Serie Waldecker Landesliga-Vereine

Mit Aufstieg des TuSpo Mengeringhausen hatte niemand gerechnet

Die Aufstiegsmannschaft des TuSpo Mengeringhausen am Ende der Saison 1987/88.
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Die Aufstiegsmannschaft des TuSpo Mengeringhausen. Das Bild zeigt hinten (v.l.): Jürgen Zeisbrich, Rolf Schade, Karl Bunte, Thomas Pystianek, Erhard Franke, Karl-Friedrich Böhle; Mitte (v.l.): Trainer Udo Hoffmann, Spartenleiter Bernd Hoffmann, Dieter Klein, Lothar Föll, Dirk Österling, Ludwig Schwechel, Frank Fisseler, stellvertr. Abteilungsleiter Gerhard Tombrink, Schriftführer Andreas Schinzel; vorn (v.l.): Marc van Herzeele, Thomas Föll, Rainer Jäger, Rudolphe Gybels, Martin Schwechel.

Mit einem Wunder im Sport sollte man behutsam umgehen. Vielleicht war es daher nur ein kleines Wunder, was sich Ende der 1980er-Jahre in Mengeringhausen ereignete.

Mengeringhausen - Klar, die Mannschaft des TuSpo Mengeringhausen war vor der Saison 1987/88 als gut eingestuft worden, gut genug für die Bezirksliga (heutige Gruppenliga), aber auch gut genug für mehr? Wohl eher nicht. Daher hatte niemand die Elf von Trainer Udo Hoffmann für einen Aufstieg in die Landesliga auf der Meisterrechnung. Als eigenes Ziel hatten die Vereinsverantwortlichen einen Platz im ersten Tabellendrittel angegeben.

Die TuSpo-Kicker spielten sich aber in einen Rausch und schafften die Sensation, nach einem 5:2 gegen den TSV Altenlotheim. Das Team um Kapitän und Torwart Rudolphe Gybels bescherten dem TuSpo den bislang größten Erfolg in der Fußballgeschichte des Vereins.

Und wie es so ist in einer Meistersaison wurde alles, was die Vereinverantwortlichen anfassten zu Gold. Das fing bereits mit den Neuverpflichtungen an: Als Glücksgriffe erwiesen sich Erhard Franke (vom TSV Vasbeck zurückgekehrt), Frank Fisseler (TSV Freienhagen) und Ludwig Schwechel, der seinem Bruder Martin zum TuSpo gefolgt war. Aus den eigenen Nachwuchsreihen stieß Lothar Föll zu den Senioren. Auch die während der Saison vollzogene Rückkehr von Wirbelwind und Motivator Rainer „Mingo“ Jäger (vom SV 09 Korbach) erwies sich als Volltreffer.

Konkurrent Borken mit 8:1 besiegt

Die Saison entwickelte sich zu einem spannenden Dreikampf zwischen Jahn Treysa, Grün-Weiß Borken und dem TuSpo. Die Waldecker unterlagen Treysa 2:5 und 0:1, verloren in Borken ebenfalls 2:5, kanzelten diesen Gegner auf ihrem berühmt, berüchtigen Hartplatz an der Stadthalle aber mit 8:1 ab. Auf dem heimischen, von den Gegnern ungeliebten rotbraunem Geläuf, fuhr die Hoffmann-Elf 27:5 Punkte bei einem Torverhältnis von 52:18 Toren ein. Die Auswärtsbilanz sah mit 16:16 Zählern und 27:33 Toren nicht so prima aus.

Am 30. Spieltag nach dem 2:1 Erfolg gegen den FSV Basdorf eroberten die Mengeringhäuser erstmals den „Platz an der Sonne“. Nach dem umkämpften 1:0 Sieg in Dörnberg fehlte nur noch ein Heimsieg gegen den TSV Altenlotheim, um das kleine Fußballwunder perfekt zu machen. Die WLZ schrieb damals in der Vorschau über dieses Spiel am 29. Mai 1988 von einer „Hitchcock“-Entscheidung im Waldecker Land.

Die wollten viele Anhänger mit eignen Augen sehen. Rund 800 Zuschauer erlebten ein Fußballspektakel zwischen den anfangs sehr nervösen Platzherren und einer hoch motivierten Gästeelf aus Altenlotheim, die nicht angereist war, um Geschenke zu verteilen. Nach 1:1 Pausenstand und einer 2:1-Führung des TSV drehten die Platzherren in der zweiten Halbzeit auf und landeten einen 5:2-Erfolg durch Tore von Dirk Österling, Frank Fisseler und gleich dreimal schlug Erhard Franke zu.

