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Die junge Hälfte eines starken Duos: Fabian Zölzer ist derzeit der treffsicherste Kicker im Fußballkreis Waldeck

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Wieder mal zu spät: Fabian Zölzer (Eimelrod) steht vor einem weiteren Torerfolg. Patrick Henricy (links) und Dominik Finke vom TSV Altenlotheim II kommen zu spät.
Wieder mal zu spät: Fabian Zölzer (Eimelrod) steht vor einem weiteren Torerfolg. Die Altenlotheimer Maximilian Hutwelker, Patrick Henricy und Dominik Finke können den Schuss nicht verhindern © bb

22 Tore in 17 Spielen. Nein, es geht hier mal nicht um Robert Lewandowski, es geht um Fabian Zölzer. Der Außenstürmer des SV Eimelrod ist in der laufenden Saison der mit Abstand treffsicherste Kicker im Fußballkreis Waldeck.

Eimelrod – Ist ja auch nur B-Liga werden nun manche verächtlich sagen, aber das ist zu einfach, denn auch ein höherklassig spielender Fußballer soll erst einmal in jedem B-Liga-Spiel ein Tor erzielen.

Das besondere an dieser Mannschaft aus Eimelrod ist, dass sie noch einen zweiten Ausnahmestürmer in ihren Reihen hat, der vom Alter her der Vater von Fabian Zölzer sein könnte: Sebastian Heyer hat mit seinen 41 Jahren in der laufenden Saison auch schon 17 Treffer erzielt. Die beiden gingen genau so in die Winterpause wie man es von ihnen erwartet. Der SVE schlug am vergangenen Sonntag Tabellenführer SG Neudorf mit 3:0. Zwei Tore Zölzer, ein Tor Heyer.

Ungleiches Paar, das gleich tickt

Es ist ein ungleiches Paar, das aber auf dem Platz scheinbar gleich tickt. Wie oft muss Zölzer für seinen Sturmkollegen mitlaufen? „Ja, schon einige Meter“, gibt der 20-Jährige zu, „Sebastian ist natürlich nicht mehr der laufstärkste Spieler, aber er hat mir auch noch einiges voraus, etwa seine Erfahrung und auch die Chancenverwertung.“

Hier sieht Zölzer für sich noch Luft nach oben: „Die Chancen haben ist das eine, die Dinger dann auch weg zu machen, das andere, es könnten bei mir schon noch ein paar Tore mehr sein, aber ich will mich mal nicht beschweren“, sagt der 20-jährige Schweinsbühler bescheiden und kann sich dabei ein schelmisches Kichern nicht verkneifen.

Kopf hoch vor dem Abschluss

Der Senior hat dem Junior auch einen Satz mitgegeben, den sich Zölzer auch zu Herzen genommen hat: Ein guter Stürmer nimmt vor dem Abschluss noch einmal den Kopf hoch und schaut, ob ein Mitspieler besser steht und wo der Torwart gerade steht. „Das immer umzusetzen ist gar nicht so leicht“, betont Zölzer, manchmal müsse er sich förmlich dazu zwingen, den Ball noch abzugeben. Doch Erfahrung macht klug. „Ich ärgere mich auch, wenn ich es wieder allein gemacht habe und es die falsche Entscheidung war.“

Und da ist durchaus noch ein Punkt, den man diesen zwei Torhungrigen vorwerfen kann. Sie bringen die eigenen Mitspieler um ein in dieser Sportart sehr wichtiges Erfolgserlebnis: das Tore schießen. Gerade mal acht Treffer haben sie ihren Teamkollegen in den bisherigen Spielen noch übrig gelassen. Die müssen sich nun ihr Selbstvertrauen für ihr Spiel woanders herholen.

Torjubel kann auch intensiv ausfallen

Ein erfolgreicher Torschütze muss auch mehr jubeln als seine Mitspieler. Zölzer zählt nicht zu den außer Rand und Band geratenen Trikotausziehern, sondern eher zu der ruhigeren Sorte der Freudeausstrahler. Doch er kann auch anders: „Wenn es ein wichtiges Tor ist oder ich vorher einige dicke Chancen habe liegengelassen und es klappt dann doch noch, kann ich mich auch schon mal intensiver freuen.“ Insgeheim ist er durchaus ein extrovertierter Torjubler, denn er mag den kreativen Torjubel. „Aber, ich trau mich das nicht so richtig, man weiß ja nie, wie die Zuschauer und Kollegen darauf reagieren.“

Vom Vorbild Leroy Sané einiges abgeschaut

Im Torjubel kommt der Mann aus Schweinsbühl auch seinem Vorbild Leroy Sané vom FC Bayern München sehr nahe, der sich meist auch nur innerlich über seine Treffer freut. „Ich schaue Sané nicht nur gern beim Fußballspielen zu, sondern schaue mir auch immer mal wieder etwas von ihm ab“, erzählt Zölzer.

Der Mann von FC Bayern kann in einem Spiel auch abtauchen, so tief, dass man ihn 90 Minuten nicht mehr sieht. Diese Situation hat auch Zölzer schon erlebt: „Ich hatte gegen Hillershausen so ein Spiel, da war ich auch nicht da, aber es ist menschlich, wenn es mal nicht so gut läuft.“ Von einer längeren Formkrise sei er bisher verschont geblieben, „aber ich befürchte die wird auch noch kommen.“ Seine sportlichen Ambitionen in Sachen höherklassig spielen halten sich allerdings in Grenzen.

Keine Eile mit dem Aufstieg des SVE

„Es gibt manchmal Anfragen von anderen Vereinen wegen eines Wechsels“, gibt er zu, aber es mache ihm momentan viel Spiel in dieser Mannschaft zu spielen und er denke, dass die B-Liga derzeit noch genau die richtige Klasse für sie sei. Aber gegen einen Aufstieg würde er sich auch nicht wehren. „Den will jeder Fußballer mal erleben und ich hoffe, dass wir ihn in Eimelrod irgendwann auch erleben werden.“ Der SVE überwintert auf Rang fünf, fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter. Für einen Aufstieg brauchen die Grün-Weißen aus dem Upland weiterhin die Tore dieses Duos.

Zölzer beschreibt sich selbst als einen Stürmer, der vor allem von seiner Schnelligkeit lebt, der agil und flink ist. Das war auch ein Grund, warum er als Bambini und F-Jugendspieler nicht ins Tor durfte.

Zölzer hält selten den Kopf für die Mannschaft hin 

„Ich wollte immer Torwart sein, aber der Trainer hat gesagt, nein, dafür bist zu viel schnell.“ Heute ist er froh, dass er nicht zwischen den Pfosten gelandet ist, er mag seine Position. Allerdings hält Zölzer nicht oft den Kopf für seine Mannschaft hin. Nur ein Kopfballtreffer ist unter den 22 Toren verbucht. Er ist auch kein echter Strafraumstürmer, der sich wohlfühlt im Gewühl. Er mag lieber die Eins-zu-Eins-Situationen und seine Lieblingstore sind direkt verwandelte Freistöße und Weitschüsse.

Bei den Standards kommen sich die beiden Stürmer auch schon mal in die Quere. Bei den Freistössen darf der Jungspund immer öfter ran. Und die Elfmeter? „Nee, die schießt noch der Sebastian, da darf ich noch nicht dran.“ Die Betonung liegt dabei deutlich auf noch nicht. (rsm)

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