Corona zwingt Nachwuchs in den Winter-Stillstand

Waldecker Hallenrunde der Jugend abgesagt

Szene aus der Hallenrunde 2019,  D-Junioren, TSV Korbach II  gegen JSG Friedrichstein, mit zwei Feldspielern und Torwart
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Nix gibt"s: Szenen wie diese aus der Hallenrunde der D-Junioren 2019 und dem Spiel zwischen TSV Korbach II und JSG Friedrichstein fallen im kommenden Corona-Winter aus.

Die Corona-Krise versetzt dem Nachwuchsfußball einen weiteren Schlag: Der Hallenrunde der Junioren in Waldeck ist für den kommenden Winter abgesagt worden.

Korbach - Angesichts der strengen Vorgaben für die Hygienemaßnahmen etwa in den Kreissporthallen sowie der steigenden Infektionszahlen habe er sich zu diesem Schritt im Namen des Kreisjugendausschusses entschlossen, ließ Kreisjugendfußballwart Joachim Schmolt die Vereine am Mittwoch per Mail wissen.

„Es ist zwar sehr bedauerlich, dass wir den Jugendlichen keine entsprechenden Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten können, allerdings sehen wir hier die Gesundheit aller im Vordergrund“, erklärte Schmolt weiter. Auch Turniere auf der Ebene des Verbands und der Region fallen der Pandemie zum Opfer.

Auch Frankenberg sagt alles ab

Eine generelle Absage sämtlichen Hallenfußballs für Junioren und Juniorinnen hat der Verbandsjugendausschuss allerdings nicht formuliert. „Es gibt die Empfehlung, es sein zu lassen“, sagte Schmolt, der dem Gremium als Jugendbildungsbeauftragter angehört. Mehr zum Thema ist beim Verbandsjugendtag am 10. Oktober in Grünberg zu erwarten.

Theoretisch könnten einzelne Kreise versuchen, trotz Corona eine Runde zu organisieren. Schmolt mag sich das aber nur schwer vorstellen: „Ich würde es nicht verantworten wollen, wenn bei unseren Meisterschaften ein Coronafall auftreten würde“, sagte er. Die Nachbarn in Frankenberg sehen das genauso. Der Kreisfußballausschuss votierte einstimmig für die Absage der Jugendturniere, überdies beschloss das Gremium auch das Aus für die Hallenkreismeisterschaften der Senioren und Altherren im Corona-Winter.

Als eine Begründung für die Absage führte Schmolt die Schwierigkeiten ins Feld, Abstand in der Halle zu halten beziehungsweise die Vorschriften zu kontrollieren. Vor allem bei den Turnieren der Jüngeren waren die Zuschauerränge in der Vergangenheit immer voll. Zudem gebe es in den Sporthallen keine Lüftungstechnik, die die Luft nach außen abtransportiere. „Die Luft wird nur umgewälzt.“

Skeptisch gab sich Schmolt auch, ob sich überhaupt Ausrichtervereine für Vor- und Finalrunden gefunden hätten. „Den hohen Auflagen kann man als Verein kaum gerecht werden.“

Jugendleiter Klein: Der vernünftigere Weg

Dieses Argument griff auf Anfrage auch Christoph Klein auf, der Jugendleiter des TuSpo Mengeringhausen, Stichwort: Planungssicherheit. Vereine, die ein Turnier annehmen, könnten womöglich den ganzen Aufwand umsonst betrieben haben, weril die Pandemie eine Austragung nicht zulasse. Schmolts Entscheidung kann Klein nachvollziehen: „Es ist zwar schade, ich denke aber der vernünftigere Weg.“

Die Pandemie stellt den Leiter einer der größten Jugendabteilungen im Kreis indes ebenso wie die Trainer landauf, landab vor die Frage, wie sie die Kinder und Jugendlichen beschäftigen sollen, wenn es draußen kalt und nass ist. Indoor-Mannschaftssport ist ja grundsätzlich gestattet. Klein hält zumindest grundsätzlich Formate für möglich, für die sich kurzerhand zwei, drei Vereine zusammenfinden. „Je nachdem wie sich die Infektionszahlen entwickeln, könnte man spontan kleinere Freundschaftsturniere machen.“

Zustimmung erhält Joachim Schmolt auch von der JSG Edersee. „Die Gesundheit steht an allererster Stelle“, sagte JSG-Vorsitzender Bernd Backhaus. „Es ist zwar schade für die Kinder und den Sport insgesamt, aber Sicherheit geht nun mal vor.“ Schließlich habe man auch eine Vorbildfunktion.

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