Zweitplatzierte Klubs kämpfen um den Aufstieg

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Erfolgreich am Ball: Die Verbandsliga-A-Junioren des VfL Kassel – hier Hakim Melzer (links) im Zweikampf mit dem Gießener Hoang-Nam Luc – würden gern in der kommenden Saison in der Hessenliga spielen. 

Noch immer ist nicht klar, was mit den Tabellenzweiten der hessischen Amateurligen passiert:

Noch immer ist nicht klar, was mit den Tabellenzweiten der hessischen Fußball-Amateurligen passiert: Bleibt ihnen das Aufstiegsrecht verwehrt, dürfen alle hoch oder wird ein Aufsteiger per Punktequotient ermittelt? Ein entsprechendes Rechtsgutachten soll am Samstag auf der nächsten Vorstandssitzung des Hessischen Fußball-Verbandes vorgestellt werden – allerdings verstärken die Zweitplatzierten ihren Druck auf den HFV und fordern ebenfalls ein Aufstiegsrecht ein. 44 Vereine aus ganz Hessen gehören mittlerweile einer Interessengemeinschaft der Tabellenzweiten an. Darunter sind neben ost- und südhessischen Teams auch zwei nordhessische Vereine vertreten: der KSV Hessen Kassel und der VfL Kassel. Die Interessengemeinschaft kämpft um ihr Aufstiegsrecht, wenn die Saison wie erwartet am virtuellen Verbandstag am 20. Juni abgebrochen werden sollte. „Die Mannschaften auf den Abstiegsplätzen profitieren und die Tabellenersten auch – nur die Tabellenzweiten werden bestraft“, sagt Mirco Schulz, Jugendleiter beim VfL Kassel über die aus seiner Sicht ungerechte Situation. „Ich kann zwar nachvollziehen, dass sich der Verband um eine Vergrößerung der Ligen sorgt, aber dem könnte man entgegenwirken, wenn es Absteiger geben würde.“

So sind beim VfL gleich zwei Mannschaften betroffen. Die zweite Herren-Mannschaft hofft auf einen Aufstieg aus der Kreisliga A in die Kreisoberliga, und die A-Jugend ist aktueller Zweiter in der Verbandsliga.

„Wir haben für unsere Jugend einiges an Geld in die Hand genommen, um den Aufstieg in die Hessenliga zu schaffen. Für uns wäre der Nicht-Aufstieg natürlich eine Enttäuschung“, sagt der 46-jährige Schulz. Die Interessengemeinschaft fordert daher von den Vertretern des Verbandstages am 20. Juni zu beschließen, dass den feststehenden Zweiplatzierten nach Anwendung der Quotientenregeln der Aufstieg in die nächsthöhere Liga gewährt wird.

„Wir schließen uns dieser Forderung aus solidarischen Gründen an, obwohl wir mit unserer zweiten Mannschaft und unserer Jugend nicht betroffen sind“, betont Claus Schäfer, Nachwuchs-Koordinator beim KSV Hessen Kassel. Der Interessengemeinschaft sei man daher auch vorrangig aus diesem Grund beigetreten, sagt der 53-Jährige.

Für den Fall, dass am Ende doch alle Zweitplatzierten aufsteigen dürfen, können sich alle hessischen Teams aber schon mal auf eine Mammut-Saison einstellen. Zur Auslotung der Möglichkeiten für die auf Platz zwei stehenden Teams wird nun die Vorstellung des Rechtsgutachtens erwartet. Dieses Gutachten liegt nun vor. „Es wird am kommenden Samstag auf der Verbandsvorstandssitzung den Kreisfußballwarten vorgestellt“, erklärt Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg), der sich zum Inhalt noch bedeckt hält – noch sei alles offen. Foto: lothar koch

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