Punktabzüge und Geldbußen treffen hart

Fußballklubs verfehlen Schiedsrichtersoll und werden bestraft

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Händeringend gesucht: Die Fußballvereine des Kreises tun sich weiter schwer mit der Suche nach Schiedsrichtern. Gegen die Klubs ausgesprochene Punktabzüge könnten im Kampf um den Aufstieg oder gegen den Abstieg entscheiden.

Kassel. Es ist ein bisschen wie früher in der Schule. Nur dass die blauen Briefe sogar zweimal im Jahr kamen. Nur einmal treffen hingegen die Mitteilungen über Punktabzüge und Geldstrafen im Fußball ein.

Besser macht es das nicht. Denn die Konsequenz dafür, dass Klubs die geforderte Anzahl von Schiedsrichtern nicht stellen, kommt sie teuer zu stehen. In dieser Spielzeit blieben 16 Vereine aus dem Kreis Kassel hinter der Vorgabe zurück.

Wie aber ist die Stimmungslage bei den Betroffenen? „So sind halt die Vorschriften. Obwohl wir sehr rührig waren, konnten wir sie nicht erfüllen“, müht sich Frank Dietrich, 3. Vorsitzender des VfR Süsterfeld, um Gelassenheit, obwohl der Abzug von zwei Punkten und die Strafe von 400 Euro für den Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A, Gr.2, heftig sind. „Das kann uns den Aufstieg oder die Relegationsteilnahme kosten, und die Geldstrafe entspricht fünf Monatsbeiträgen unserer Vollmitglieder. Die Suche von Unparteiischen empfindet Dietrich als Sisyphosarbeit: „Kaum hat man einen gefunden, springt er wieder ab.“

Letzteres gilt auch für die mit dem Abzug von drei Punkten bestrafte FSV Bergshausen. „Immerhin haben wir jetzt einen neuen Schiri gefunden und sprechen gerade mit einem zweiten Kandidaten“, berichtet Abteilungsleiter Alexander Krümmel. Nicht immer hingen Zusagen nur vom Spaß am Pfeifen ab: „Es kommt schon vor, dass die Leute ihre Zusage an die vermittlung eines Arbeitsplatzes knüpfen. Kleine Vereine können so etwas kaum leisten.“

Besonders schade findet Krümmel den Punktabzug, weil die FSV in der Kreisliga A, Gr. 1, eine unerwartet gute Rolle spielt und um Platz eins oder zwei mitmischen könnte.

„Es ist generell besser geworden. Vor zwei Jahren lagen die Strafen noch viel höher“, berichtet Kai Graviat. Der Kreisschiedsrichterobmann sieht sich hierdurch bestätigt. „Wir bieten den Klubs vieles an, um sie zu unterstützen“, sagt er und konkretisiert: „Jeder Verein muss einen Schiedsrichter-Beauftragten stellen. Denen erklären wir auf Sitzungen, was zu tun ist und wie sie sich am besten um ihre Schiris kümmern.“

Zu viele geben auf

Das Projekt soll aktuell bei der Suche nach Schiedsrichtern helfen, aber auch Langzeitwirkung entfalten. „Die Fluktuation ist viel zu groß. Von 16 Lehrgangsteilnehmern 2006 sind nur noch zwei aktiv“, legt Graviat den Finger in die Wunde und fügt hinzu: „Das liegt nicht immer an Veränderungen im privaten Bereich.“ Häufig sind schlechter Umgang mit den Schiris von Zuschauern und Spielern als auch von den Vereinen selbst ursächlich dafür, wenn einer seine Laufbahn beendet. Besonders im Alter zwischen 18 und 30 fehlen die Referees.

Einen Schiedsrichterbeauftragten gibt es derzeit weder in Süsterfeld noch in Bergshausen. Trotzdem hoffen beide, dass die blauen Briefe im nächsten Jahr ausbleiben.

Von Wolfgang Bauscher

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