Fußball-Oberliga: Keseling ist einer von drei Dauerbrennern beim RSV Göttingen 05

Eine Bank in der Abwehr

Mr. Zuverlässig: Julian Keseling (re.) gewinnt das Kopfballduell gegen Oldenburgs Julian Lüttmann. Der Innenverteidiger absolvierte für den RSV Göttingen 05 in der Oberliga bislang die gesamten 1350 Spielminuten in den 15 Saisonspielen. Foto: Jelinek

Göttingen. Die Serie ist vorbei und die Euphorie ein wenig abgeebbt: Der Alltag hat den RSV Göttingen 05 in der Fußball-Oberliga wieder eingeholt. „Das ist schade. Während unserer Serie standen wir gefühlt auf einem Aufstiegsplatz, ein tolles Gefühl“, sagt Julian Keseling.

Acht Spiele war der Aufsteiger ungeschlagen. Eine Erfolgssträhne, an der Keseling großen Anteil hatte. Er ist die Bank in der Abwehr. In den bisherigen 13 Partien verpasste der Bankkaufmann keine der 1350 Spielminuten. Genau wie Christian Horst, sein Freund und Nebenmann in der Abwehrzentrale sowie Mittelfeldspieler Patric Förtsch.

Strammes Restprogramm

Mit nur 23 Gegentreffern zählt die 05-Defensive zu den besseren der Oberliga. „Da kommt uns aber auch das Spielsystem zugute“, betont Keseling. „Wir haben sieben Spieler, die absichern, drei für die Abteilung Attacke. Das hat sich bewährt. Mir gefallen defensivere Spielsysteme sowieso besser. Immerhin sind wir so noch keinem Gegner ins offene Messer gelaufen.“

Vom bewährten System werden die Göttinger vermutlich auch in den bis zur Winterpause verbleibenden Partien nicht abrücken. Mit den Auswärtsspielen in Nordhorn und beim Tabellenzweiten Cloppenburg sowie dem Heimspiel gegen Braunschweig II erwartet den Tabellenelften aber ein strammes Programm. „Wir wollen auf einem einstelligen Tabellenplatz überwintern, dafür brauchen wir einen Sieg in Nordhorn.“

Seiner zweiten Spielzeit für den RSV 05 will er nach aktuellem Stand noch weitere folgen lassen. „Aufgrund meines Berufes bin ich da nicht so flexibel“, sagt der 23-Jährige zur persönlichen Perspektive. Einen Aufstieg in die Regionalliga hält er für nicht ausgeschlossen, auch wenn er die aktuelle Spielzeit noch als Lehrjahr betrachtet. Ein außergewöhnliches Erfolgserlebnis hat er mit seinem Tor in Langenhagen aber schon gefeiert. Denn jetzt ist Keseling einer von erst vier verschiedenen Torschützen im 23 Spieler umfassenden Kader.

Training mitten in der Nacht

Für stark verbesserungsfähig hält er aber die Trainingsbedingungen. Denn die haben mit Oberligafußball gar nichts gemeinsam. Montags Auslaufen und Regeneration im Jahnstadion, dienstags Training um 20 Uhr (!) auf dem Kunstrasenplatz, donnerstags dann eine Übungseinheit auf dem Hartplatz an der Benzstraße (19 Uhr). Allein das freitägliche Abschlusstraining auf dem Kunstrasen (17.30 Uhr) entspricht höheren Anforderungen im Amateurfußball.

An den Rahmenbedingungen müssen Verein und Stadt noch nachbessern. Keseling und Co. dagegen richten ihr Augenmerk nur auf das kommende Spiel in Nordhorn. Dort muss nach zwei Niederlagen wieder etwas Zählbares her.

Von Ralf Walle

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