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Extra-Training gegen den Punktewucher – SC Willingen in Wabern

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Von: Gerhard Menkel

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Die Leere nach dem Abpfiff: Die Gesichter der Willinger Spieler beim 3:3 gegen Sand sprechen für sich.
Die Leere nach dem Abpfiff: Die Gesichter der Willinger Spieler beim 3:3 gegen Sand sprechen für sich. Gegen Wabern soll es wieder aufwärts gehen. © Artur Worobiow

Die Vorrunde des SC Willingen ist bisher ziemlich für die Tonne. So bleiben muss das nicht. Der Letzte der Fußball-Verbandsliga Nord hat noch drei Gelegenheiten, die Halbserie passabel abzuschließen.

Die erste wartet am Sonntag (15 Uhr) beim TSV Wabern, geografisch wie tabellarisch ein Nachbar. Für Trainer Dardan Kodra ist es das wichtigste Spiel des Herbstes. Dafür hat er diese Woche die Abwehr von Standards trainieren lassen.

Als die Upländer beim 3:3 gegen den SSV Sand wieder in der Nachspielzeit einen sicher geglaubten „Dreier“ hergaben, war der Trainer schwer bedient. „Dass wir das ein oder andere aufarbeiten mussten, ist klar“, sagt er. Und: „Es ist nicht schlimm, dass man Fehler macht. Schlimm ist es, wenn man daraus nichts lernt.“

SC Willingen: Zu viele Gegentore durch Standards

Das ist ein nicht mal dezenter Hinweis darauf, dass der SCW zu viele entscheidende Tore durch Standards kassiert. Sowohl das späte Gegentor zum 2:2 beim CSC 03 Kassel als auch die zwei Sander Treffer in den Schlussminuten entsprangen ruhenden Bällen, direkt oder indirekt. Allein diese drei „Buden“ kosteten das Schlusslicht vier Zähler. Das, sagt Kodra, „ist dann einfach zu billig“. Aus dem Spiel heraus habe seine Mannschaft nichts zugelassen, es sogar dominiert.

Permanente Umstellungen, wie sie den SCW in der Hinrunde begleiten, stehen als Entschuldigung für die Wirkungstreffer nicht zur Verfügung – zumindest die Startelf-Spieler in der Kette und der Torhüter waren in den letzten vier Partien dieselben. „Sie müssten jetzt eingespielt sein“, sagt Kodra. Dass der SCW selbst Chancen liegenließ (vom Elfmeterpunkt zum Beispiel), lässt der Übungsleiter in der Analyse nicht außer Acht, aber nur bedingt gelten: Drei Tore in einem Heimspiel müssten für den Sieg eigentlich reichen.

Trainer Kodra glaubt ans Team

Also: Standard-Training am Montag. Das sah so aus, dass immer wieder Hereingaben vors Tor geschlagen wurden, um zu üben sie sauber zu verteidigen. „Damit diese Fehler nicht mehr passieren.“ Kodra hat das Wabern-Gastspiel zu der richtungsweisenden Partie ausgerufen. Es werde zeigen, ob die Mannschaft wirklich einen Lernprozess eingeleitet habe.

Dass die Upländer das Zeug haben, die Kurve im Abstiegskampf zu kriegen, davon ist Kodra überzeugt. „Wenn wir gegen Sand an die Wand gespielt worden wären, dann hätten wir anfangen sollen, schon für die Gruppenliga zu planen.“ Aber das habe er nicht gesehen. „Was ich gesehen habe, ist eine Mannschaft, die einen guten Ball gespielt hat, die sich Torchancen erspielt und drei Tore erzielt hat.“

Aufsteiger Wabern hat offenbar aus seinen Fehlern gelernt. Es hat gedauert, aber immerhin: Nach zwei Punkten aus den ersten zehn Spielen gewann der Tabellenvorletzte seine letzten drei Begegnungen. Eine gute Mischung aus jung und alt, dazu starke Einzelkönner wie Innenverteidiger Luca Wendel oder Jan Luca Schmeer und Marius Rohde im zentralen Mittelfeld (mit ihnen spielten Kodras jüngere Brüder Valton und Valdrin in der Jugend zusammen) – so charakterisiert Kodra den Gegner. „Ich glaube, das wird eine richtig harte Nummer.“

Um am Reiherwald zu bestehen, kann Kodra wieder auf Christian Kuhnhenne zählen, der in der Partie beim CSC 03 raus musste und gegen Sand fehlte. Dafür fällt wohl Jan Theiß aus, der sich gegen den SSV möglicherweise eine Zerrung geholt hat; die endgültige Diagnose stand aber noch aus. (Gerhard Menkel)

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