Verein hatte zwei gesperrte Spieler eingesetzt

Harte Strafe in der Fußball-Kreisliga B: Spielverbot für SF Fasanenhof

+
Hier spielt die erste Mannschaft der SF Fasanenhof in den nächsten drei Monaten nicht: Die Heimspielstätte des Vereins ist der Sportplatz an der Mörikestraße in Kassel.

Eine drastische Strafe: Das Fußball-Kreissportgericht hat gegen die erste Mannschaft der SF Fasanenhof ein Spielverbot von drei Monaten ausgesprochen – damit ist die Saison für das Team beendet. 

Obwohl zwei Akteure des Klubs aus der Kreisliga B gesperrt waren, hatten sie im Oktober bei der Partie beim FC Bosporus Kassel II unter falschen Namen und Spielerpässen gespielt. Das flog allerdings auf.

„Es ist eine harte Strafe, aber wir mussten ein Zeichen setzen“, sagt Reiner Schweinebraten, Vorsitzender des Kreissportgerichts. Er kann sich nicht daran erinnern, dass in seinen 15 Jahren im Rechtsausschuss schon mal ein solches Spielverbot im Kreis ausgesprochen wurde.

Mehrere Gründe veranlassten das Sportgericht dazu, diese harte Strafe zu verhängen. Zum einen sei es bereits der dritte Fall seit Oktober gewesen, in dem Fasanenhof vor dem Sportgericht stand. Zum anderen erschienen weder Vereinsverantwortliche noch Spieler zu den beiden Verhandlungsterminen infolge des Bosporus-Spiels. Beim ersten Mal sagte der Verein am Abend davor per E-Mail ab, da die geladenen Spieler beruflich verhindert seien. Die nötigen Bescheinigungen soll der Klub aber bis heute nicht eingereicht haben. Bei der zweiten Verhandlung fehlten die Fasanenhofer unentschuldigt. Zudem sei der Verein „Wiederholungstäter“, schon einmal hätten sie einen gesperrten Akteur eingesetzt und waren dafür bestraft worden.

Spiel unter falschen Pässen und Namen

Aber was war der Auslöser für das Spielverbot? Laut Schweinebraten begann die Geschichte am 7. Oktober 2018 bei der Partie zwischen Fasanenhof und der SVH Kassel II. Drei Spieler des Gastgebers sahen die Rote Karte und wurden später für sechs beziehungsweise acht Partien gesperrt. Allerdings standen zwei dieser Spieler nur zwei Wochen später wieder auf dem Feld – bei der Partie bei Bosporus II. Dem Schiedsrichter fiel nicht auf, dass die beiden Fasanenhofer noch gesperrt waren, weil sie unter falschen Pässen und somit auch Namen gespielt haben sollen. Aber der Betrug fiel doch noch auf. Und das war kurios: Zufälligerweise sah der Schiedsrichter, der zwei Wochen zuvor die beiden Fasanenhofer vom Platz gestellt hatte, die Partie bei Bosporus II als Zuschauer. Er erkannte die gesperrten Akteure wieder und meldete den Fall.

Zur Verhandlung vor dem Sportgericht erschienen die Fasanenhofer wie erwähnt nicht. Dafür sagten als Zeugen eine Person von Fortuna II und der Trainer von Bosporus II aus, die die gesperrten Spieler kannten. Der Bosporus-Coach legte zudem Fotos als Beweis vor, die von den Akteuren während des Spiels gemacht wurden. Neben dem Spielverbot und weiteren Strafen wurde der 7:3-Erfolg der Fasanenhofer in eine 0:3-Niederlage umgewandelt.

Vom SF Fasanenhof war am Donnerstag telefonisch kein Verantwortlicher zu erreichen.

Hintergrund

Nachdem die SF Fasanenhof zwei gesperrte Spieler bei der Partie beim FC Bosporus II eingesetzt hatte, erhält der Verein neben dem Spielverbot weitere Strafen. Der Klub muss eine Geldstrafe von 200 Euro zahlen. Hinzu kommt eine Ordnungsstrafe von 300 Euro, da die Vereinsmitglieder bei der Verhandlung unentschuldigt fehlten. Zudem wurden ein Betreuer und der Trainer mit jeweils vier Monaten Platzverbot bestraft. Die beiden Spieler erhielten eine weitere Pflichtspielsperre von sechs Partien. Da Fasanenhof gegen das Urteil keinen Widerspruch einlegte, sei das Urteil rechtskräftig. Aufgrund des Spielverbots werden in den nächsten drei Monaten alle angesetzten Spiele von Fasanenhof mit 3:0 und drei Punkten für den Gegner gewertet. In der Tabelle hat der Verein minus zwei Punkte, da er in vorherigen Verfahren in dieser Saison vom Kreissportgericht mit Punktabzügen bestraft wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.