Zwischenbilanz: Hessenligist Großenenglis setzt erfolgreich auf Talente, muss aber bald Rosek ersetzen

Aufsteiger sorgt für Furore

Oft einen Schritt schneller: Großenenglis-Abwehrspielerin Jennifer Käßner (links) ist hier vor Neu-Isenburgs Kristin Lotz am Ball. Foto: Hahn

Großenenglis. Die erste Saisonhälfte in der Frauenfußball-Hessenliga ist vorbei. Aufsteiger TuS Viktoria Großenenglis hat sich in der neuen Spielklasse etabliert und belegt mit 18 Punkten einen beachtlichen fünften Platz. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Die Hinrunde

Die Spielserie glich einer Achterbahnfahrt: Nach furiosem Start mit vier Siegen aus fünf Spielen und dem vorübergehenden Sprung an die Spitze sorgte am Hinrunden-Ende eine Serie mit vier Niederlagen in Folge für ein Abrutschen in der Tabelle. Der Knackpunkt, der zur Leistungsdelle führte, war die 1:2-Pleite in der Schlussminute beim amtierenden Hessenliga-Meister Gläserzell. „Das war für meine junge Truppe mental schwer zu verkraften“, blickt Trainer Manuel Mrosek zurück, der auch den ungünstigen Spielplan moniert. Grund: Nach Gläserzell folgten die Begegnungen gegen die Topvereine Rüsselsheim und zwei Wochen später gegen Eintracht Frankfurt. Beide gingen deutlich verloren.

Vize-Kapitänin Julia Faupel bewertet das Abenteuer in der Hessenliga jedoch positiv: „Trotz unserer Unerfahrenheit haben wir viele Partien nach frühen Rückständen drehen können. Auch nach der Niederlagen-Serie haben wir Moral bewiesen und eine tolle Hinrunde durch den zweiten Derbysieg gegen Zierenberg gekrönt.“ Dabei zeigten die Borkenerinnen wie schon beim ersten Erfolg im Nordhessen-Duell und beim 2:1-Auswärtssieg in Bornheim ihre besten Saisonleistungen. Die Überraschungen

„Ich war überzeugt, dass alle meine Schützlinge Hessenliga-Niveau haben. Ich hätte aber nicht erwartet, dass sie sich so schnell an die körperbetonte Spielweise gewöhnen“, ist Mrosek immer noch erstaunt darüber, dass besonders die aus der B-Jugend aufgerückten Spielerinnen keine Anpassungsschwierigkeiten hatten. Vor allen Dingen trifft dies auf Jana Schwaab und Sophie Trost zu. Schwaab bewies als Mittelfeldspielerin nicht nur Torgefahr (vier Treffer), sondern überzeugte auch mit ihrer Passsicherheit. Top-Angreiferin Trost zeigte Qualitäten im Torabschluss. Ihre Quote: fünf Treffer in sechs Spielen. Die anderen ehemaligen B-Juniorinnen Nina Dietrich, Lea Unzicker und Luisa Winter gehörten ebenso überwiegend zum Stammpersonal.

Die Pause

Bis zum 7. Januar ist Winterpause. In der Zwischenzeit wird auf freiwilliger Basis Hallentraining angeboten. Im neuen Jahr sollen die konditionellen Voraussetzungen in sieben Laufeinheiten gelegt werden, bevor das Balltraining wieder aufgenommen wird. Darüber hinaus nimmt der TuS an einigen Hallenturnieren teil. Mit dem Ziel, die letztjährige Futsal-Hessenmeisterschaft zu wiederholen.

Die Planungen

Spielgestalterin Justine Rosek wird sich nach der Saison zurückziehen und nur noch in der Reserve auflaufen. Für Faupel ein herber Verlust: „Tina ist unsere überragende Einzelspielerin, die einfach nicht zu ersetzen sein wird.“ Mrosek möchte die Verantwortung in Zukunft auf mehrere Schultern verteilen. Als Alternative für Roseks Position wurde bereits Carina Jäger getestet. Außerdem bemüht sich die Viktoria, drei B-Juniorinnen, die aus der eigenen Jugendarbeit entstammen, von Hessen Kassel zurückzuholen.

Von Fabian Seck

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