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Sieben auf einen Streich: Dennis Burim vom SV Ittertal und sein Sahnetag

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Von: Dirk Schäfer

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Dennis Burim vom SV Ittertal (vorn) gegen Christoph Maurer (SG Neukirchen).
Weiß sich durchzusetzen: Dennis Burim vom SV Ittertal (vorn), hier in einer Partie der vergangenen Saison gegen Christoph Maurer (SG Neukirchen). © Artur Worobiow

Wer schafft das schon, sieben Tore in einem Fußballspiel zu erzielen. Dennis Burim hat das hingekriegt. Das ist aber nicht alles. Der Stürmer vom SV Ittertal ist unser „Kopf der Woche“.

Dorfitter - Die Familie mit dem einjährigen Sohn, die Schichtarbeit: Eigentlich wollte Dennis Burim nach dem Auswärtsspiel in Altwildungen an diesem 2. Oktober gleich nach Hause. Daraus wurde nichts. „Es wurde ein teurer Abend“, schmunzelt Burim. Seine Mannschaftskameraden hatten ihn nicht einfach so gehen lassen. Nicht nach diesem Spiel. Seinem Spiel.

7:4 gewann der SV Ittertal in der Fußball-Kreisliga A bei der SG Bad Wildungen/Friedrichstein II, die zur Pause 3:2 geführt hatte. Als wäre ein Spiel mit elf Toren nicht schon selten genug, fügte Dennis Burim ein für die Liga und seine Karriere wohl einmaliges Ereignis hinzu: Er erzielte sieben Tore. Alle sieben Tore des SVI.

Ein Haufen Tore ist dem 25-Jährigen vorige Saison sogar schon mal gelungen. Ein Sechserpack. Aber beim historischen 20:0 gegen die zweite Mannschaft von Blau-Gelb Korbach fiel das damals nicht so ins Gewicht. Anders als bei der One-Man-Show in Wildungen. „Erst mal sah es nicht nach so vielen Toren und auch nicht nach einem Sieg für uns aus“, erzählt Burim von der Partie gegen den aus seiner Sicht spielerisch bisher stärksten Gegner dieser Saison.

Schon nach sieben Spielminuten hat Dennis Burim zweimal getroffen

Schon nach sieben Minuten hatte Ittertals Knipser zweimal getroffen, die Wildunger zwischendurch ausgeglichen. „Es war schon anfangs kein schlechter Tag für mich. Als dann der Lupfer über den Torwart aus 20 Metern zum 4:3 rein ging, dachte ich: Heute klappt aber auch alles“, blickt der Multi-Torschütze zurück, der dem KOL-Absteiger mit fünf Treffern zwischen der 57. und 73. Minute den Zahn zog und die Ittertaler an die Tabellenspitze schoss.

Zehn Treffer stehen – die Begegnung am Freitagabend nicht eingerechnet – für den Stürmer zu Buche, der seit 2014 für den SVI kickt und der in der vergangenen Saison mit insgesamt 33 Treffern Ligaspitze war. Dabei musste er das Toreschießen erst dazulernen.

Von der Sechserposition zur echten Neun

„Früher habe ich im Mittelfeld, auch auf der Sechserposition gespielt, aber in Itter gab es eine Zeitlang mal keinen echten Stürmer“, berichtet Burim, für den bei der Umschulung erst einmal ungewohnt war, „dass ich das Spiel im Rücken hatte. Sonst hatte ich das Geschehen meist vor mir.“ Mittlerweile sei er ein klassischer Neuner.

Eine Sonderbewachung für die kommenden Spiele ist dem Kapitän des SV nun wohl sicher. „Ich hoffe, ich habe mein Pulver für die Hinrunde jetzt nicht schon verschossen“, unkt er. Fügt aber gleich an: „Obwohl, wir haben ja noch zehn gute Spieler auf dem Platz.“

Zur Person

Dennis Burim (25) ist in Buchenberg groß geworden, auch fußballerisch. Als C-Jugendlicher wechselte er zum TSV Korbach und spielte zwei Jahre Hessenliga. Vor einigen Jahren zog Burim, der in der vergangenen Saison übergangsweise die Ittertaler Fußballfrauen trainierte, nach Marienhagen. Dort wohnt der als Pfleger am Korbacher Krankenhaus arbeitende Torjäger mit seiner Familie (Frau, ein Sohn), er spielt seit der Saison 2014/15 für die FSG Ittertal/Marienhagen und seit deren Auflösung für den SV Ittertal. (schä)

Gebrauchen könnten sie weitere Burim-Tore zweifellos; vor allem im Oktober. Nach dem Freitagsspiel gegen den bisher viertplatzierten TSV/FC Korbach II spielt die Elf von Trainer Sacha Lehmann gegen den Dritten Blau-Gelb Korbach und den Zweiten SG Rhoden/Schmillinghausen. „Dann wissen wir, ob wir da oben hingehören“, sagt Dennis Burim, der mit seiner Mannschaft schon vorige Saison am Aufstieg schnupperte und auch diesmal „oben mitspielen“ will.

Druck haben sie nicht in Dorfitter. Aber etwas, das man braucht, um da zu sein, wenn es um die Wurst geht: Typen, die ein Spiel ganz allein entscheiden können.

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