Kasseler steigen trotz 1:2-Niederlage auf

Erstmals in der Verbandsliga: SV Türkgücü feiert Aufstieg

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Unter Druck: Türkgücüs Memduh Eryilmaz (links) will Ehrenbergs Julius Brehl den Ball abjagen.

Kassel – Der SV Türkgücü Kassel hat es geschafft. Trotz einer 1:2 (1:0)-Niederlage bei der SG Ehrenberg steigt der Fußball-Gruppenligist in die Verbandsliga auf – und das zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Die Kasseler bekamen dabei Schützenhilfe vom Verbandsligisten SV Neuhof. Da die Osthessen in die Hessenliga aufstiegen, gehen aus den Aufstiegsspielen zur Verbandsliga zwei Teams hoch – Ehrenberg und Türkgücü.

Die Überraschung

Die größte Überraschung gab es bereits vor dem Spiel. Beim Treffpunkt der Mannschaft tauchte plötzlich Trainer Hüseyin Üstün auf. Der Coach war eigentlich im Urlaub in der Türkei. Diesen brach er aber eine Woche vor dem geplanten Ende ab. „Ich hatte im Urlaub einfach keine Ruhe mehr. In Absprache mit meiner Frau sind wir dann am Freitag nach Hause geflogen“, sagt Üstün.

Das Spiel

Vor 2000 Zuschauern – davon 500 mitgereiste Türkgücü-Fans – brachte der junge Regisseur Naci Kara die Gäste mit 1:0 in Front (4.). Obwohl die Gastgeber nun die Kontrolle übernahmen, war die Führung zunächst nicht gefährdet. Aber innerhalb von vier Minuten drehten die Ehrenberger mit einem Doppelpack durch Andre van Leeuwen (60.) und Marius Bublitz (63.) die Partie. Die 2:1-Führung gaben die Hausherren nicht mehr aus der Hand.

Der Blick nach Neuhof

Die Zeit nach Spielschluss verbrachten beide Teams gemeinsam auf dem Spielfeld. Der Blick war nach Neuhof zum Aufstiegsspiel zur Hessenliga zwischen dem SVN und Hanau gerichtet. Neuhof reichte jedes Ergebnis außer einer 0:2-Niederlage zum Aufstieg – und damit auch für Türkgücü.

„Wir waren über den Liveticker immer auf dem Laufenden“, sagte Co-Trainer Alibrahim Semoski. Dann war Schluss in Neuhof, die Gastgeber hatten 1:0 gewonnen, und dadurch war Türkgücüs Aufstieg perfekt. Nun brachen alle Dämme. Die Kasseler feierten zusammen mit ihren Fans und den Ehrenbergern ausgelassen.

Die Heimfahrt

„Die Heimfahrt verlief zunächst recht ruhig. Es wurde das Spiel analysiert und über die Leistungen während der Saison gesprochen. Doch je näher wir Kassel gekommen sind, desto mehr kochten die Emotionen wie schon auf dem Spielfeld wieder hoch“, sagte Üstün.

Die Feier

In Kassel ging es direkt zum Klubhaus. Dort wurde die Mannschaft bereits erwartet und feierte mit den Fans. „Hundemüde, nach 41 Stunden auf den Beinen, bin ich um kurz nach 2 Uhr ins Bett gefallen“, sagt Trainer Üstün.

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