Viktoria Großenenglis-Coach Mrosek: „Hessenliga ist das Optimum“

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Auf und davon: Johanna Pospich vom Verbandsligisten TuS Viktoria Großenenglis zeigt hier mehr Willen als Aline Diehl vom KSV Hessen Kassel.

Grossenenglis. Am Samstag (17 Uhr) steht das Spitzenspiel in der Frauenfußball-Verbandsliga an. Wir sprachen im Vorfeld mit Trainer Manuel Mrosek über die Partie und seine Rolle.

Der TuS Viktoria Großenenglis hat bislang jedes Saisonspiel gewonnen. Auch das Hinspiel gegen Spitzenreiter Lollar (haben schon mehr Spiele absolviert) gewann die Mannschaft von Trainer Manuel Mrosek 6:1.

Herr Mrosek, fällt am Samstag eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen?

Manuel Mrosek: Nein, das denke ich nicht. Theoretisch reicht uns ja ein Punkt durch unsere ganzen Nachholspiele. Aber meine Mannschaft kann gar nicht auf ein Remis spielen.

Ihre Mannschaft hat bislang jedes Spiel gewonnen. Was kann sie noch aufhalten?

Mrosek: Nur wir selbst und zwar dann, wenn wir zu leichtsinnig werden. Immerhin haben wir nicht die Probleme aus dem Vorjahr.

Was meinen Sie?

Mrosek: Da standen viele meiner Spielerinnen in den Abiturvorbereitungen. Jetzt sind wir alle voll konzentriert auf die Meisterschaft.

Sie müssen auf einem Kunstrasenplatz spielen. Kommt Ihre Mannschaft damit klar?

Mrosek: Das ist sogar ein Riesenvorteil, denn wir haben die technisch beste Mannschaft der Liga. Ein Kunstrasenplatz liegt meinem Team mehr als ein normaler Rasenplatz.

Ihre Mannschaft ist ausgeglichen besetzt. Eine Starspielerin fehlt. Fluch oder Segen für Sie?

Mrosek: Segen. Unsere Ausgeglichenheit ist ja unsere große Stärke. Das haben wir beim Spiel gegen Landau gesehen. Die Einwechslung von zwei B-Jugendlichen hat die Qualität noch einmal angehoben.

Sie trainieren jetzt im dritten Jahr ihre Mannschaft. Wie treten Sie da Abnutzungserscheinungen entgegen?

Mrosek: Als Trainer musst du dich jedes Jahr neu erfinden. Ich weiß aber, woher die Abnutzungserscheinungen herkommen.

Woher denn?

Mrosek: Zum einen, wenn der Trainer zu sehr Kumpel ist. Ich trenne das strikt. Ich trinke mit meinem Team kein Bier in der Kneipe und ich habe auch kein Verhältnis mit einer Spielerin. Letzteres ist für mich der Hauptgrund dafür, warum so viele Trainer im Frauenfußball- oder Handball scheitern.

Die Hessenliga scheint ein realistisches Ziel. Muss sich dafür auch etwas im Umfeld ändern?

Mrosek: Das Umfeld in Großenenglis ist super. Das Problem ist die Finanzierung. Die Hessenliga würde zum Beispiel Fahrtkosten von 5000 Euro bedeuten. In der Verbandsliga sind es etwa 1000 Euro. Wir suchen also noch Sponsoren. Aber klar ist auch, dass die Hessenliga das Optimum für einen Verein wie Großenenglis ist. Wenn wir den Aufstieg schaffen, werden wir auch dort eine gute Rolle spielen. Davon bin ich überzeugt.

Wird sich der Trainingsaufwand erhöhen?

Mrosek: Nein, wir werden auch eine Liga höher zweimal die Woche trainieren. Es bringt ja nichts, vier Trainingseinheiten anzusetzen und jedesmal fehlen drei, vier Spielerinnen. Wichtig ist etwas ganz anderes.

Was denn?

Mrosek: Ich lege ganz großen Wert auf die Vorbereitung im Sommer und im Winter. Die Mädels bekommen von mir alle Laufpläne und mit der App Runtastic kann ich das auch jederzeit überprüfen. Das ist schon ganz praktisch.

Ist die Akzeptanz vom Frauenfußball in Großenenglis durch den Erfolg größer geworden?

Mrosek: Wir haben immer so zwischen 50 und 100 Zuschauer. Aber es werden mehr. Mittlerweile kommen öfter mal einige A-Jugendliche von anderen Vereinen. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob die sich das Spiel angucken oder eher an den Mädels interessiert sind. (lacht)

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