Umfrage

Heimische Fußballer zum WM-Aus: "Mentalität hat nicht gestimmt"

+
Ungläubigkeit und Entsetzen: Zuschauer beim Public Viewing im Autohaus Glinicke am Kasseler Königstor kurz vor dem WM-Aus gegen Südkorea.   

Rund 25 Millionen Deutsche sahen am Mittwochnachmittag das Ausscheiden ihrer Fußball-Nationalmannschaft. Darunter auch die Mehrzahl der lokalen Fußballer. So sehen Sie das WM-Aus.

Wir nahmen das Aus der deutschen Elf zum Anlass, vier Vertreter des lokalen Fußballs – von der Kreisoberliga bis hin zur Hessenliga – nach ihren Meinungen zu fragen. Hier sind sie:

Der Stürmer: Manuel Pforr vom KSV Baunatal.  

Der Stürmer

Manuel Pforr (29), Hessenliga, KSV Baunatal: Das ganze Problem um die Nationalmannschaft hat sich vor einigen Wochen verschärft, als Gündogan und Özil sich mit dem türkischen Präsidenten Erdogan ablichten ließen. Warum lässt man sich mit einem Despoten fotografieren? DFB und Mannschaft haben die Wirkung dieser Aktion komplett unterschätzt. Danach hätten sich Özil und Gündogan öffentlich erklären müssen. Die Mentalität in der Mannschaft hat vielleicht auch deshalb nicht gestimmt. Im Hinblick auf Löw stellt sich mir die Frage, ob der Bundestrainer die Mannschaft noch erreicht. Gegen Schweden haben Özil und Khedira auf der Bank gesessen. Da hätten die anderen eine Reaktion zeigen müssen, aber bereits da ist nichts passiert. Löw könnte zudem vor die Füße fallen, dass er Petersen, Sané und Wagner nicht nominiert hat.

Der Trainer: Jörg Müller vom OSC Vellmar.   

Der Trainer

Jörg Müller (43), Verbandsliga, OSC Vellmar: Bei der deutschen Elf fehlten Grundtugenden wie Leidenschaft und Wille. Viel zu oft wurde der Mythos der Turniermannschaft bemüht, die sich schon noch finden wird. Alle haben sich auf ein Potenzial verlassen, dass zuletzt im Herbst 2017 abgerufen wurde. Ich kann nicht verstehen, dass sich die deutsche Elf so satt präsentiert hat. Natürlich muss jetzt auch der Trainer seine Rolle hinterfragen, obwohl seitens des Verbandes sein Vertrag unmittelbar vor der WM verlängert wurde. Im Hinblick auf die Spieler sollte man sich überlegen, ob Özil und Khedira weitermachen oder andere eine Chance erhalten sollten.

Der Mittelfeldmann: Timo Fischer (Heiligenrode).

Der Mittelfeldspieler

Timo Fischer (25), Gruppenliga, TSV Heiligenrode: Die deutsche Mannschaft kam satt rüber und sah alt aus. Der Titelhunger war ihr nicht anzumerken. Oft wirkte das Team arrogant und ließ Kampf und Leidenschaft vermissen. Das hatte sich in der Vorbereitung schon angedeutet, ohne dass es die Verantwortlichen mitbekommen haben. Nach dem 2:1 gegen Schweden dachte ich, die Mannschaft würde zusammenwachsen. Aber so ist das Aus verdient. Es hätten mehr Spieler vom Confed-Cup berufen werden sollen, anstatt Leute wie Khedira oder Özil. Löw sollte Bundestrainer bleiben, aber endlich einige der älteren Spieler ausmustern und dafür den Jungen sein Vertrauen schenken.

Der Abwehrspieler: Wolfsangers Tobias Meyer.

Der Verteidiger

Tobias Meyer (27), Kreisoberliga, TSV Wolfsanger: Es gab für die Nationalmannschaft zu viele Störfaktoren von außen. Gerade aus der Medienlandschaft sind eine Menge negativer Einflüsse auf das Aufgebot eingeprasselt. Aber das Team hat auch vor der WM schon lange nicht mehr überzeugt. Nun ist die Sicherheit immer mehr geschwunden.

Dass Joachim Löw noch der richtige Trainer ist, glaube ich schon. Außerdem fällt mir keine fähige Alternative zu ihm ein. Er müsste aber unbedingt im Kader einige Veränderungen vornehmen. Vor allem Khedira sehe ich nicht mehr auf dem erforderlichen Niveau. Leroy Sané dagegen hätte der Bundestrainer mal besser mitgenommen.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.