Meister der Kreisliga A nach Saisonabbruch

SG Edertal: Aus Überzeugung gut

Da waren sie noch nicht Meister: Die SG Edertal im Oktober 2019 – hinten von links: Spielertrainer Mathias Siebert, Jannik Schluckebier, Simon Gottmann, Benedikt Meise, Sören Scheiba, Alexander Fischer, Pascal Beyer, Alessandro Schmidt; vorn von links: Patrick Simshäuser, Mario Gustke, Jörg Schunke, Jannes Simanski, Nico Schmidt. Auf dem Bild fehlen: Niklas Köhler, Connor Scholz, Aaron Simanski, Raffael Amato und Thorsten Plitzner.
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Da waren sie noch nicht Meister: Die SG Edertal im Oktober 2019 – hinten von links: Spielertrainer Mathias Siebert, Jannik Schluckebier, Simon Gottmann, Benedikt Meise, Sören Scheiba, Alexander Fischer, Pascal Beyer, Alessandro Schmidt; vorn von links: Patrick Simshäuser, Mario Gustke, Jörg Schunke, Jannes Simanski, Nico Schmidt. Auf dem Bild fehlen: Niklas Köhler, Connor Scholz, Aaron Simanski, Raffael Amato und Thorsten Plitzner.

Auf ein gutes 2019 mit Zwischentief folgte ein tatenloses 2020 mit Happy End: Die SG Edertal darf sich als Meister der Kreisliga A Waldeck feiern, ohne in diesem Jahr nur ein Punktspiel bestritten zu haben.

Mehlen/Hemfurth – Wie höchstwahrscheinlich alle Tabellenführer im Landesverband macht der durch die Corona-Pandemie bedingte Abbruch der Saison auch die Kicker aus Hemfurth und Mehlen zum aufsteigenden Titelträger.

Komisch ist das Gefühl bei den Mannen um Mathias Siebert. Aber sich als bestes Team der Runde zu fühlen, sei nicht verboten, bekräftigt der spielende Trainer der SG Edertal, dessen Team mit 41 Punkten aus 17 Spielen fast einen zweistelligen Vorsprung auf den zweitplatzierten TuSpo Mengeringhausen II und ein Polster von elf Punkten auf Mitfavorit Rhoden/Schmillinghausen aufweist. Dass da auch der Quotient eine deutliche Sprache spricht, liegt auf der Hand.

Letztes Punktspiel Mitte November 

„Natürlich spekulierst du als KOL-Absteiger auf einen vorderen Platz in der A-Klasse. Dass wir uns so deutlich absetzen, hatte aber keiner erwartet“, sagt Siebert, der mit seiner Elf zuletzt Mitte November gespielt hat – am Ende eines starken Jahres 2019. Es war ein bewegtes noch dazu, denn Ende Mai hatte sich der FC Affoldern aus der Spielgemeinschaft verabschiedet.

„Ja klar, wir sind abgestiegen. Aber es war eigentlich ein gutes Jahr. Wir haben eine starke Rückrunde gespielt und in der Hinrunde der A-Liga nur einmal verloren“, so der Coach. Der Abstieg aus der Kreisoberliga sei in der schwachen Hinserie 2018/19 begründet, meint Siebert, der in fast allen Partien selbst auf dem Platz stand und mit acht Toren zweitbester SG-Torschütze ist.

Alessandro Schmidt Torjägerkönig

Noch besser war einer, der mit ein Grund für die starke Saison ist: Alessandro Schmidt. Mit 18 Treffern war er bester Torjäger der Liga – obwohl er nach langer Verletzung im vorigen August in die Saison ging, ohne die Vorbereitung bestreiten zu können. „Auch deshalb hatten wir zurückhaltend unsere Ziele formuliert“, erklärt Siebert und nennt im insgesamt jungen Kader einen weiteren Erfolgsgrund.

Punktegarant: Edertals Alessandro Schmidt (MItte, gegen die Volkmarser Jan Schwaiger und Jannick Michels) ist bester Ligatorschütze.

Dieser Kader mit Youngstern wie Simon Gottmann, Mario Gustke, Nico Schmidt sowie Kapitän und Torwart Niklas Köhler (alle 20 Jahre) als Stammspielern offenbarte aber ein interessantes Phänomen: Erfolg trotz schlechter Spiele. 

Ausrutscher gegen Kellerkinder

„Wir waren oft nicht gut, aber haben auch Rückstände aufgeholt. Das lag daran, dass alle mit einer unglaublichen Überzeugung und viel Glaube an die eigenen Stärken gespielt haben“, sagt Trainer Siebert und weckt damit Vergleiche mit den „Mia-san-mia-Bayern“. Naja, elf Punkte Vorsprung waren auch bei denen manchmal keine Seltenheit.

Aber: Wenn’s galt, waren die Bayern da. So auch die Edertaler. Die Topspiele haben sie zumindest nicht verloren, aber ausgerechnet gegen die beiden Letzten der Tabelle gab es Ausrutscher: 3:3 gegen die SG Hesperinghausen, gar 3:5 beim TuS Bad Arolsen II. Am Ende noch ein 3:7 gegen Ittertal/Marienhagen. 

Neue Saison: Die meisten wollen bleiben

12 seiner 29 Gegentore kassierte der Meister also in zwei Spielen. Dennoch wird er am Abwehrverhalten noch arbeiten müssen – in der A-Liga quittierte selbst der Viertletzte SG Vöhl/Basdorf/Werbetal weniger Gegentore.

Insgesamt sieht Mathias Siebert in der KOL gute Chancen auf den Klassenerhalt. Dass der Nimbus einer Fahrstuhlmannschaft droht, ist allen Verantwortlichen der SG Edertal gleichwohl bewusst. „Damit musst du leben, wenn du als kleiner Verein mit einheimischen Spielern arbeitest“, sagt Trainer Siebert.

Der 27-Jährige hofft nach dem Aufstieg auf einen nahezu unveränderten Kader. Bis auf zwei, drei Spieler hätten alle bereits zugesagt – auch wenn keiner weiß, wann und wie es weitergeht mit dem Fußball.

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