Fußball in Staufenberg

Ganz besondere Situation für Herbstmeister SG Escherode/Uschlag

Wichtiges Tor gegen die SG Söhrewald: Kamill Kwiotek (links) beglückwünscht Matthias Pfurr zu seinem entscheidenden Treffer.
+
Wichtiges Tor gegen die SG Söhrewald: Kamill Kwiotek (links) beglückwünscht Matthias Pfurr zu seinem entscheidenden Treffer.

Die Fußballer der SG Escherode/Uschlag sind als Tabellenführer die Überraschung der Kreisliga A1 Kassel.

Staufenberg –  Der TSV Escherode und der TSV Uschlag gehen seit elf Jahren einen gemeinsamen Weg als Spielgemeinschaft. Noch nie haben sie zusammen eine Meisterschaft gewonnen, doch diesmal scheint die Chance so groß zu sein wie noch nie. Das legen jedenfalls die Leistungen der ersten Halbserie in der Kreisliga A1 Kassel nahe.

Zwar ist der Vorsprung auf den Nachbarn aus Landwehrhagen und Benterode minimal, doch holte sich die SG Escherode/Uschlag die Herbstmeisterschaft. Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet. Auch Trainer Michael Kosch nicht. „Die Herbstmeisterschaft war schon überraschend, aber im Nachhinein sage ich sogar, dass unsere einzige Niederlage sehr ärgerlich gewesen ist“, betont der 41-Jährige. Das war Anfang September in Benterode gewesen (0:1). Zuvor hatte die im Sommer auf einigen Positionen ergänzte Mannschaft zum Start drei Siege in Folge verbucht. Besonders der 1:0-Erfolg bei Mitfavorit FSC Lohfelden setzte ein Ausrufezeichen. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt merkte Michael Kosch, dass mit seinem ausgeglichenen Kader und einer tollen Trefferquote bei Standards (bester Vorbereiter war dabei Jannik Schauwecker) etwas Besonderes möglich sein könnte: „Die Mannschaft hat in Lohfelden gemerkt, dass sie in der Liga oben mithalten kann. Wir konnten auch Spielerausfälle immer sehr gut ersetzen. Vor allem dieser Punkt ist für unseren Verein neu.“ Kosch habe erst lernen müssen, Spielern beizubringen, dass sie am kommenden Wochenende nicht im Kader stehen können. In den umkämpften Schlussphasen der Meisterschaftsspiele habe seine Mannschaft dann oft den längeren Atem gehabt.

Beim Derby in Benterode zahlte sich die Ausgeglichenheit im Kader nicht aus, doch danach blieb die SG in den verbleibenden acht Partien ohne Niederlage. Die Konstanz war beeindruckend. Weder nach ober noch nach unten gab es bei den Ergebnissen Ausreißer. Und die Neuzugänge wurden immer mehr wichtige Bestandteile des Teams. Patrick Gossmann ist bislang mit fünf erzielten Toren bester Schütze. Und obwohl das in der Liga bei weitem kein Spitzenwert ist, stehen die Staufenberger, die nur den fünftbesten Angriff aufweisen, an der Tabellenspitze. Der Sprung ganz nach vorn gelang am achten Spieltag: Am 3. Oktober war die SG zwar spielfrei, hatte am Mittwoch zuvor aber ein 2:1 gegen den FSV Kassel vorgelegt. Da am Sonntag danach sowohl Spitzenreiter SG Söhrewald als auch die SG Landwehrhagen/Benterode patzten, blieb die Kosch-Elf auf dem Platz an der Sonne.

Insgesamt also eine außergewöhnliche Situation, auf die die Fußballinteressierten in beiden Vereinen sicherlich stolz sind. Von der ganz großen Euphorie ist Michael Kosch aber noch nichts aufgefallen: „Natürlich bekommt man mal nach guten Spielen einen Kasten Bier ausgegeben, aber wir sind hier ja nicht der 1. FC Köln.“ Na ja, wer weiß: Falls die Mannschaft so weiter spielt, könnte Mitte Juni – nach dem letzten Saisonspiel – die Euphorie doch noch aufkommen. (Manuel Brandenstein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.