Anpfiff, Schuss,Tor:

Drei Sekunden in Zeitlupe: Robin Wissemann erzielt schnellsten Treffer der Gruppenliga-Geschichte

Jubelnder Fußballer
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Breitarmige Jubelpose: Robin Wissemann hat wieder getroffen. Der Spielertrainer des TSV Altenlotheim erzielte am Sonntag das wohl schnellste Tor der Gruppenliga-Geschichte. Es dauerte drei Sekunden bis der Ball nach dem Anstoß im Tor lag.

Da kann sogar die Bundesliga nicht mehr mithalten. Im deutschen Fußball-Oberhaus fiel das bislang schnellste Tor nach neun Sekunden, in der Gruppenliga Kassel nach drei.

Altenlotheim – Der Altenlotheimer Spielertrainer Robin Wissemann nahm am vergangenen Sonntag im Spiel gegen die SG Gilsa/Jesberg dem Bundesliga-Rekordhalter Karim Bellarabi (Leverkusen) in dieser Kategorie gleich sechs Sekunden ab.

„Der Schiedsrichter pfiff an, der Torwart schaute auf den Boden, da habe ich den Ball direkt vom Anstoßpunkt geschossen, er hatte auch gut Fahrt drauf, und war bestimmt nicht länger als drei Sekunden in der Luft“, erinnert sich der 28-Jährige. „Schon als der Ball den Fuß verlassen hatte, wusste ich, der kommt gut.“ Solch einen Torschussplan von der Mittellinie mit großem Überraschungseffekt für jeden Gegner trug Wissemann bereits eine ganze Weile mit sich herum. Doch da war immer ein Problem: „Ich mache so selten Anstoss.“

Der Anreiz für den Mittelfeldakteur wurde durch die Regeländerung noch größer, denn ein Spieler muss jetzt den Ball beim Anstoss nicht mehr erst zum Teamkollegen abspielen. Bei dem Spiel gegen Jesberg hatte sich der Mittelfeldspieler als Stürmer aufgestellt. Das bedeutete: Endlich mal Anstoß machen. Es folgte ein Spannstoss und Wissemann beschreibt, dass ihm die Dauer der Luftfahrt des Balles wie in Zeitlupe vorgekommen sei. Als die Kugel das Netz ausbeulte, kann er auch gar nicht mehr so ganz genau sagen, wie er seine Torfreude nach außen trug.

Mehr überschwängliche Freude über die Tore von Mitspielern

Wissemann beschreibt sich selbst, als einen eher verhalten, bisweilen auch in sich gekehrten Torjubler. „Wenn aber ein Mitspieler ein Tor schießt, der lange verletzt war oder lange Zeit kein Tor mehr geschossen hat, dann freue ich mich schon mehr, den schreie ich dann sogar an,“ erzählt der 28-Jährige.

Er weiß allerdings nicht so genau, ob er dieses empathische Verhalten auch schon als Kind oder Jugendlicher auf dem Feld gezeigt habe, oder ob es erst durch seine Rolle als Spielertrainer entstanden ist. „Da fühle ich mich doch noch mehr für alles verantwortlich.“

Gutes Tor-Gedächtnis

Ein Fußballer liebt Tore, manche vergisst er nie. Wissemann hat ein gutes Tor-Gedächtnis, er kann viele seiner Lieblingstreffer von der Entstehung bis zur Vollendung nacherzählen. Ein spezielles Lieblingstor von sich hat er zwar nicht, aber es sprudeln einige Treffer aus ihm heraus, etwa sein erstes Seniorentor als A-Jugendlicher für den TSV Altenlotheim in Bad Wildungen. Er durfte einen Freistoß aus 30 Metern schießen, obwohl der Standardspezialist Kai Bremmer sein Mannschaftskollege war. „Kai hat nur zu mir gesagt, dann mach" ihn auch rein.“ Gesagt getan, ein Schuss, Innenpfosten, drin war er.

Wissemann mag besonders jene Tore, bei denen der Ball per Weitschuss im Dreieck einschlägt. Außerdem gesteht der Polizeibeamte, dass er bereits seit seiner Kindheit käuflich war. „Das fing schon als Sechsjähriger an, da habe ich von meinem Opa fünf Euro für ein Tor bekommen, später sogar zehn.“

Der großväterliche Geldhahn wurde erst nach dem Wechsel zum FCE zugedreht. Wissemann wurden seine Tore auch schon als Naturalien ausbezahlt. Für jeden Treffer in der Hessenliga reichte ihm der Altenlotheimer Vereinswirt Rudolf Stiehl ein Weizenbier. Für sein sehenswertes Drei-Sekunden-Tor fand Wissemann bislang aber noch keinen Gönner. (rsm)

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