Viel gelernt fürs Torwartspiel

Goalplay-Bundesfinale: Yannic Schulze erreicht in Stuttgart das Halbfinale

 (hinten v.l.): Jakob Schäfer (Berndorf), Yannic Schulze (Nieder-Ense), Niklas Dietzel (Obernburg), Patrick Prima (Allendorf/Eder); vorn (v.l.): Jannik Lang (Bromskirchen), