Spielführer Philipp Hofheinz (SG Werratal II) kann sich derzeit nur auf dem Motorrad ausleben

Ein Kämpfertyp will wieder Gas geben

Athletischer Spielertyp: Philipp Hofheinz steht in der Abwehr seinen Mann.
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Athletischer Spielertyp: Philipp Hofheinz steht in der Abwehr seinen Mann.

Erste Frühlingsgefühle machten sich kürzlich beim Werrataler Spielführer Philipp Hofheinz breit. Angesichts von 18 Grad und Sonne startete er zum ersten Mal in diesem Jahr sein Motorrad. Gas geben würde er auch gern mal wieder auf dem Fußballplatz.

Oberode – Weiterhin werden nicht nur die Fußballer aufgrund der Corona-Pandemie und des allgemeinen Sportverbots im Amateurbereich ausgebremst. Dabei hätten Philipp Hofheinz und seine Mitspieler aus der ersten Saisonphase im Oktober so viel gutzumachen. Im Herbst hatte die Mannschaft ihre vier bestrittenen Spiele verloren. „Ich versuche, als Spielführer zwar möglichst zu erreichen, dass alle Spaß haben, aber damals fiel das angesichts unseres Punktestands natürlich etwas schwerer“, erinnert sich Hofheinz. Vor zwei Jahren war der damals erst 20-Jährige zum Mannschaftskapitän bestimmt worden. Unter anderem deshalb, weil er sich schon immer auch abseits des Platzes für organisatorische Dinge verantwortlich fühlte. Wiederum zwei Jahre zuvor, nach seinem Sprung aus der Jugend in den Herrenbereich, war er gleich in den damaligen Kreisligakader der SG Werratal aufgenommen worden.

Damals wechselten aber viele Akteure vor der Saison den Verein, die Breite im Kader fehlte. Dritte und vierte Mannschaft mussten den Kader auffüllen. Es folgte eine Art Kettenreaktion, die zu zwei Abstiegen führte. Ob sich die Zweite der SGW in der 2. Kreisklasse wird halten können, fragt sich nicht nur der aktuelle Kapitän: „Aus der Jugend kommen halt immer weniger Spieler hoch und da aktuell auch die Erfolge ausbleiben, sind wir relativ wenige Leute in der Mannschaft. Eigentlich sollten wir diese Liga aber von der Qualität der Spieler her packen.“

Dass ältere Aktive irgendwann mal andere Dinge als den Fußball in den Vordergrund stellen, kann er nachvollziehen. Ihm selbst gebe der Sport aber weiterhin so viel, dass er ans Aufhören gar nicht denken möchte. Auch mit der Bezirksligamannschaft des Vereins ist er viel unterwegs, beteiligt sich an Mannschaftsabenden und fiebert bei den Punktspielen mit. „Mir macht das alles mega viel Spaß“, beteuert der gebürtige Oberöder, der schon mehrfach Einsätze in der ersten Mannschaft bestreiten durfte.

Der Außendiensttechniker bei Sartorius versucht sich derzeit mit Läufen fit zu halten, um bei einer immer noch möglichen Fortsetzung der Saison nicht bei Null beginnen zu müssen. „Aber natürlich ist das etwas völlig anderes, als mit seinen Teamkameraden bei einem intensiven Training auf dem Platz zu stehen. Mit fehlt das kämpferische Element des Fußballs.“ Besonders optimistisch, dass die im Vorfeld verkleinerten niedersächsischen Staffeln noch mal spielen werden, ist er nicht. Obwohl rein rechnerisch alles möglich erscheint: So könnten die Mannschaften bei entsprechenden Lockerungen den gesamten April über das von ihnen gewünschte mehrwöchige Vorbereitungstraining absolvieren. Danach könnte bis zu den Sommerferien im Juli der Ball rollen und die Serie 2020/21 abgeschlossen werden. Philipp Hofheinz würde in einem solchen Fall allerdings Sorgen um eine möglich dritte Welle der Pandemie haben. „Ich weiß nicht, ob eine Saisonfortsetzung wirklich so clever wäre.“ Training sollte seiner Meinung aber wieder ermöglicht werden. „Die Gefahr dürfte dort deutlich geringer sein“, meint Hofheinz. (Manuel Brandenstein)

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