Bundesliga-Debüt

Eine Premiere mit Makel: A-Jugend des KSV Hessen unterliegt Unterhaching 0:2

Zum Auftakt gleich im Auestadion: Das erste Spiel der A-Junioren des KSV Hessen Kassel in der Bundesliga gegen Unterhaching fand im Stadion der ersten Mannschaft statt.
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Zum Auftakt gleich im Auestadion: Das erste Spiel der A-Junioren des KSV Hessen Kassel in der Bundesliga gegen Unterhaching fand im Stadion der ersten Mannschaft statt.

Noch einmal das Trikot gerichtet, dann geht es raus auf den Platz: Wie die Stars der großen Fußball-Ligen marschieren die A-Junioren des KSV Hessen Kassel ins Stadion ein, werden dabei vom Applaus der Fans und den Worten des Stadionsprechers begleitet.

Spätestens jetzt ist allen klar: Die Bundesliga-Premiere gegen die SpVgg Unterhaching ist eine ganz besondere Partie – auch wenn sie am Ende mit 0:2 verloren wird.

Die KSV-Junioren starten gegen den Mitaufsteiger mutig in die Begegnung, von Nervosität keine Spur. Fabrizio di Giglio hat Kassels erste Riesenchance, setzt den Ball nach zwei Minuten aus kurzer Distanz an den Querbalken – hallo Bundesliga, der KSV ist da.

Seit dieser Saison kicken die Junglöwen in der höchsten deutschen Spielklasse. Alles ist eine Nummer größer: Gespielt wird im Auestadion, nicht auf dem G-Platz. Die Gegenspieler sind robuster, filigraner, handlungsschneller – ein Niveau, an das sich der KSV-Nachwuchs schnell gewöhnen muss.

Nach zwölf Minuten kommt Unterhaching das erste Mal gefährlich vor das Tor. Aaron Keller prüft KSV-Schlussmann Jonas Ferl aus abseitsverdächtiger Position. Es gibt Eckstoß – und der leitet den ersten Bundesliga-Gegentreffer der Kasseler Junioren ein: Der Ball fliegt in den Fünfmeterraum, wo Unterhachings Benedikt Bauer völlig unbedrängt zur Gästeführung einköpfen kann (13. Spielminute). „Macht nichts, weiter geht’s“ hallen aufmunternde Worte von den Akteuren auf dem Spielfeld und auf der Ersatzbank bis auf die Tribüne.

Dort sitzen vor allem die Familien und Bekannte der Spieler. Richtig eingefleischte KSV-Fans sind an diesem Sonntagvormittag allerdings nur wenige im Stadion. Doch die sorgen für Stimmung, feuern die Mannschaft immer wieder mit lauten „KSV, KSV!“-Rufen an.

„Wir sind sonst auch immer bei der ersten Mannschaft im Stadion und freuen uns über die Bundesliga. Das ist doch eine super Sache für die Stadt“, erzählen zwei Fans, die erst kurz vor Anpfiff Platz genommen haben. „Aber wahrscheinlich sind wir hier die einzigen Leute, die nicht mit irgendeinem Spieler verwandt oder befreundet sind“, sagen sie und lachen.

Die Stimmung auf der Tribüne ist gut, auch die Spieler auf dem Feld spüren die Unterstützung. Kassels Mittelfeldspieler Luca Garcia: „Hier im Stadion herrscht eine super Atmosphäre, das hat uns auf jeden Fall motiviert, immer weiter Gas zu geben.“

Und der KSV gibt Gas: Tarkan Tahiri prüft Unterhachings Torhüter Hannes Heilmair mit einem Distanzschuss (30.), den der Schlussmann nicht festhalten kann. Erst in höchster Not klärt ein Gästespieler zur Ecke.

Im zweiten Durchgang ist es erst Maximilian Agyekum, dann erneut Tahiri (67.), der den Ball nicht im Unterhaching-Tor unterbringen kann. Die A-Jugendlichen des KSV präsentieren sich auf Augenhöhe mit ihren Gäste aus Oberbayern, haben aber auch Glück, dass das Spiel lange Zeit offen ist: Kassel-Torhüter Ferl hält mehrfach stark (43., 68., 85.).

Kurz vor Schluss wirft der KSV noch einmal alles nach vorne, doch statt im gegnerischen Tor, klingelt es im eigenen: Wieder Eckball, wieder Kopfball – 0:2 (86.). Diesmal durch Deniz Haimerl. Kassels Außenspieler Agyekum: „Zwei Standardgegentore zu bekommen, das ist natürlich dumm gelaufen. Ansonsten war es ein guter Auftritt.“ Ein Auftritt, der zeigt, dass der KSV mithalten kann. (Pascal Spindler)

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