Nach fast fünf Monaten Pause wieder auf dem Platz

Gimter Fußballer im Einzeltraining

Gimtes Trainer Dzevad Gracic schaut zu, wie Leon Hesske einen Teil des Parcours absolviert.
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Erstes (Einzel)training nach fast fünf Monaten Pause: Gimtes Trainer Dzevad Gracic schaut zu, wie Leon Hesske einen Teil des Parcours absolviert.

Seniorenfußballer auf dem Trainingsplatz hatte es in Hann. Münden lange nicht mehr gegeben. Der Tuspo Weser Gimte hatte am Sonntag zumindest einen Teil seiner Mannschaft dazu eingeladen.

Hann. Münden – Es könnte ein hoffnungsvoller Wiederauftakt sein; ein Lebenszeichen für den Mündener Sport in Zeiten der Pandemie. Doch die Freude beim ersten Training des Tuspo Weser Gimte hielt sich am Sonntagmorgen nach monatelanger Pause in Grenzen. Schließlich stehen am Montag in Berlin die nächsten Bund-Länder-Beratungen an. Und die könnten schlechte Nachrichten bringen – nämlich eine weitere Lockdown-Ankündigung.

Die Jugendfußballer der TG Münden hatten den Anfang gemacht und ihre Spieler zu Einzeltrainingsstunden eingeladen. Männer-Kreisligist Tuspo Gimte wollte da nicht nachstehen. Schließlich müssen sich auch die Seniorenfußballer im Altkreis bemühen, ihre zur Tatenlosigkeit verurteilten Spieler bei der Stange zu halten. Der Wiedereinstieg ins Training soll zur Motivation beim Ausblick auf bessere Zeiten dienen. Jedoch vorerst nur mit einem Spieler je Trainer auf dem Platz. Mehr ist bei Senioren derzeit nicht zugelassen.

„Angesichts der aktuellen Lage finde ich ein Einzeltraining super und auch eine kreative Lösung“, sagt beispielsweise Gimtes Mittelfeldspieler Kilian Stracke. Er sowie seine Mannschaftskameraden Leon Hesske und Kevin Apel bildeten ab 11 Uhr das erste von zwei Gimter Trios, die auf dem frei zugänglichen C-Platz am Rattwerder loslegten und sich durch das Trainertrio Dzevad Gracic, Ufuk Kilinc und Taner Derebasi sichtbar aus der Puste bringen ließen. „Das ist echt anstrengend. Nach der langen Pause merkt man in den Oberschenkeln besonders die kurzen Antritte“, gibt Defensivspieler Kevin Apel zu. Auch Leon Hesske musste kräftig pumpen. Schließlich konnte das seit November auf Joggingeinheiten reduzierte Training die regulären Übungseinheiten auf dem Fußballplatz nicht ansatzweise ersetzen. Irgendwie wurde am Sonntag schnell deutlich: Die Vereine müssten auf dem Trainingsplatz praktisch bei Null beginnen, würde doch noch eine Fortsetzung der Ende Oktober unterbrochenen Saison beschlossen werden.

So richtig scheint kaum noch jemand daran zu glauben. Gimtes Dzevad Gracic gehört jedenfalls zu denjenigen, die einen Saisonabbruch als sinnvoll erachten würden. „Nur mit Jogging“, sagt Gracic, „kann man jedenfalls keine Saison fortsetzen. Da geht es um Muskelaufbau, Schnellkraft und viele andere Dinge. Und zur allgemeinen Lage sage ich, dass wir gerne über Fußball nachdenken können, wenn alles in Deutschland wieder geöffnet hat. So viel Verständnis muss man aufbringen.“ Auch die Planung für die kommende Serie gestaltet sich für Vereine wie den Tuspo, die mit den Spielern keine Verträge schließen, schwierig. Niemand könne derzeit etwas Genaues planen. Immerhin wolle der Tuspo in den kommenden beiden Wochen mit den Gesprächen beginnen. Ob es aber möglich sein wird, am nächsten Wochenende erneut mit einigen Spielern Trainingsstunden abzuhalten, steht in den Sternen. (Manuel Brandenstein)

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