Frauen-Fußball: Für Oberliga-Meister Sparta Göttingen ist die Regionalliga kein Thema

Erster, Finale – aber kein Aufstieg

Bleiben in der Oberliga: Meister Sparta Göttingen um Ramona Reichpietsch (re), die sich in dieser Szene gegen Lisa Wedekamp von Rot-Weiß Göttingen durchsetzt. Foto: Jelinek

Göttingen. Mit acht Punkten Vorsprung (52) vor Nachbar RW Göttingen (44) Meister der Oberliga Ost geworden, 71:21 Tore in 22 Spielen, 17 Siege geholt, nur viermal verloren – die Bilanz der Fußball-Frauen von Sparta Göttingen liest sich beeindruckend. Die Mannschaft von Trainer Norbert Meyer (51) ist sportlich am Ziel ihrer Saisonwünsche angelangt, zumal sie am kommenden Sonntag (15.10 Uhr) auch noch im Endspiel um den Regionalliga-Aufstieg gegen den TV Jahn Delmenhorst in Barsinghausen steht. Doch mit dem Aufstieg wird es nichts werden! Das hat Sparta für sich schon entschieden. Der Klub stößt an seine Grenzen.

„Die Fahrten sind in der Regionalliga einfach zu extrem“, sagt Meyer, der bei Bosch in der Qualitätsprüfung tätig ist. Andervenne, ein möglicher Gegner in der 3. Liga, liegt an der holländischen Grenze. Mindestens vier Stunden Busfahrt! Zu viel für das Sparta-Team, in dem mit Sarah Wohltmann eine Ärztin und mit Ramona Reichpietsch, Juliane Jühne und Franziska Papen drei Lehrer-Referendarinnen stehen. „So eine Harakiri-Aktion mache ich nicht“, sagt Meyer, der schon 30 Jahre im Frauenfußball dabei ist. Reichpietsch ist derzeit in Celle tätig, ist in der zu Ende gegangenen Saison 300 Kilometer für ein Spiel unterwegs gewesen.

Auch der Sparta-Kader ist mit nur gut 15 Spielerinnen zu klein. Vor der Saison hörte Inga Grosse auf und „meine einzige Verteidigerin war schwanger“, erinnert sich Meyer. Und im vergangenen November meldete sich eine Spielerin mit einem Kreuzbandriss ab. So stellte er angesichts mangelnder Abwehrkräfte um auf das Uraltsystem mit Libera und zwei „Manndeckerinnen.“ Meyer: „Wir sind ohne Abwehr Meister geworden!“ Offensivspielerinnen hat er dagegen „ohne Ende“. Zum Beispiel auch Jennifer Rust, der 22 Treffer gelangen.

Am Sonntag soll ein Sieg her

Zwar hatte Sparta, das als Zulassungskriterium für die 3. Liga auch keine B-Mädchenmannschaft auf Bezirksebene stellen könnte, zunächst für die Regionalliga gemeldet, doch alsbald zog man wieder zurück. „Ich persönlich hatte von Anfang an gesagt, dass ich das nicht mitmache“, erzählt Trainer Meyer, der seinen Spielerinnen die 3. Liga fußballerisch durchaus zutraut.

Am Sonntag wollen wir aber auf alle Fälle gewinnen“, stellt Coach Meyer klar. Delmenhorst holte sich in der Oberliga West den Titel und kämpft gegen die Göttingerinnen um Titel und Aufstieg. Verärgert ist Meyer wegen der Anstoßzeit. „Viel zu spät“, murrt er. Falls es Verlängerung und sogar Elfmeterschießen geben sollte, käme man nach Siegerehrung und Bankett erst Sonntagabend um etwa 23 Uhr nach Hause. Meyer: „Dann ist doch keiner mehr da, mit dem wir feiern könnten, falls wir gewinnen sollten!“ (gsd)

Von Helmut Anschütz

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.