Keine Tore im Gruppenliga-Derby

Frauenfußball: Drei Treffer der SG Landau in sieben Minuten

Zweikampf um den Ball zwischen zwei Spielerinnen; eine dritte beobachtet.
+
Wer kriegt die Fußspitze zuerst dran? Pia Tilenius vom VfR Volkmarsen (links) und Flechtdorfs Louisa Fingerhut wollen nur eines: den Ball. Rechts Miriam Fischer.

Auch ihr drittes Derby der Saison hat die SG Landau/Wolfhagen für sich entschieden. Der SV Anraff musste sich nach drei schnellen Gegentoren nach der Pause am Samstag mit 1:4 beugen.

Korbach - Der TSV Korbach kratzte an der weißen Weste von Spitzenreiter Jahn Calden, musste sich aber mit 1:2 beugen. Keine Treffer fielen im Kreisvergleich der Gruppenliga zwischen dem VfR Volkmarsen und dem TSV Flechtdorf.

Verbandsliga Nord

Landau/Wolfhagen – Anraff 4:1 (1:0). In einer ereignisarmen ersten Hälfte hatten beide Mannschaften wenige Aktionen im Strafraum. „Fahrig und mit geringem Niveau auf beiden Seiten“, urteilte SG-Trainer Hagen Marquardt treffend über die ersten 45 Minuten. Leichte Vorteile besaß Anraff. Marie Wiesemann scheiterte nach langem Ball an SG-Keeperin Aylin Öner (10.).

Die Führung gelang der SG, obwohl sie dafür keine Torchance herausspielen musste. SVA-Torhüerin Leonie Neuhaus wollte klären, schoss jedoch Sarah Schütz an. Der Ball prallte von dieser ab und rollte an der Keeperin vorbei. Die SG-Torjägerin setzte nach und schob zum 1:0 ein (20.).

Die Gäste wurden nach dem Rückstand stärker, belohnten sich aber nicht für die gute erste Halbzeit, da die letzte Aktion oft zu ungenau war. Die größte Chance zum 1:1 besaß Lena Fischers, ihr Schuss ging über das Tor (45.). So musste Anraffs Coach Stefan Bischof den Konjunktiv bemühen: „Wir hätten 3:0 führen können.“

Auch nach dem Wechsel hatten die Edertalerinnen die erste Chance, Aylin Öner parierte Milena Michels Schuss aus 16 Metern (56.). Danach übernahm Landau/Wolfhagen die Kontrolle und stellte mit drei Toren innerhalb von sieben Minuten auf „Dreier“.

Sarah Schütz nahm nach Vorarbeit von Anna Schäfer die Einladung der Gästeabwehr an, die den Ball vertändelt hatte (57.). Schäfer erhöhte mit einem herrlichen Schlenzer ins lange Eck (63.). Und nach 64 Minuten machte Schütz den Deckel drauf. Sie gewann nach starkem Pass von Hanna Rode das Laufduell gegen Kora Haupt, umkurvte Torfrau Neuhaus und schob entspannt ein.

Nach diesen Schock-Minuten wirkten die Anrafferinnen unsicher, während sich die Heimelf zufrieden gab mit dem Ergebnis. So blieb SVA-Coach Bischof nur, die kämpferische Leistung seiner Elf zu loben, die sich nicht aufgab und noch zum verdienten Ehrentreffer durch Marie Wiesemann kam. Sie zog nach langem Ball an Aylin Öner vorbei und schob ein (85.).

„Alle Spielerinnen haben sich zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das ist es, was zählt. Mit 16 Punkten nach sieben Partien sind wir mehr als im Soll“, sagte SG-Coach Marquardt, dem fünf Stammspielerinnen gefehlt hatten.

Jahn Calden II – Korbach 2:1 (2:0). Die Kreisstädterinnen boten dem Ligaprimus lange Paroli, ein Punkt wäre für den Außenseiter möglich gewesen. „Eine tolle Leistung von uns“, freute sich Trainer Lutz Forth hinterher und betonte: „Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir einen Punkt verdient gehabt.“

Die Anfangsphase dominierte zunächst aber der hohe Favorit aus Calden: Viviane Munsch per Abpraller (5.) und Franziska Koch mit einer feinen Einzelleistung (10.) brachten den gastgebenden TSV Jahn früh in Führung.

Im zweiten Spielabschnitt spielte dann fast nur noch Korbach, Franziska Koch vergab die einzige Möglichkeit für Calden nach der Pause (75.). Den Anschluss für Korbach besorgte Ronja Buse 13 Minuten vor Spielende. „Leider war dann nicht mehr drin“, sagte Forth.

Gruppenliga

Volkmarsen – Flechtdorf 0:0. Ein am Ende gerechtes Remis. Die Zuschauer sahen nur wenig zwingende Chancen. Flechtdorf hatte mehr Ballbesitz, der VfR die etwas besseren Gelegenheiten. Bereits in der 1. Minute bugsierte VfR-Stürmerin Alina Heinemann den Ball über die Torlinie, aber einen Treffer gab der Schiedsrichter nicht, weil der Ball zuvor im Aus gewesen war. Danach spielte sich das Geschehen weitgehend im Mittelfeld ab.

Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Flechtdorf mit mehr Ballbesitz, Volkmarsen mit der besten Chancen: Erneut Heinemann lief kurz vor Schluss alleine auf das Tor der Gastgeberinnen zu und verfehlte ihr Ziel knapp (89.). „Ein verdienter Punktgewinn für uns. Das war eine sehr geschlossene Leistung meiner Mannschaft“, sagte VfR-Coach Martin Funke.

Anders war dagegen die Stimmung bei Michael Kahl. „Wir hätten auch noch sieben Stunden weiter spielen können und hätten trotzdem kein Tor geschossen“, sagte Flechtdorfs Trainer: „Unsere Achterbahnfahrt in dieser Saison geht weiter.“ (Justin Kolligs und Raphael Menkel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.