Schnellere Entscheidung über Saisonabbruch

Fußballvereine aus Altkreis Münden wollen Klarheit

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Wieder im Training: Danny Willert (SG Bühren/Scheden). 

Der Niedersächsische Fußball-Verband hat die Entscheidung darüber, wie mit der aktuellen Saison verfahren werden soll, für die außerordentliche Verbandstagung am 27. Juni terminiert (wir berichteten). Das stößt bei Verantwortlichen im Altkreis auf völliges Unverständnis.

Kreisspielausschuss-Vorsitzender Klaus Henkel hatte sich in den vergangenen Tagen kritisch über das Vorgehen des Verbands geäußert. Er geht derzeit davon aus, dass die Vereine noch einmal zu ihren Wünschen, wie es mit der Saison weitergehen sollte, befragt werden. Sicher sei das jedoch nicht. Den Termin 27. Juni kann er nicht nachvollziehen und meint: „Wenn man sowieso schon die Ladungsfrist für den außerordentlichen Verbandstag verkürzt hat, stellt sich die Frage, warum man ihn nicht gleich auf Ende Mai angesetzt hat. Dann hätte man das, was alle Vereine wollen: eine schnelle Entscheidung.“

Auch Verantwortliche von Vereinen aus dem Altkreis Münden sind die Hängepartie mehr als leid. Dransfelds Geschäftsführer Friedel Rehkop, dessen Verein im Falle einer Saisonfortsetzung nach aktuellem Stand ohne Trainer dastehen würde, meint: „70 Prozent der Vereine haben für einen Abbruch gestimmt; wir brauchen jetzt eine schnelle Entscheidung des NFV.“ In puncto Wiedereinstieg ins Training werde sich der DSC übrigens in der kommenden Woche mit allen Übungsleitern beraten, was außerhalb der Sporthalle alles möglich sein könnte. „Geplant ist, dass wir ab dem 1. Juni starten. Aber es soll alles geordnet vorgehen. So benötigen wir beispielsweise Einverständnis-Erklärungen der Eltern für ihre Kinder.“

Danny Willert, Spielertrainer der SG Bühren/Scheden, stieg am Mittwoch mit der Mannschaft ins Training ein. Er und Ralf Bensch leiteten mehrere Kleingruppen an. „Wir haben viel Zeit investiert und klare Regeln aufgestellt“, berichtet der 28-jährige Willert. Für die weitere Saison sei er für einen Abbruch. Als „Unsinn“ bezeichnet er sogar einen der NFV-Vorschläge, die Serie im September fortzusetzen. „Für mich ist die Saison durch. Wir müssen bis Ende Mai wissen, was Phase ist. Ansonsten ist kaum noch eine Planung möglich“, so Willert weiter.

Tuspo Gimtes Kreisligatrainer Dzevad Gracic äußert sich ebenfalls klar: „Wenn man es realistisch sieht, gibt es doch keine Möglichkeit, die Saison auf sportlichem Wege zu beenden. Allerdings sollte ein Abbruch keine Mannschaft benachteiligen.“ Deshalb sei er für eine Auf- und gegen eine Abstiegsregelung in dieser Saison. Übrigens habe er sich mit dem Tuspo darüber geeinigt, dass er auch in der kommenden Saison Trainer der ersten Mannschaft sein werde.

„In meinen Augen ist das alles eine Frechheit“, sagt Alexander Winter, Trainer beim Bezirksligisten SG Werratal. Eine derart lange Aktion aus der Sache zu machen und die Vereine so lange im Unklaren zu lassen, wie es weitergehen soll, ist für ihn nicht nachvollziehbar. „Warum kann man das denn nicht jetzt entscheiden, so wie es in anderen Bundesländern auch schon geschehen ist, und dann mit einer neuen Saison im August beginnen, sofern das dann möglich ist“, fragt sich Winter.

Ganz ähnlich sieht es Holger Bode, Teammanager beim TSV Jühnde. „Das ist an der Realität vorbei“, regt sich auch Bode auf. Er frage sich, warum die Variante, wonach die aktuelle Saison nur ausgesetzt und im Herbst fortgesetzt werden soll, trotz des Widerstands der klaren Mehrheit aller Vereine überhaupt noch in dem NFV-Vorschlagspapier mit seinen vier Varianten genannt wird. „Die Vereine müssen endlich wissen, wie es weitergeht“, meint Bode. „Was soll denn bis Ende Juni noch Außergewöhnliches passieren, das diese lange Wartefrist rechtfertigen würde?“

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