1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball regional

Dirk Möller und Yannis Barchanski sind Ehrenamts-Preisträger 2022 im Fußballkreis Waldeck

Erstellt:

Von: Dirk Schäfer

Kommentare

Preisträger: Yannis Barchanski (Zweiter von links) und Dirk Möller (Zweiter von rechts) wurden für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Matthias Henkelmann (links), Carsten Strippel und Marco Steinbach (rechts) vom Kreisfußballausschuss gratulierten.
Preisträger: Yannis Barchanski (Zweiter von links) und Dirk Möller (Zweiter von rechts) wurden für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Matthias Henkelmann (links), Carsten Strippel und Marco Steinbach (rechts) vom Kreisfußballausschuss gratulierten. © TSV Netze / pr

Wenn du Vorsitzender bist und in der Mitgliederversammlung deines Vereins passieren Dinge, die nicht abgesprochen sind, löst das schon mal Ärger aus. Oder auch Freude, wie im Falle von Dirk Möller.

Der „Chef“ des TSV Netze hatte die Jahreshauptversammlung des Sportvereins eigentlich abgehakt, als noch drei „Besucher“ im Saal auftauchten: Das Trio des Waldecker Kreisfußballausschusses überraschte Möller mit einer Ehrung – er ist Ehrenamts-Preisträger 2022 im Fußballkreis. Yannis Barchanski, der als Kreissieger in der neuen Kategorie „Junges Ehrenamt“ gekürt wurde, erging es übrigens kürzlich in der Weihnachtsfeier seines SV Schwarz Weiß Wega genauso.

Am Samstag erhielt er in Netze wie Möller seine Auszeichnung von Carsten Strippel, dem Kreis-Ehrenamtsbeauftragten. Auch Pressewart Marco Steinbach und Matthias Henkelmann vom KFA gratulierten. Der Schiedsrichterobmann hatte Möller vorgeschlagen, der vom HFV als Kreissieger zu einem „Danke-Wochenende“ eingeladen wird. Mit der„Aktion Ehrenamt“ werden bereits seit 1997 Ehrenamtliche ausgezeichnet, die sich überdurchschnittlich engagieren. Der Förderpreis „Fußballhelden – Aktion junges Ehrenamt“ wurde 2022 zum sechsten Mal vom DFB ausgeschrieben.

Dirk Möller: Vorsitzender, Schiri und Ortsvorsteher

„Auf einmal kamen die drei Herren vom Kreisfußballausschuss herein. Die Überraschung war vollauf geglückt“, sagte Dirk Möller mit Blick auf den Samstagabend. Der 58-Jährige hat sich in Netze nicht nur in Fußballkreisen engagiert – in seinem Heimatort ist er auch seit 2016 Ortsvorsteher.

Im Fußball prägt der Name Möller schon viel länger das Geschehen im 600-Einwohner-Dorf. Möller bekam den „Job“ des Vereinsvorsitzenden quasi in die Wiege gelegt. Nach seinem Vater stellte auch er sich an die Spitze; das war vor knapp 17 Jahren. „In den personell schwierigen letzten Jahren war es maßgeblich seinem Engagement zuzuschreiben, dass in Netze weiter Fußball gespielt werden kann, inzwischen in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Waldeck“, schreibt der Kreisfußball-Ausschuss in seiner Würdigung über Möller, der zudem als Platzwart tätig ist sich auch um das Sportheim kümmert, etwa bei der Vermietung.

Schon während seiner Zeit als TSV-Fußballer begann Möller seine Laufbahn als Schiedsrichter. Mehr als 20 Jahre ist er inzwischen auch im Kreisschiedsrichter-Ausschuss und dort unter anderem zuständig für die Organisation von Lehrabenden. Allein die Pfeiferei wäre in dieser Saison schon eine Mammutaufgabe. 40 Spiele müssen die Unparteiischen der SG Waldeck/Netze leiten, um das Soll zu erfüllen. Möller ist aber der einzige aktive Schiri beider Clubs. Eine ebenso unlösbare Aufgabe wie wohl der Klassenerhalt der Senioren in der A-Liga.

Spaß macht es trotz allem nach wie vor, auch wenn ich manchmal schimpfe, wenn immer dieselben die Dienste verrichten“, sagt Möller, der vor vier Jahren als Berufssoldat abgemustert hat. „Ich bin Pensionär, aber ausgelastet, zumal jetzt noch ein Enkel da ist, der auch viel Spaß bereitet.“

Yannis Barchanski: Fußball an fünf von sieben Tagen

Seit er dem Ball hinterher rennt, spielt Yannis Barchanski in Wega Fußball, seit 2011 bei den Senioren. Er hilft nicht nur als Abwehrspieler, die SG Wellen/Wega in der Kreisliga A, sondern auch als „Kümmerer“, den Verein am Leben zu halten. Schon mehr als sechs Jahre betreut er die Spieler von Morgen – als Trainer der Bambini. 2019 kam die F-Jugend hinzu.

„Er ist durch seine tolle Art maßgeblich daran beteiligt, dass die Zahl der Jugendspieler nach oben geht“, sagt der Vorstand des SV Wega im Bewerbungsschreiben. Auf rund zehn Stunden schätzt er die Zeit, die Barchanski auf dem Sportplatz verbringt. „Fünf von sieben Tagen sind dem Fußball gewidmet. Es gibt immer weniger Freiwillige, aber es macht Spaß, vor allem, wenn du die Freude der Kinder beim Spielen siehst“, sagt der Preisträger zu seiner Motivation. Angetan hat es ihm auch das „Projekt Torfangnetz“. Mit Teamkollegen baut er zunächst für den kleinen, dann für den großen Platz in Wega einen Fangzaun.

Für mehr Spieler hat das Kümmern um die Flüchtlinge gesorgt, durch deren Integration die SG keine Probleme hat, die zweite Mannschaft aufrechtzuerhalten. „Wir wollten vor allem die Kommunaktion erleichtern“, erklärt Barchanski, der als einer der Paten bei Behördengängen und anderen alltäglichen Dingen hilft. Die Ehrung empfindet der 29-Jährige als Bestätigung dafür, dass die Arbeit anerkannt wird. „Viele sehen oft nicht, wie viel Aufwand dahinter steckt“, sagt Barchanski, der sich als Preisträger auf eine fünftägige „Fußball-Bildungsreise“ nach Spanien freuen darf – inklusive Stadionbesuch in Barcelona. (schä)

Auch interessant

Kommentare