Was war denn da los?

Fußball im Dunkeln: Für TSG-Wilhelmshöhe reicht Flutlicht in Marburg nicht

Marburg.  Nach dem 1:1 in der Fußball-Verbandsliga der Frauen in Marburg ärgerte sich die TSG Wilhelmshöhe über das Flutlicht. Das war nämlich dunkler als üblich.

Dunkel war’s, und nicht einmal der Mond schien helle. So dunkel, dass die Verbandsliga-Fußballerinnen der TSG Wilhelmshöhe bei Blau-Gelb Marburg wegen der schlechten Sichtverhältnisse beinahe verloren. Wir versuchen, das Ganze zu erhellen. Was war denn da los?

Die Partie auf dem Sportplatz am Zwetschenweg begann um 18 Uhr bei Tageslicht. Als es dämmerte, ging das Flutlicht an. Hell wurde es auf dem Feld dennoch nicht, die Erleuchtung blieb aus.

Nach einem Einwurf ging Marburg durch einen schönen Heber in Führung (50.). „Kurios dabei ist, dass die Flutlichtmasten aufgrund einer Anwohnerklage in einer Hälfte dunkler gestellt sind und unser Tor somit im Dunkeln stand. Der Ball war für unsere Torfrau nur schwer zu sehen“, erläuterte Trainer Manuel Mrosek. Doch nicht nur das: „Man verschätzt sich bei diesen Bedingungen total mit den Entfernungen.“ Ein Protest beim Schiedsrichter blieb aber ohne Erfolg.

Der Unparteiische Sebastian Kehl vom TSV Burg-/Nieder-Gemünden sah keinen Anlass, das Spiel abzubrechen. „Der Platz war sicher nicht optimal ausgeleuchtet. Aber nicht so schlecht, dass man die Partie nicht hätte durchführen können“, sagt er. Allerdings, so Kehl weiter, „war es in einer Ecke noch etwas dunkler als im Rest des Platzes“.

„Maßgabe ist, dass die Schiedsrichter von einem Tor bis zum anderen sehen können“, erklärt der Vellmarer Willi Reinemann vom Verbandsschiedsrichterausschuss. „Und das war mir möglich“, beteuert Kehl.

Anders sieht es eine der Betroffenen. „So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Der Platz war kaum beleuchtet, ich stand im Dunkeln. Ich habe dem Schiri gesagt, das macht doch keinen Sinn“, berichtet Jasmin Schröder. Gehör fand die TSG-Torhüterin nicht. „Ich konnte keine schnellen Bälle mehr einschätzen. Hätte ich besser gesehen, hätte ich den Ball beim Tor vielleicht gehalten. Ich will es aber nicht komplett darauf schieben“, sagt Schröder. Zumindest zog die 25-Jährige die Lehre aus dem Dilemma. „Ich habe den Mädels gesagt, dass ich kaum etwas sehe. Daher sollten sie sich reinhängen und zusehen, dass nichts aufs Tor kommt.“

Das schafften die Wilhelmshöherinnen und verlagerten das Spiel fast gänzlich in die Hälfte der Blau-Gelben. Mit dem späten Ausgleich durch Desiree Florido Lopez wurden sie belohnt. „Froh waren wir darüber schon, aber wir hätten gern gewonnen“, sagt Schröder. Zumal Wilhelmshöhe ebenso wie die Gastgeber gegen den Abstieg kämpft und die TSG die Marburgerinnen mit einem Sieg überflügelt hätte.

Was aber sagt die Stadt Marburg zur Beleuchtung auf dem Platz? Zunächst einmal sind wir hier bei einem alten Bekannten angelangt. Mit der Thematik befasst ist im dortigen Sportamt Volker Münn. Genau jener Volker Münn, der von 1981 bis 1986 151 Zweitligaspiele für den KSV Hessen bestritt. Das Problem ist ihm bekannt. „Wir mussten das Flutlicht damals so ausrichten, dass die Anwohner nicht gestört werden. Es ist so schwach, dass es eigentlich nur für den Trainingsbetrieb reicht“, erklärt Münn und ergänzt: „Unterschiedlich ist es eher nicht, sondern gleichmäßig schlecht.“

Das Gespräch mit Münn endet mit dieser Auskunft aber nicht. Vielmehr nutzt der 58-Jährige die Gelegenheit, sich über den Stand der Dinge bei seinem Ex-Klub zu informieren. Auch wenn er nicht mehr viele Kontakte nach Kassel und zum KSV pflegt – daran interessiert ist er immer noch.

Rubriklistenbild: © Hedler

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