trainingseindrücken vergeben und hängen – so Schramme – auch davon ab, „ob wir eher eine offensive oder defensive Grundordnung wählen“.

Zum Kern des Teams dürften neben Neu-Kapitän Jan-Henrik Vogel freilich unter anderem Eric Kroll, Jan Albers und Christian Kuhnhenne gehören sowie vorne Florian Heine. Der könnte eine Rolle auf den Flügeln oder hängend einnehmen, da Mittelstürmer Yasin Dogen wie auch andere neue, junge SCW-Spieler in der Vorbereitung zu überzeugen wussten.

Viel Neuland betritt auch Willingens Gastgeber FSV Thalau, der noch nie in der Verbandsliga gekickt hat. „Wenn du am grünen Tisch aufsteigst, ist die Euphorie womöglich nicht so groß“, mutmaßt SCW-Coach Schramme, der aber den Aufsteiger, der trotz seiner Außenseiterrolle in der Liga auch überraschen möchte, nicht unterschätzen will. „Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Die Aufsteiger aus der Gruppenliga Fulda sind alles andere als Kanonenfutter.“

Vergeblich sollen die nicht ganz zweieinhalb Stunden Fahrt aber nicht sein. „Ohne Punkte wollen wir nicht zurückkehren“, so Schramme.

FSV Thalau: Mit Wut im Bauch gegen die Pessimisten

Als krasser Außenseiter der Verbandsliga gilt der FSV Thalau, der für Fulda-Gruppenligameister Hosenfeld (Aufstiegsverzicht nachgerückt ist. Der Truppe um den neuen Coach Meik Voll – zuvor lange in Flieden – schlagen reichlich Unkenrufe entgegen, das Ganze sei ein Himmelfahrtskommando.

Voll reagierte trotzig-positiv: „Die Mannschaft hat Zorn. Viele trauen ihr nichts zu, die Jungs wollen zeigen, dass sie es doch können.“ Der 45-Jährige weiß aber auch: „Wenn wir die Liga halten, wäre das vergleichbar mit einem Meisterstück.“

Das gilt umso mehr, als dass sich der kleine Kader schon wieder dezimiert hat. Da der neue Stürmer Patrick Kalis den Aufwand aufgrund seines Hausbaus nicht stemmen kann und schon wieder weg ist, stehen nur noch 15 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Dazu zählen der verletzungsanfällige Lukas Kress und sechs Schichtarbeiter, die oft nicht zur Verfügung stehen. „Diese Problematik habe ich auch etwas unterschätzt“, gibt Voll zu. Drei Neuzugänge sollen bis zum 5. Oktober noch kommen.

Gegen Willingen wird auch der rotgesperrte Regisseur Florian Storch dem FSV fehlen; er darf erst am Sonntag wieder spielen. (schä)

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