Bilanz und Ausblick in der langen Winterpause

Ziel ist Platz fünf: Willingens Fußballer hoffen auf Saison-Fortsetzung im April

Jubel über das Führungstor gegen Dörnberg: Für Dardan Kodra und Rainer Schramme war dieses Spiel ein Knackpunkt der Saison. Im Sommer trennen sich die Wege des Willinger Trainerduos, da Schramme pausiert.
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Jubel über das Führungstor gegen Dörnberg: Für Dardan Kodra und Rainer Schramme war dieses Spiel ein Knackpunkt der Saison. Im Sommer trennen sich die Wege des Willinger Trainerduos, da Schramme pausiert.

Seit mittlerweile 116 Tagen ruht für den SC Willingen der Ball. Und seit dem Abpfiff beim 2:2 gegen den FC Eichenzell am 17. Oktober rätseln auch die heimischen Verbandsliga-Kicker, wann sie wieder um Tore und Punkte kämpfen dürfen.

Willingen – Die Corona-Zwangspause traf die Upländer auch rein sportlich betrachtet zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Sie hatten sich mit einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage auf den neunten Platz vorgeschoben, nur vier Punkte hinter Platz zwei, aber – viel wichtiger – acht Zähler vor der Abstiegszone.

„Wir hatten gut in die Spur gefunden“, erinnert sich Trainer Dardan Kodra an die ersten zehn Saisonauftritte. Sein Nebenmann Rainer Schramme, der im Sommer als Coach aufhört, pflichtet ihm bei: „Die Entwicklung der Mannschaft hat eine gute Richtung genommen.“ Der nach den Abgängen von zahlreichen Leistungsträgern nur mit jungen Leuten aufgefüllte Kader benötigte eine überraschend kurze Findungsphase. Für Kodra war der Knackpunkt das für den Gegner FSV Dörnberg schmeichelhafte 1:1. „Da hat man gesehen, dass die Maßnahmen greifen, danach haben wir auch zuhause ordentlich gepunktet.“

SC Willingen: Die jungen Spieler lernten schnell

Zum einen war es der rasche Lernprozess der Youngster – nur ein Beispiel ist Rechtsverteidiger Tom Friedrich, der einen wahren Leistungssprung hingelegt hat. Ein ganz wichtiges Puzzleteil war auch die Last-Minute-Verpflichtung von Valdrin Kodra, dem Bruder des Trainers. „Ein Top-Neuzugang“ lobt Schramme den 20-jährigen, defensiven Mittelfeldmann, der den aus privaten Gründen pausierenden Matthias Bott nahtlos ersetzen konnte.

Allerdings will der B-Lizenz-Inhaber die Steigerung des Teams nicht nur an der Entwicklung der Jugend festmachen. „Der Mannschaftsrat hat sich enorm bemüht, die jungen Leute schnell zu integrieren.“ Dabei hätten Kapitän Jan-Henrik Vogel oder Torjäger Florian Heine anfangs vielleicht zu viel auf sich geladen, was sich negativ auf ihre Leistung ausgewirkt habe. „Sie haben dann mehr Verantwortung abgegeben und danach lief es wieder bei ihnen.“ Zu guter Letzt sind die Leistungsträger von schwereren Verletzungen verschont geblieben.

Willinger hoffen, Hinrunde noch zu Ende zu spielen

Bis es weitergeht ist freilich viel Eigeninitiative gefordert. Der vor Weihnachten ausgetragene, über eine App gesteuerte Lauf-Wettbewerb soll demnächst wiederholt werden. Dazu bietet Physiotherapeutin Pia Drilling einmal in der Woche online Übungen zur Kräftigung und Stabilisierung an. Ansonsten heißt es Laufen, Laufen, Laufen. „Demnächst arbeiten wir wieder an der Grundfitness“, so Kodra, „aber das alles kann echtes Fußballtraining nicht ersetzen“.

Obwohl die fußballlose Zeit schon fast vier Monate dauert, glaubt Kodra nicht, dass etwa die jungen Spieler beim Fußfassen in der Verbandsliga wieder bei null starten müssen. „Sie werden immer mal wieder Lehrgeld bezahlen müssen“, meint der 28-jährige Marsberger, „aber punktetechnisch wird uns das nicht mehr so weh tun“.

„Wir stehen gut da und es liegt zunächst an uns, dass wir nicht doch noch unten reinrutschen.“ 

Dardan Kodra, Trainer SC Willingen

Auf die Frage, wann es wieder los geht, wissen die Übungsleiter natürlich auch keine Antwort. „Wenn wir es schaffen, die Hinrunde zu Ende zu spielen, dann können wir ganz zufrieden sein“, sagt Schramme.

„Mehr wird nicht möglich sein“, hofft Kodra, dass im März, spätestens Anfang April wieder gekickt werden darf. Beide Übungsleiter hoffen dann auf drei, besser vier Wochen Vorbereitungszeit für die noch sieben Spiele ihrer Mannschaft.

SC Willingen: Nur vier Punkte fehlen auf Platz zwei

Was dann noch geht, da lassen sie sich nicht in die Karten schauen, immerhin sind es nur vier Punkte bis Platz zwei. „Schuster, bleib bei deinen Leisten“, verweist Schramme nach dem personellen Umbruch auf das Saisonziel gesicherter Mittelfeldplatz. Vielleicht geht es für den Tabellenneunten noch ein kleines Stück nach vorne. „Platz fünf oder sechs ist realistisch“, sagt der 49-jährige. Auch Kodra wird nicht übermütig. „Wir stehen gut da und es liegt zunächst an uns, dass wir nicht doch noch unten reinrutschen.“

Kodra freut sich über die Rückkehr von Sebastian Butz vom Regionalligisten FC Gießen. „Er wird uns sofort weiterhelfen“, rechnet Schramme mit einer ganz kurzen Eingewöhnungszeit des 20-Jährigen , der vorige Saison elf Treffer für den SCW erzielt hatte. Auch der nach seiner Knieverletzung genesene Mittelstürmer Yasin Dogan soll dafür sorgen, dass die Willinger für Gegner schwerer auszurechnen sind.

„Die Vorfreude ist groß“, sagt Kodra. Und meint die nächste Saison – aber auch, überhaupt erst einmal wieder auf den Platz zu dürfen. (ni)

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