Odershäuser hat als Spieler und Trainer Spuren im Landkreis hinterlassen

„Er war ein ganz Besonderer“ - Fußballer trauern um Hardy Windhausen

Gern und gut am Ball: Hardy Windhausen im „ManU“-Trikot im August 2003.
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Gern und gut am Ball: Hardy Windhausen im „ManU“-Trikot im August 2003.

Waldecks Fußballer trauern um Hardy Windhausen. Besonders im Süden des Fußballkreises sind Schock und Bestürzung über den plötzlichen Tod des im Alter von nur 52 Jahren gestorbenen ehemaligen Spielers und Trainers groß.

Odershausen – Der Familienvater, zuhause in Odershausen, hat Spuren hinterlassen. Er besaß mit seiner körperlichen Wucht, seiner Kopfballstärke und seinem Torinstinkt früh das Zeug für höhere Fußballweihen.

Das zeigte er nach Startjahren bei der SG Bergheim/Anraff nach seinem Wechsel zum FC Korbach. Nach einem Landesliga-Jahr und zwei Spielzeiten Bezirksoberliga (heute Gruppenliga) verließ er die Kreisstadt als „herausragender Torjäger“, so stand es damals in der Zeitung, um sich der SG Bad Wildungen/Friedrichstein anschließen.

Seine Wanderjahre führten ihn 1996 zum klassenhöheren SV Allendorf/Eder, und nachdem der SVA mit dem TSV Battenberg zum FC Ederbergland fusioniert worden war, stürmte der gelernte Handelsfachwirt 1997/98 mit in die Oberliga Hessen.

Den Erfolgen als Stürmer schlossen sich nicht minder erfolgreiche Jahre als spielender Trainer an. Mit 30 Jahren übernahm er die SG Wesetal – und schrieb Vereinsgeschichte, als die Spielgemeinschaft in seinem ersten Jahr 1999/2000 mit zwei Teams Meister wurde (die „Erste“ in der A-Liga) und mit der „Dritten“ Vize.

Motivator, der andere mitreißen konnte

Seine nächste Station: die SG Mandern/Ungedanken. Und der nächste Titel. Windhausen war es, der für die „Vereinigten“ die klangvolle Abkürzung „ManU“ erfand und sie mit dem wunderbaren Vergleich von der Hummel, die gegen alle Gesetze der Schwerkraft und Aerodynamik einfach fliege, in ihrer ersten Bezirksoberliga-Saison fast philosophisch rüstete.

„Er war ein Motivator und konnte andere mitreißen“, sagt Axel Finger, der Vorsitzende des TSV Odershausen. Seinen Heimatverein bewahrte Windhausen nach seinem Weggang aus Mandern mit vor dem Aus. Vor der Serien 2004/05 habe die Frage im Raum gestanden, „ob wir den Fußball in Odershausen aufgeben“, berichtet Finger. Nicht mit Windhausen. Er habe viele im Dorf wieder zum Fußball motiviert – und wie: Am Ende des Jahres wurde die Mannschaft mit 20 Siegen aus 20 Spielen Meister ihrer B-Liga-Gruppe.

Windhausen war bis 2009 eine wichtige Größe im Trainerteam des TSV, bis 2017 spielte er. Für einen gemeinsamen Kick mit seinem Sohn Tom kehrte er noch mal aufs Feld zurück, das letzte Mal lief er am 9. Oktober für Odershausen auf (in der Reserve).

Windhausens Engagement beschränkte sich nicht auf den Fußball. Er war kreativer Kopf und Motivator der im Edertal gefeierten Karnevalsgruppe „Volles Rohr“ und ein Motor im Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft. „Er war ein ganz Besonderer“, sagt Axel Finger. (mn)

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