„Wir haben hier langfristige Ziele“

Abgehoben: Die 15-jährige Jana Diehl, Kapitänin der Melsunger B-Jugend, beim Training.

melsungen. Es ist eng in der Sporthalle der Melsunger Geschwister-Scholl-Schule. An die 40 Mädchen aus verschiedenen Jahrgängen teilen sich die Halle. Fußball ist angesagt für die 8- bis 15-Jährigen, die im Winter immer mittwochs auf engstem Raum an ihren Dribbelkünsten feilen. Im Sommer wird zweimal in der Woche trainiert, aber während des Winters ist das Training beim TSV Obermelsungen wegen der knappen Hallenzeiten eingeschränkt. Ein Überblick. Wie alles begann

Der Mädchenfußball in Melsungen hat bereits eine lange Tradition. Seit 20 Jahren kickt der weibliche Nachwuchs inzwischen beim TSV. „Nach der Gründung der Frauenfußballabteilung im Jahr 1990, sollte mit der Mädchenabteilung ein Unterbau geschaffen werden“, erinnert sich Andreas Bühn an die Anfangszeit zurück. Der zweite Vorsitzende ist zwar erst 40 Jahre alt, aber schon seit 19 Jahren mit im Boot. 1998 ist Bühn als Mädchentrainer eingestiegen. „In dieser Zeit haben wir mit einer B-Jugend begonnen. Elf Mädchen waren 1996 bei uns aktiv.“ Der Ist-Zustand

Seitdem hat sich viel verändert. Zwar wird im Moment in der Sporthalle der Melsunger Geschwister-Scholl-Schule nur einmal in der Woche trainiert aber das mit viel Elan. „Tore im Spiel sind schon schön, aber auch das Training macht einfach Spaß“, meinen die D- und E-Jugendlichen Elena Kühlborn und Lisa Bussiek. C-Jugend-Trainerin Lena Otto sieht das genauso: „Natürlich wollen wir auch sportlich etwas erreichen, aber in diesem Alter ist der Spaß am Sport wichtig, um die Kinder langfristig zu binden.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sind neben Otto beim TSV Obermelsungen noch Vanessa Hübel, Jörg Kühlborn, Ulf Neubauer, Tobias Hinz, Jens Peters, Kristina Gerhard und Andreas Bühn im Jugendbereich aktiv. Die Perspektive

Aktuell recht spannend ist es in der B-Jugend. „Im Moment bereiten wir uns auf die Teilnahme am Regionalpokal im Januar vor“, sagt Trainerin Vanessa Hübel. Dafür müsse man sich gerade in der Halle blind verstehen, ergänzt Kapitänin Jana Diehl: „Jeder kennt seinen Laufweg, und es macht Spaß, als Team gegen andere Mannschaften bestehen zu können.“

Die 15-Jährige kann sich gut vorstellen, weiter in Melsungen Fußball zu spielen, da mit einer Frauenmannschaft auch eine Perspektive gegeben sei. Genauso sieht das auch Mannschaftskameradin Maria Riemann, die seit ihrem sechsten Lebensjahr in Melsungen Fußball spielt. „Teamsport gefällt mir richtig gut, und in Melsungen habe ich mit der ersten Frauenmannschaft auch eine Perspektive“, sagt die 16-Jährige.

Nachwuchsspielerinnenwie Diehl oder der Co-Kapitänin Maria Riemann eine Perspektive bieten zu können, ist beim TSV Obermelsungen eines der zentralen Anliegen des Trainerstabes, deren Mitglieder die Übungen rund um Passspiel, Dribbling und Torschuss vorbereiten. Trainern wie Ulf Neubauerist es dabei auch wichtig, den Jugendlichen in der direkten Umgebung von Melsungen Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen: „Wir haben hier langfristige Ziele und wollen die Durchlässigkeit zwischen den Gruppen aufrechterhalten“, sagt der 41-jährige Neubauer.

Infos auch unter www.tsv-obermelsungen.de

Von Martin Scholz

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