Viele Chancen vergeben

Fußball-Hessenliga: KSV Baunatal belohnt sich beim 1:1 gegen Erlensee nicht

Umkämpft: Baunatals Torschütze Daniel Borgardt (rechts) setzt sich gegen Erlensees Jan Lüdke durch.
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Umkämpft: Baunatals Torschütze Daniel Borgardt (rechts) setzt sich gegen Erlensees Jan Lüdke durch.

Nach dem Abpfiff im Parkstadion war die Stimmung bei den Fußballern des KSV Baunatal nicht so, als hätte der Hessenligist gerade einen Punkt gegen den Tabellenzweiten geholt. Es wirkte eher so, als hätte die Mannschaft von Trainer Tobias Nebe gegen den 1. FC Erlensee deutlich verloren.

Das war aber nicht der Fall, die Baunataler trauerten nach dem 1:1 (1:1) gegen das Überraschungsteam der Liga vielmehr dem verpassten Sieg hinterher. Dieser wäre aufgrund der Spielanteile und Chancen verdient gewesen.

„Ich bin brutal enttäuscht, dass wir heute nicht gewonnen haben“, sagte Nebe und fügte hinzu: „Wir hatten uns viel vorgenommen, sind viele Wege gegangen und haben uns in jeden Zweikampf geworfen. Wir machen heute so viel richtig, nutzen dann aber unsere Chancen nicht.“

Es war sofort zu spüren, dass die Gastgeber hochmotiviert waren. Die Partie begann furios: Daniel Borgardt sorgte nach Vorlage von Manuel Pforr bereits nach vier Minuten für das 1:0. Beim Distanzschuss des KSV-Kapitäns aus 20 Metern knallte der Ball vom Innenpfosten in das Tor der Gäste. „Es ging super los“, sagte Borgardt. Nur zwei Minuten später folgte aber der Schock: Es gab Elfmeter für Erlensee. Pforr hatte Tobias Meub zwar nur leicht und kurz im Strafraum gehalten, Schiedsrichter Alexander Hauser entschied dennoch auf Strafstoß. Eine umstrittene Entscheidung. Zumal der Unparteiische, der keinen guten Tag erwischt hatte, in der Folge gerade von den äußerst körperlich spielenden Erlenseern viele Aktionen laufen ließ. Sebastian Wagner verwandelte den Elfmeter zum 1:1.

„Aber wir haben auch nach dem unglücklichen Gegentor ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir hatten sie komplett im Griff, aber belohnen uns nicht“, sagte Borgardt. Abgesehen von zwei kurzen Druckphasen des Tabellenzweiten und dem Schuss von Maurice Koloczek (14.), Patrick Krengel lenkte den Ball gerade noch an den Pfosten, kontrollierten die Nordhessen die Partie. Und waren sehr variabel: Mal kombinierten sie sich gut durch. Immer wieder spielten Maximilian Blahout und vor allem der starke Nicolai Lorenzoni auch lange Bälle, die mit einem Kontakt – meist vom hart arbeitenden Sebastian Schmeer – weitergeleitet wurden.

Zudem hatten die Baunataler vier Chancen aus der Kategorie „der muss rein“. Zunächst wollte Pforr im Strafraum auf Schmeer zurücklegen, anstatt selbst zu schießen – Meub klärte zur Ecke (32.). Dann traf Dominik Schneider nach einer Pforr-Flanke am zweiten Pfosten den Ball nicht (65.). Schließlich ereignete sich zweimal dieselbe Situation (77., 85.): Jeweils schüttelte der flinke Hüseyin Cakmak auf der rechten Seite seinen Gegenspieler ab und passte in den Strafraum. Beide Male versuchte Schmeer, den FC-Torwart Jens Westenberger auszuspielen, anstatt direkt abzuschließen. Beide Male hielt der Keeper.

Und Erlensee, das bisher die Hessenliga aufmischte? Ein Fakt zeigt, wie harmlos die Gäste waren: Bei seinem Hessenliga-Debüt musste KSV-Torhüter Max Stellbogen, der nach guten Trainingsleistungen für Jonas Labonte ins Tor gerückt war, keinen Schuss abwehren. Er leitete mit seinem langen Abschlag in der 77. Minute sogar eine der Großchancen ein.

Und so war auch das Fazit von Gäste-Trainer Jochen Breideband nicht überraschend: „Es war ein glücklicher Punkt für uns. Wir sind selten ins Spiel reingekommen. Aber da gehören immer zwei Teams zu. Wir hatten einen Gegner, der es uns sehr schwer gemacht hat.“ Die Stimmung der Baunataler heiterten die ehrlichen Worte aber nicht auf. Denn nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge rutschte der KSV auf Rang acht ab. Im Kampf um Platz fünf und der Teilnahme an der Aufstiegsrunde wird es für den KSV nun immer schwieriger. (Manuel Kopp)

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