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2:4 gegen Sandershausen: Zweimalige Führung reicht Willingen nicht

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Jonah Schilling (Willingen, links) und Luca Garcia (Sandershausen).
Willingens Youngster Jonah Schilling, der eine gute Partie auf der Sechserposition gemacht hat, kommt hier gegen Luca Garcia, den überragenden Sandershauser Mittelfeldmann, zu Fall. © Artur Worobiow

Der SC Willingen ist auf einem Abstiegsplatz angekommen. Das 2:4 (1:1) gegen die TSG Sandershausen war nach dem 1:4 gegen Lichtenau die zweite bittere Heimpleite gegen einen direkten Konkurrenten.

Direkt nach dem Abpfiff forderte Trainer Dardan Kodra die Mannschaft auf, den Kopf nicht hängen zu lassen: „Wir müssen weitermachen, einfach weitermachen.“ Nicht einfach nach den vorausgegangenen 93 Minuten. Denn die Niederlage war „absolut verdient“, wie nicht nur Tim Albrecht mit versteinerter Miene fand. Der überragende Innenverteidiger hatte mit einigen Rettungstaten in höchster Not schon in der ersten Halbzeit sein Team im Spiel gehalten.

Dies gelang früh auch Florian Bouma, der mit einem Reflex den Kopfball von Sascha Hebold über die Querlatte boxte (8.). Die Gäste waren gleich im Spiel, pressten mit ihren zwei Spitzen hoch und erlaubten den Upländern keinen geordneten Spielaufbau - bis zur 12. Minute. Dann wurde Jan-Henrik Vogel von Matthias Bott eingesetzt und der Spielmacher steckte durch zu Florian Heine, der seinen bereits siebten Saisontreffer vollendete.

Willingen: Butterweck verpasst das 2:1

„Das tut uns doch gut“, freute sich Co-Trainer Rainer Schramme, „jetzt nicht nachlassen“. Aber seine Aufforderung verhallte, schon gut 60 Sekunden später versenkte der aufgerückte Jonas Preilowski einen zu kurz abgewehrten Freistoß volley aus dem Hinterhalt zum 1:1. „Da hatten wir Glück, dass wir gleich den Ausgleich machen“, meinte TSG-Trainer Dennis Schanze. Seine Elf nahm wieder Fahrt auf, kombinierte sich zu leicht in die gefährliche Zone. Daran änderte auch die Chance von Heine nach Pass vom als Sturmspitze aufgebotenen Tom Friedrich nichts (23.).

Auch die Anweisungen in der Trinkpause keine Besserung. „Nicht nur begleiten“, rief Schramme, als nach einer weiteren unbehelligten Kombination bis in den Strafraum schließlich erst Albrecht mit langer Grätsche gegen Preilowski geklärt hatte (33.). „Wachsam, nichts mehr zulassen“, motivierte Heine seine Mitstreiter. Alle waren froh, als endlich Halbzeit war.

Mit dem eingewechselten Fynn Butterweck kam frischer Wind rein in die Aktionen. Der Ex-Goddelsheimer hätte gleich das 2:1 machen müssen, als er von Heine geschickt frei aus acht Metern um Millimeter links vorbeischoss (47.). Die Willinger Drangphase hielt fünf Minuten, dann nahm die TSG das Heft wieder in die Hand. Bouma glänzte per Fußreflex gegen Yannick Billing und Hebold drosch den Nachschuss drüber (51.).

Damit war der Weg frei für die Führung auf der anderen Seite. Nach einem Freistoß legte der bis dahin glücklose Sebastian Müller seinen ganzen Frust in einen Flachschuss ins lange Eck (58.). „Aufpassen die nächsten Minuten“, flehte Kodra die Spieler an. Aber in der 67. Minute passierte es, Hebold versetzte Jean Querl und fast von der Grundlinie drehte er das Spielgerät zum 2:2 ins Netz. Auch das 2:3 fiel über die rechte Abwehrseite, Yasin Akman traf nur die Latte, aber Rene Pritsch drosch den Ball ins Netz (69.)

SCW-Coach Kodra: „Uns haben wieder die Mittel gefehlt“

„Wir waren besser in den Zweikämpfen, waren griffiger“, sah Schanze sein Team binnen 120 Sekunden auf dem Weg zu einem „völlig verdienten Sieg, der noch höher hätte ausfallen können“. Den verhinderte der starke Bouma ein ums andere Mal gegen Hebold, Billing und Garcia, ehe er sich in der 91. Minute doch noch einmal Hebold geschlagen geben musste.

Nach dem Abpfiff setzte das Rätselraten ein, warum die SCW-Kicker erneut nicht in die Zweikämpfe gekommen sind. „Keine Ahnung“, meinte Bott, „aber die Abstände waren zu groß“. Vielleicht ist das auch eine Frage der nötigen Laufbereitschaft. „Wir müssen unheimlich viel investieren, um erfolgreich zu sein“, so Schramme. Kodra sah eine Steigerung gegenüber der Mittwoch-Pleite, „aber in den entscheidenden Momenten haben uns wieder die Mittel gefehlt“. Nächsten Sonntag geht die Reise zum verlustpunktfreien Tabellenführer nach Flieden. (Manfred Niemeier)

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