Frauenfußball: Die 16-Jährige will den Sprung zu den Profis schaffen

Ece Köse aus Northeim spielt für Hannover 96 in der Bundesliga

Ece Köse im Trikot von Hannover 96 im Gustav-Wegner-Stadion in ihrer Heimatstadt Northeim.
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Im Gustav-Wegner-Stadion beim FC Eintracht Northeim begann die Fußball-Laufbahn von Ece Köse. Mittlerweile kickt die 16-Jährige in der Landeshauptstadt für Hannover 96.

Vor zwei Jahren hat die 16-jährige Ece Köse den FC Eintracht Northeim in Richtung Hannover 96 verlassen. Ihr Ziel: Sie will Profi-Fußballerin werden.

Sie haben vor zehn Jahren in der F-Jugend mit dem Fußball angefangen. Wissen Sie noch, wo Sie das erste Tor geschossen haben?

Ece Köse: Oha. Das ist schon lange her. Aber nein, auf Anhieb kann ich das jetzt nicht mehr sagen.

Ihre damalige Trainerin Christel Hilgendag kann nachhelfen. Es war auf dem Sportplatz in Dassensen.

Köse: Ja, stimmt. Jetzt erinnere ich mich. Mein Opa war damals das erste Mal bei einem Spiel von mir dabei. Er hat mir vorher versprochen, dass ich eine Belohnung kriege, wenn ich ein Tor schieße. Die wollte ich dann natürlich unbedingt haben.

Seitdem ist eine Menge passiert. Wie sind Sie beim Fußball gelandet?

Köse: Ich komme aus einer fußballverrückten Familie. Mein Bruder hat auch immer gespielt. Und weil er ein Vorbild für mich ist, war logisch, dass ich auch mit dem Fußballspielen angefangen habe.

Und das haben sie dann acht Jahre bei Eintracht Northeim getan.

Köse: Genau. Ich habe mich da auch immer wohl gefühlt und bin toll ausgebildet worden. Das hat richtig Spaß gemacht. Aber vor zwei Jahren habe ich eine neue Herausforderung gesucht.

...und haben den Schritt zu Hannover 96 gewagt.

Köse: Ja. Dort wird sehr moderner Fußball gespielt. Hannover hat mir tolle Möglichkeiten geboten. Ich habe es bisher auf jeden Fall nicht bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben.

Und wie haben Ihre Eltern es aufgenommen, als Sie von Ihrem Wechselwunsch erzählt haben? Die waren doch vermutlich nicht sofort total begeistert.

Köse: Nein, die waren erstmal natürlich sehr skeptisch. Das kann ich auch verstehen. Hannover ist ja nun doch ein gutes Stück von Northeim entfernt. Mein Bruder hat mich aber total unterstützt. Zusammen haben wir meine Eltern schließlich überzeugt.

Das hat sich gelohnt. Mittlerweile sind sie bei 96 zur Stammspielerin geworden. Um das zu schaffen, muss man doch sicher viel Zeit und Ehrgeiz investieren.

Köse: Auf jeden Fall. Vor Corona war ich eigentlich jeden Tag von 7 bis 23 Uhr unterwegs. Das ist schon ziemlich stressig.

Wie sieht denn so ein normaler Tagesablauf bei Ihnen aus?

Köse: Los geht’s morgens um 7 Uhr. Nach der Schule muss ich sofort an die Hausausgaben, weil ich um 17.20 Uhr mit dem Zug nach Hannover fahre. Wir trainieren jeden Tag zwei Stunden. Danach muss ich mich ganz schön beeilen, um rechtzeitig am Bahnhof zu sein. Zuhause bin ich dann wieder um 23 Uhr. Die Zeit im Zug nutze ich, um für Klausuren zu lernen oder noch Hausaufgaben zu erledigen.

Also volles Programm von Montag bis Freitag und am Wochenende kommen die Punktspiele dazu. Viel Freizeit bleibt da nicht.

Köse: Stimmt. Den einen freien Tag pro Woche brauche ich dann auch wirklich zum Erholen.

Was hat sich durch Corona im Alltag geändert?

Köse: Wir haben von unseren Trainern Pläne bekommen und halten uns individuell fit. Ich gehe vier Mal die Woche laufen. Zusätzlich gibt es zwei wöchentliche Online-Einheiten, bei denen Kraftübungen und so etwas gemacht werden. Aber ich vermisse das Fußballspielen schon sehr.

Jetzt sind Sie als 16-Jährige ja bereits in Ihrer letzten Saison bei den Juniorinnen. Wie geht es danach weiter?

Köse: Das steht noch nicht fest. Bei uns gibt es keine U19-Mannschaften. Deshalb wechsele ich im Sommer zu den Frauen. Das ist ein großer Schritt. Ich plane aktuell auf jeden Fall, bei Hannover 96 zu bleiben. Da wird es aber noch Gespräche mit dem Trainerteam geben. Danach weiß ich genauer, wie es weitergeht. Aktuell hoffe ich, dass die Saison bald fortgesetzt werden kann. Wir sind nur Vorletzter, wollen aber natürlich auf jeden Fall den Abstieg aus der Bundesliga verhindern.

Und in ein paar Jahren sehen wir Sie dann in der Frauen-Bundesliga?

Köse: Das wäre super. Mein großer Traum ist es natürlich, Profi zu werden. Mal sehen, ob das klappt. Aber nichts ist unmöglich. Ich werde alles dafür geben. Ich opfere viel Freizeit, aber ich weiß auch, wofür ich das alles mache. (Marco Washausen)

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