Regionalliga Nord abgebrochen

Frederik Trümner muss sich als Jungprofi bei Hannover 96 gedulden

Viel Spaß beim Training mit Hannover 96 II: (hinten von links) Moritz Dittmann, Thomas Kuballa, Emeka Oduah, Louis Gürsoy, Alexander Unterreiner, Grace Bokake, (vorne von links) Frederik Trümner und Simon Stehle.
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Viel Spaß beim Training mit Hannover 96 II: (hinten von links) Moritz Dittmann, Thomas Kuballa, Emeka Oduah, Louis Gürsoy, Alexander Unterreiner, Grace Bokake, (vorne von links) Frederik Trümner und Simon Stehle.

Seinen Start im Profifußball hat sich Frederik Trümner anders vorgestellt. Nur 37 Minuten in der Regionalliga Nord – das ist die Zwischenbilanz des 19-jährigen Neukircheners, der seit 2017 für Hannover 96 Fußball spielt.

Neukirchen/Hannover – Schuld an der geringen Einsatzzeit ist vor allem eine langwierige Muskelverletzung im Oberschenkel, die Trümner im letzten Jahr in der U 19-Bundesliga erlitt. Besonders bitter: Als sich der flexible Kicker nach einer neunmonatigen Zwangspause durch Kurzeinsätze für das 96-Reserveteam gegen Oberneuland, Oldenburg und Havelse gerade an das höhere Leistungsniveau in der Regionalliga gewöhnte, bremste die pandemiebedingte Saisonunterbrechung der Nord-Staffel seine Weiterentwicklung erneut aus. Seit sechs Monaten kam keine Spielminute hinzu.

Trümner sieht’s dennoch positiv: „Jetzt trainiere ich endlich wieder ohne Probleme über mehrere Wochen intensiv mit der Mannschaft. Das empfinde ich als Privileg, weil andere Vereine keine Trainingserlaubnis haben.“ Der ehemalige Junioren-Bundesliga-Spieler würde am liebsten sofort in den Spielbetrieb zurückkehren.

Immerhin Testspiele finden statt

Doch dieses Unterfangen muss der Mittelfeldakteur verschieben: Nachdem sich eine Mehrheit der Vereine für einen Saisonabbruch ausgesprochen hatte, beschloss der Norddeutsche Fußball-Verband nun offiziell, die Spielzeit zu annullieren. Allerdings ist noch zu klären, wer das Aufstiegsrecht wahrnehmen darf.

Wenigstens dürfen wieder Testspiele stattfinden. Eine willkommene Abwechslung für die entwicklungsfähige Mannschaft, die ihr großes Potenzial als Tabellenfünfter in der zweigeteilten Liga nur gelegentlich aufblitzen ließ. Das möchte Trümner in der neuen Saison als Stammkraft ändern. Laufstarker Sechser, Achter oder Rechtsverteidiger – auf drei Positionen richtet er ein Bewerbungsschreiben an Christoph Dabrowski. Der 273-fache Bundesliga-Spieler (Hannover, Bochum, Bielefeld und Bremen) ist seit 2018 Trainer von Hannover II. Und der Ex-Profi verteilte an den Antreiber im Training zuletzt reichlich Lob.

Tipps vom Deutschen Meister Schulz

Doch nicht nur von Dabrowskis Erfahrung kann der Schwälmer profitieren. Vom 34-jährigen Kapitän Martin Wagner (46 Spiele für Hessen Kassel zwischen 2005 und 2007) und vom 38-jährigen Christian Schulz, der mit Bremen 2004 Deutscher Meister wurde und Nationalspieler war, schaut sich Trümner ab, wie er in Drucksituationen die Ruhe und Übersicht behält. Bei den Belastungseinheiten gehört der aus der Jugend des SC Neukirchen stammende Jungprofi bereits regelmäßig zu den Besten.

„Freddys“ nahe fußballerische Zukunft ist derweil geklärt: Der Spieler mit der Rückennummer 14 hat noch ein Jahr Vertrag und wird diesen in Hannover erfüllen. „Ich möchte noch weiter nach oben kommen, vielleicht sogar mal bei der ersten Mannschaft anklopfen“, erklärt Trümner. Seine Mitspieler Mick Gudra, Moussa Doumbouya und Simon Stehle haben es ihm vorgemacht. Doch erst einmal sollen zu den 37 Spielminuten in der Regionalliga Nord weitere hinzukommen. (Fabian Seck)

Zur Person:

Frederik Trümner (19) ist in Neukirchen aufgewachsen und hat beim SC Neukirchen das Fußballspielen gelernt. Über JSG Willingshausen, JFV Alsfeld/Bechtelsberg, KSV Baunatal und KSV Hessen Kassel zog es ihn 2017 ins Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96, wo er in der U 17 und U 19 Bundesliga spielte und 2020 in die Regionalliga-Mannschaft aufrückte. Trümner hat in Hannover das Abitur abgelegt und ist privat in festen Händen. 

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