Serie über Waldecker Fußballvereine in der damaligen Gruppenliga

Ein megageiler Aufstieg - als der TSV Altenlotheim sich selbst überraschte

Jubel, grenzenlos: Kapitän Ralph Schomberg, Kai Bremmer, Alexander Köster und Torwart Mario Knoche (von links) im Rausch des Landesliga-Aufstiegs.
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Jubel, grenzenlos: Kapitän Ralph Schomberg, Kai Bremmer, Alexander Köster und Torwart Mario Knoche (von links) im Rausch des Landesliga-Aufstiegs.

Lange hatten sie warten müssen. 23 Jahre, um genau zu sein. 2002 kehrten die Fußballer des TSV Altenlotheim zurück in die Landesliga - Teil drei unserer kleinen Serie.

In der Spielerära von Bernd Huthwelker, Kalla Bremmer, Wilfried Ziegler & Co war diese Spielklasse für die TSV-Elf von 1975 bis 1978 ihr sportliches Zuhause, damals noch unter der Bezeichnung Gruppenliga. Nun also 2002 das Comeback, Meister der Bezirksoberliga nach dem 2:0-Erfolg bei Grün-Weiß Borken.

Lange mussten die Fans und Spieler aus dem 800-Einwohner-Dorf im entscheidenden Spiel zittern. Erst nach 86 Minuten und dem Treffer zum 2:0 von Kai Bremmer löste sich die Anspannung und Auswechselspieler, Betreuer und Offizielle feierten den Aufstieg schon vor dem Schlusspfiff.

Mannschaft mit Leidenschaft ausgestattet

„Jetzt haben wir es!“, freute sich ein mit Wadenkrämpfen ausgewechselter Alex Köster. Nach dem Abpfiff stahl sich dann auch ein Lachen ins Gesicht von Karl-Heinz Stark. Der erfahrene Trainer hatte es mit „Sportchef“ Michael Wickenhöfer als treibende Kraft im Hintergrund, geschafft, seine Mannschaft mit Teamgeist und Leidenschaft auszustatten. „Der Zusammenhalt ist unsere Stärke“, sagte Markus Knauer, zweiter Vorsitzender des TSV.

Die Leistung der Mannschaft verdiente Respekt. Sie hatte über die gesamt Saison stabil und auf einem hohen Niveau ihre Leistungen abgerufen. Und doch rechnete lange Zeit niemand mit dem Aufstieg. Zur Winterpause hatte die Mannschaft vom Oberbach 13 Punkte hinter Tabellenführer FSV Dörnberg zurückgelegen.

Nach der Winterpause startete der TSV aber durch und gewann 13 Spiele in Serie. Kapitän Ralph Schomberg jubelte: „Der helle Wahnsinn.“ Es habe, von der Kameradschaft bis zum Trainer, einfach alles gepasst.

Bremmer: Das bleibt schon hängen

Vor allem in der Abwehr. Der TSV stellte mit Torwart Mario Knoche (einer der besten in dieser Liga) und Libero Martin Debus die beste Defensive der Klasse, sie quittierte 35 Gegentore in 30 Partien. Das stark besetzte Mittelfeld mit Jörg Zarges, den Schomberg-Brüdern, Ralph und Mark, sowie Kai Bremmer kurbelte das Spiel mit schnellem Passspiel an und versorgte die beiden gefährlichen Spitzen Alexander Köster und Mario Amert mit Bällen. Als Krönung der überragenden Saison erhielt Bremmer mit seinen 25 Toren zudem die Torjäger-Kanone für den treffsichersten Schützen der Liga..

Auf die Euphorie des Aufstiegs folgte am Oberbach eine schwierige Saison. Der Kader für eine Landesliga-Runde war mit 13 Aktiven zu klein. Das bekam die Mannschaft zu spüren, als sie Ostern 2003 mit insgesamt drei Nachholspielterminen vom Verletzungspech ereilt wurde, das sie nicht wegstecken konnte.

Ein Punkt fehlte zum Klassenverbleib

Dennoch fehlte zum direkten Klassenerhalt nur ein Punkt. Nach einer unruhigen Phase zum Saisonende scheiterte der TSV schließlich als Zweiter der Relegationsrunde hinter dem KSV Baunatal II. Danach trennten sich Verein und Trainer.

Die, die dabei waren, haben das Landesliga-Jahr gleichwohl als ein besonders im Gedächtnis abgespeichert. „Wenn du als kleiner Dorfverein in die Landesliga aufsteigst und dann gegen Borussia Fulda oder Bad Hersfeld gegen einen Weltmeister Uwe Bein spielst, ist das megageil“, beschreibt Kai Bremmer, heute Vorsitzender des TSV, die Gefühle seiner damaligen Teamkollegen zusammen. Zumal der zweite Aufstieg schöner gewesen sei als der erste.

„Das bleibt schon hängen“, sagt Bremmer, der mit vielen Spielern von damals nach wie vor sehr eng vernetzt ist. Sobald Corona es zulässt, wollen sie sich mal wieder treffen. Nächstes Jahr ist der 20. Jahrestag des Aufstiegs in die Gruppenliga. (mh mit mn)

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