Als der Schlusspfiff ertönte, war kein Halten mehr auf dem Sportplatz in Mengeringhausen, Jubelszenen mischten sich mit Freudentänzen und -gesängen. „Der heimliche Traum von der Landesliga war Realität geworden“, schrieb der Autor der Vereinschronik anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehens.

Trainer Hoffmann: Wussten gar nicht, wie stark wir waren

Trainer Udo Hoffmann verriet nach den Spiel seine Aufstiegsformel: „Der Hauptgrund für unseren Erfolg war die Ausgeglichenheit, wir haben mindestens 16 gleichwertige Spieler und konnten so auch verletzungsbedingte Ausfälle verkraften.“ Der Coach erinnerte sich auch an den Saisonstart und die eigene Leistungseinschätzung: „Wir wussten gar nicht, wie stark wir waren. Das haben wir erst im Laufe der Saison gemerkt.“

Spartenleiter Bernd Hoffmann beschrieb diese Meistermannschaft als „eine verschworene Gemeinschaft, die ein großer Siegeswille auszeichnet, bei Rückständen nie aufsteckte und auch sehr selbstkritisch war“.

Den Überraschungsaufstieg schafften Dirk Österling, Rudolphe Gybels, Rolf Schade, Thomas Pystianek, Martin und Ludwig Schwechel, Marc van Herzeele, Karl-Friedrich Böhle, Dieter Klein, Erhard Franke, Frank Fisseler, Karl Bunte, Lother Föll, Jürgen Zeisbrich und Rainer Jäger.

Das Abenteuer Landesliga dauerte für die TuSpo-Kicker aber leider nur ein Jahr. Anlaufschwierigkeiten in der höheren Klasse bereiteten den Weg zum direkten Wiederabstieg.

Der Kader war komplett geblieben und mit Heinrich Höhle (TuS Arolsen), Bernd Zenke (FC Korbach), Andreas Hensel (TSV Istha) und Joachim Hrach (TSV Sachsenhausen) erweitert und verstärkt worden. In der Winterpause stieß noch Torjäger Uwe Theis (Vasbeck/Adorf) hinzu.

Erster Landesliga-Sieg erst in der Rückrunde

In der ersten Saisonhälfte musste die Mannschaft in der neuen Liga viel Lehrgeld zahlen und mehr als sechs Unentschieden brachte sie in der Hinrunde nicht zustande. Den ersten Sieg feierten die Neulinge erst am 26. Februar 1989 mit einem 3:2 gegen Künzell. Der Erfolg kam etwas zu spät, die Fachwerkstädter hatten bereits den Anschluss verloren und mussten am Ende der Saison gehen, obwohl sie in den letzten neun Spielen starke 15:3 Punkte holten.

Zum Zeitpunkt dieses Schlussspurts saß Udo Hoffmann schon nicht mehr auf der Trainerbank. Er war im April entlassen worden, Karl Bunte coachte das Team bis zum letzten Spieltag der Runde am 28. Mai 1989. Der kurze Ausflug in die Landesliga endete für das TuSpo-Team versöhnlich mit einem 2:1-Erfolg gegen Borussia Fulda. Vier Punkte fehlten Mengeringhausen zum Klassenerhalt.    mhDas Abenteuer Landesliga dauerte für die TuSpo-Kicker aber leider nur ein Jahr. Anlaufschwierigkeiten in der höheren Klasse bereiteten den Weg zum direkten Wiederabstieg.

Der Kader war komplett geblieben und mit Heinrich Höhle (TuS Arolsen), Bernd Zenke (FC Korbach), Andreas Hensel (TSV Istha) und Joachim Hrach (TSV Sachsenhausen) erweitert und verstärkt worden. In der Winterpause stieß noch Torjäger Uwe Theis (Vasbeck/Adorf) hinzu.

In der ersten Saisonhälfte musste die Mannschaft in der neuen Liga viel Lehrgeld zahlen und mehr als sechs Unentschieden brachte sie in der Hinrunde nicht zustande. Den ersten Sieg feierten die Neulinge erst am 26. Februar 1989 mit einem 3:2 gegen Künzell. Der Erfolg kam etwas zu spät, die Fachwerkstädter hatten bereits den Anschluss verloren und mussten am Ende der Saison gehen, obwohl sie in den letzten neun Spielen starke 15:3 Punkte holten.

Zum Zeitpunkt dieses Schlussspurts saß Udo Hoffmann schon nicht mehr auf der Trainerbank. Er war im April entlassen worden, Karl Bunte coachte das Team bis zum letzten Spieltag der Runde am 28. Mai 1989. Der kurze Ausflug in die Landesliga endete für das TuSpo-Team versöhnlich mit einem 2:1-Erfolg gegen Borussia Fulda. Vier Punkte fehlten Mengeringhausen zum Klassenerhalt. (Manfred Hamel)

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