Neues Infektionsschutzgesetz und seine Auswirkungen

Fußball im Kreis Frankenberg: Ein früher Saisonstart ist kaum noch möglich

Zweikampf zwischen Daniel Dithmar (rechts, hier im Zweitrundenspiel gegen den Bromskircher Danijel Kokalovic).
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Im Wartestand: Daniel Dithmar (rechts, hier im Zweitrundenspiel gegen den Bromskircher Danijel Kokalovic) und die SG Oberes Edertal stehen im Pokal-Halbfinale. Wann und ob das noch ausgespielt werden kann, ist ungewiss.

Wie geht es im hessischen Fußball weiter? Alle Hoffnungen, dass die Kicker bald wieder auf die Plätze zurückkehren dürfen, haben sich mit der „Bundesnotbremse“ vorerst zerschlagen.

Frankenberg - Vielmehr fürchtet der Hessische Fußball-Verband (HFV), dass es auch mit einem gewünschten frühen Start der neuen Saison 2021/22 nichts werden wird.

Ein Problem ist, dass der Verband nichts wirklich planen kann. „Wir wissen nicht, wann wir wieder loslegen können“, sagte Frankenbergs Kreisfußballwart Jürgen Schicke nach der Videokonferenz des HFV-Verbandsvorstandes am Freitagabend. Die Stimmung unter den Mitgliedern sei laut Schicke „gefasst“ gewesen. „Alle waren ja vorbereitet, was nach dem neuen Infektionsschutzgesetz passieren wird.“

Jenes neue Infektionsschutzgesetz sorgt dafür, dass es keine hessenweit verlässliche Planungsgrundlage gibt, weil in den kommenden Wochen die Inzidenzwerte in jedem Landkreis bestimmen, was erlaubt ist und was nicht. „Das Gesetz gilt bis zum 30. Juni“, sagt Schicke und verdeutlicht: „Vorher werden daran wahrscheinlich keine Änderungen vorgenommen. Bis dahin kannst du dich auf nichts verlassen und nichts planen.“

Keine Zeit für internes Turnier

Wenn man dann den Kickern sechs Wochen Vorbereitung einräumt, ist ein Saisonstart frühestens Mitte August möglich – der Wunsch vieler Vereine, möglichst früh mit dem Spielbetrieb zu starten wäre damit nicht möglich. Auch ein vom Kreisfußballausschuss angedachtes kreisinternes Frankenberger Turnier im Frühjahr kann somit nicht umgesetzt werden.

Was ein später Saisonstart für Auswirkungen hat, soll laut Schicke noch besprochen werden. „Es gibt da mehrere Optionen, zum Beispiel nur eine Einfachrunde, oder große Spielklassen trennen. Aber ich kann mir erst Gedanken machen, wenn ich ein konkretes Startdatum kenne“, so der Frankenberger Kreisfußballwart.

Jetzt will der Kreisfußballausschuss beraten, die Vereine will Schicke in den kommenden 14 Tagen zu einer virtuellen Vereinsvertretersitzung einladen. Schlimm findet Schicke, „dass die Kinder wieder aus dem Training genommen werden“. Vor Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetztes konnte für Kinder bis 14 Jahren ein normales Training angeboten werden. „Da hatten wir tolle Rückmeldungen bekommen.“ Seit Samstag können nur noch maximal Fünfergruppen gemeinsam trainieren. Für Schicke mit Blick auf Studien von Aerosolforschern unverständlich. „Wir reden von Sport im Freien, wo die Ansteckungsgefahr sehr gering sein soll.“

Kreispokal weiter offen

In Sachen Pokalwettbewerb auf Kreisebene hat der Hessische Fußball-Verband am Freitag keine Entscheidung getroffen. Ein Problem ist, dass der Wettbewerb in den Kreisen unterschiedlich fortgeschritten ist. Es gibt Kreise, die noch am Anfang stehen, andere, wie zum Beispiel der Kreis Waldeck, müssen nur noch das Finale ausspielen. Im Kreis Frankenberg stehen noch die Halbfinalspiele und das Endspiel auf dem Programm. „Wir wollen weiter versuchen, die Pokalrunde zu Ende zu spielen“, sagt Kreisfußballwart Jürgen Schicke. Schon im vergangenen Jahr wurde der Kreispokal der Saison 2019/20 im September beendet. Für Schicke ist das auch wieder eine Option. In einer weiteren Verbands-Vorstandssitzung Ende Mai soll darüber erneut beraten werden. 

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