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SC Willingen verdient sich einen Punkt gegen SG Bad Soden

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Von: Manfred Niemeier

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Sören Vogel vom SC Willingen (oben) foult im Strafraum den Bad Sodener Marcel Trägler, hinten Tom Friedrich.
Jetzt gibt"s Elfmeter: Sören Vogel vom SC Willingen (oben) foult im Strafraum den Bad Sodener Marcel Trägler, hinten Tom Friedrich. © Artur Worobiow

Ein Anfang ist gemacht: Der SC Willingen hat nach seiner Niederlagenserie mit dem 2:2 (1:1) gegen den Verbandsliga-Dritten SG Bad Soden überrascht.

Willingen - „Der Punkt muss Bock machen auf mehr“, sagte Trainer Dardan Kodra direkt nach dem Abpfiff zu seinen Spielern. Sollte er tatsächlich, sonst kommen die SCW-Fußballer nicht aus dem Roten Bereich der Tabelle heraus.

Mario Emde hatte am Donnerstag bei seiner Vorstellung als neuer Sportlicher Leiter versucht, die Spieler an der Ehre zu packen. „Mit der richtigen Mentalität werden wir noch genug Spiele gewinnen“, sagte der 34-jährige vor der Partie. Nach 96 Minuten gelang das halb, „aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie will“. Die Aussprache in der Woche habe gefruchtet.

In der Anfangsphase der Partie leistete sich der SCW defensiv ein paar Wackler, sie waren aber weit entfernt von den drei „hundertprozentigen Chancen“, die Gästetrainer Anton Römmich gesehen haben wollte. Mit zwei Viererketten, die immer wieder bis 15 Meter vor die Mittellinie verschoben, machten die Gastgeber das Spielfeld eng. Der Aufstiegsaspirant selbst schaffte es nicht mehr in die gefährliche Zone.

Wenn sich die Gelegenheit ergab, dann schaltete Willingen schnell um. Daraus ergaben sich Halbchancen. Nach einer halben Stunde waren die Spielanteile gleichmäßig verteilt. „Bleibt kompakt, lasst euch nicht locken“, mahnte Co-Trainer Rainer Schramme.

Erst die Willinger Führung, dann der Ausgleich vom Punkt

Der Respekt vor den mit ehemaligen höherklassigen Größen besetzten Gästen war groß. Am auffälligsten: Ex-Hessenligaspieler und Spielmacher Betim Mezini, der an fast allen Offensivaktionen beteiligt war.

Dabei sprang aber nur die Zufallschance für Mittelstürmer Daniele Fiorentino heraus, der frei aus zehn Metern drüber schoss (39.). Drei Minuten später bediente Florian Heine bei einem Konter über links Sebastian Müller, der noch Torwart Marco Aulbach umkurvte und zum 1:0 einschoss. Die umjubelte Führung nahm der SCW nicht mit in die Kabine, weil Sören Vogel Marcel Trägler foulte, nachdem er die brenzlige Situation fast schon geklärt hatte. „Ich habe uns damit einen Rückschlag beschert“, ärgerte sich der 20-jährige Rattlarer, „aber das musste ich schnell abhaken.“

Dabei kam ihm Max-Till Saure direkt nach Wiederbeginn zu Hilfe. Der Außenverteidiger, erstmals links im Mittelfeld aufgeboten, verwertete aus elf Metern die Vorarbeit von Müller und Jonah Schilling über die rechte Seite zu seinem ersten Verbandsliga-Treffer (46.). „Wir waren mit den Köpfen noch in der Kabine“, ärgerte sich Gästecoach Römmich. Fast hätte Müller nach einem Eckball sogar nachgelegt (48.), ebenso Heine zwei Minuten später.

Butterweck nach Huhn „Notbremse“ mit Verletzung raus

Langsam aber wurde der Druck der Bad Sodener stärker, es gab nun die ein oder andere Verlegenheit. „Leute, wir verteidigen diese Phase weg“, munterte Kodra seine Elf auf. Beim satten 35-Meter-Strahl von Niklas Zeller nach Stockfehler von Heine klappte das nicht – 2:2 (56.). Aber danach bekam Torwart Florian Bouma nicht mehr viel zu tun, seine Vorderleute arbeiteten weiter konzentriert.

Unschön wurde es in der 74. Minute, als nach einem klasse Konter Fynn Butterweck fast frei durch von Simon Huhn rüde von der Seite abgegrätscht wurde. Der gute Schiedsrichter Aziz Haj Nasr (SVH Kassel) zückte die Rote Karte. Bitter: Butterweck musste mit starken Schmerzen oberhalb des linken Knöchels ausgewechselt werden.

Die Gastgeber nutzten die Überzahl kurz für den Vorwärtsgang, aber als die Gäste wieder stärker wurden, da waren sie nach fast sechs Minuten Nachspielzeit froh über den einen Punkt. „Wenn die Willinger jedes Spiel so eine Leistung bringen und es taktisch so gut machen, dann gehören sie ins obere Tabellendrittel“, meinte Anton Römmich, der weiter auf den ersten Sieg als Trainer im Upland warten muss. „

Wir haben heute gezeigt, dass wir kein Qualitätsproblem haben“, freute sich Kodra, „jetzt brauchen wir die nötige Konstanz, um da unten rauszukommen.“

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