Zierenberger Aus im Pokal

Klare Richtung: Im Hessenpokal-Halbfinale in Neu-Isenburg musste Zierenbergs Torwartin Sabrina zwei Mal hinter sich greifen. In der Hessenöiga-Heimpartie gegen Anraff will sie aber ihren Kasten sauber halten. Foto: Michl

Nach einer 1:0-Führung verloren die TSV-Fußballerinnen das Halbfinale im Hessenpokal mit 1:2

Zierenberg. Der Traum vom Einzug in das Endspiel des Frauenfußball-Hessenpokals zerplatzte für den TSV Zierenberg am Himmelfahrtstag wie eine Seifenblase. Der Hessenligist aus dem Warmetal, der von Frank Waldherr gecoacht wurde, Adam Kostorz hatte als Trainer das Handtuch geworfen, musste sich im Halbfinale beim Süd-Verbandsligazweiten TSG Neu-Isenburg mit 1:2 (1:1) geschlagen geben.

Natürlich waren Frank Waldherr und Betreuerin Diana Leck enttäuscht, wobei Waldherr das Pokal-Aus als unnötigt bezeichnete. Der Interimscoach: „Für uns war entschieden mehr drin.“

Insgesamt blieb das Spiel auf den für Zierenberg ungewohnten Kunstrasen spieltechnisch hinter den Erwartungen zurück. Zwar bekamen die Zuschauer von beiden Teams in einer über weite Strecken zerfahrenen Partie jede Menge Torschussversuche geboten, doch so richtig geprüft wurden hüben wie drüben die beiden Torfrauen eigentlich nie so richtig. Gegen den jeweils kassierten Treffer waren sie machtlos.

TSV-Führung

Den ersten Torjubel stimmten die Zierenbergerinnen an, Ann-Kathrin Kell (16.) hatte getroffen. Durch Daniela Stroh (27.) mussten sie aber den Gleichstand schlucken.

Was wäre gewesen, wenn? Wenn nämlich direkt nach dem Seitenwechsel Katharina Zech (46.) keine Nerven gezeigt hätte. Mutterseelenallein stand sie vor der Platzherren-Torfrau, hätte sich jeden Winkel des Kastens aussuchen könnern, hatte jedoch die Rechnung ohne ihre Gegenüber gemacht. Die pflückte nämlich Kopf und Kragen riskierend Kell den Ball vom Stollenschuh.

Wie man eine Chance blitzschnell, cool und abgezockt verwertet, bekamen die Zierenbergerinnen kurz danach demonstriert. Nach einem völlig unnötigen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung bestrafte erneut Daniela Stroh (51.) diesen Lapsus. Zierenberg versuchte zwar mit der Alles-oder-Nichts-Taktik das Blatt noch zu wenden, jedoch erfolglos.

Ein Sieg ist Pflicht

Fußball ist ja bekanntlich manchmal eine Wundertüte voller Überraschungen, man weiß im Voraus nicht, was in ihre steckt. Doch es wäre schon sehr überraschend, würde sich im Nordhessenderby der Frauenfußball-Hessenliga der TSV Zierenberg am Samstag, 18 Uhr, vor heimischer Kulisse vom SV Anraff die Butter vom Brot nehmen lassen. Die Warmetalerinnen sind zwar auch noch nicht ganz aus dem Schneider, haben aber zur direkt hinter ihnen beginnenden Abstiegszone noch ein Sieben-Punkte-Polster. Für den Gegner aus dem Edertal, wo die Zierenbergerinner im Hinspiel durch die Treffer von Katharina Zech und Ann-Kathrin Kell mit 2:1 die Nase vorne behielten, ist das Kapitel Hessenliga dagegen bereits abgehakt. Die Gäste von Coach Alexander Baldauf reisen nicht nur mit der roten Laterne an, sind Tabellenletzter, sondern ihr Abstiegs in die Gruppenliga ist definitiv festgeklopft.

Trotzdem dürfen die Warmetalerinnen nicht schon vor dem Anpfiff ihre Schäfchen im Trockenen wähnen. Denn Anraff hat ja nichts mehr zu verlieren, kann frisch von der Leber weg zu Werke gehen. Und die Edertaler haben mit Annemarie Alff (8) und Lisa Fritze (6) zwei unberechenbare Vollstreckerinnen. Hinzu kommt noch, dass den Zierenbergerinnen sicherlich noch das Hessenpokal-Halbfinale in Neu-Isenburg am Himmelfahrstag in den Beinen stecken wird. (zih)

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