1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball regional

Steffen Lotze ist kein Typ für kesse Sprüche

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Dirk Schäfer

Kommentare

Steffen Lotze, seit 2019 Spielertrainer bei der SG Vöhl.
Coacht die SG Vöhl/Basdorf/Werbetal und führt sie auch auf dem Platz: Steffen Lotze, seit 2019 Spielertrainer beim aktuellen A-Liga-Spitzenreiter. © Artur Worobiow

Die SG Vöhl/Basdorf/Werbetal ist die Mannschaft der Rückrunde in der Kreisliga A. Spielertrainer Steffen Lotze ist stellvertretend für das ganze Team unser Kopf der Woche.

Vöhl - Am 22. Mai könnten die Fußballer der Dreier-SG die Liga endgültig auf den Kopf stellen. Am vorletzten Spieltag treten sie beim TSV Strothe an, und wenn die Meisterfrage in der Klasse dann noch offen ist, zeigt schon allein dies, was sie geleistet haben.

Als die zweite Halbserie begann, lag die SG zehn Punkte hinter Tabellenführer Strothe und wurde nicht als Aufstiegskandidat wahrgenommen. Das hat sich geändert, seit dem 19. September hat sie kein Spiel mehr verloren. Damals musste die Elf von Steffen Lotze die Überlegenheit der Strother anerkennen, verlor zu Hause mit 0:3. „Der TSV ist damals wie heute individuell besser und offensiv sehr stark. Wir haben damals verdient verloren“, sagt der mitspielende Trainer der SG Vöhl.

Star der SG Vöhl ist die Mannschaft

Seine Mannschaft ist eine ganz andere als die des Herbstmeisters und Dauer-Tabellenführers: keine Stars, keine herausragenden Torjäger, eher das konstante Kollektiv. „Die Last ist auf alle Schultern verteilt bei uns. Wir können meist nur über einen geschlossene Teamleistung erfolgreich sein. Ich predige immer, dass jeder auch für seine Mitspieler Verantwortung hat“, sagt der 30-Jährige, der von Stephan Möbus unterstützt wird.

Aber wie hat er den Vorjahreszwölften unter die Top Drei gebracht? Bescheiden führt er aus, das liege vor allem an den verbesserten Rahmenbedingungen. „In der Breite ist unser Kader deutlich besser besetzt als zuvor. Es gab keinen mit einer schweren Verletzung, und auch von Corona sind wir weitgehend verschont geblieben.“

Bemerkenswertes Comeback zweier früherer Größen

Das Mannschaftsgefüge scheint ein weiteres Plus zu sein, Talenten der 2000er Jahrgänge vertraut Trainer Lotze ebenso wie älteren Semestern. Jung und alt ergäben, so Lotze, eine gute Mischung. Eine, die nach der Winterpause Zuwachs durch alte Bekannte bekommen hat: Oliver Eisenmann und Davin Stadtler sind wieder mit von der Partie. „Es hat ihnen noch mal in den Füßen gejuckt. Die Truppe macht ja auch Spaß im Moment.“

Und wie viel Spaß würde es erst machen, wenn man am 22. Mai…

Halt. Soweit ist es noch nicht. Der Spielplan sieht noch weitere Aufgaben vor, denen Steffen Lotze mit Respekt begegnet. „Mit 95 Prozent Einsatz kannst Du in dieser Liga gegen jeden verlieren“, sagt er. Und denkt an das Heimspiel gegen die SG Neukirchen/Sachsenberg, die es neben Strothe bisher als einzige geschafft hat, die SG Vöhl zu besiegten. Und denkt an nicht zu unterschätzende Auswärtsspiele wie auch das an diesem Sonntag bei der SG Waldeck/Netze. „Die geben gegen uns immer alles.“

Zur Person

Steffen Lotze (30) hat von Kindesbeinen an in seinem Heimatort Vöhl Fußball gespielt. Nach dem ersten Seniorenjahr wechselte er 2011 zum TSV Altenlotheim und sammelte dort bis 2016 Gruppenliga-Erfahrung, ehe er zur SG Vöhl/Basdorf zurückkehrte. Dort ist er seit 2019 als Spielertrainer in der Verantwortung. Lotze, der mit seiner Freundin mittlerweile in Korbach wohnt, arbeitet in der Unternehmensplanung bei der Sparkasse.    (schä)

Die Bälle hält Lotze flach. Fünfter war seine Elf zum Jahreswechsel, lag schon da rundum im Soll. „Unser Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz“, erklärt der Coach. „Denn in den zwei Jahren zuvor standen wir weit unten.“ Heißt: Zwölfter und Zehnter. Korrigieren wollen sie das aktuelle Ziel nicht – naja: Platz eins ist ja auch einstellig.

Ein Spruch ist ab und zu dabei

Mit der neuen Situation scheint die SG Vöhl umgehen zu können. Von Nervosität bisher keine Spur. Auch, weil der Trainer den Aufwärtstrend gut moderieren kann und keinen Druck macht: „Wir sind erst einmal froh, wieder ununterbrochen Fußball spielen zu können und Spaß daran zu haben“, sagt der 30-Jährige, der wie Marlon Seibel und Torwart Tobias Heine alle bisherigen 20 Begegnungen absolviert hat. „Es hört sich blöd an. Aber wir müssen von Spiel zu Spiel denken.“

Der Coach baut dabei weiter auf die gute Defensivarbeit, die er als Trumpf seiner Elf sieht, und erhofft sich in der Offensive mehr Effizienz. Und dabei wird er aufpassen, dass sein Team nicht übermütig wird.

„Es ist immer mal ein Spruch dabei“, sagt Lotze in Bezug auf die Gier seiner Spieler, doch mehr zu wollen als Platz fünf oder drei oder zwei. „Aber ich sage dann sofort, dass es noch viel zu früh ist für Sprüche. Rechnerisch sind wir Zweiter, wenn Strothe die Nachholspiele gewinnt. Den Platz wollen wir halten und dann… abwarten“, erklärt Lotze das Prinzip der SG Vöhl/Basdorf/Werbetal.

Es wird wohl über den Haufen geworfen, wenn sie am 22. Mai in Strothe gewinnt..

Auch interessant

Kommentare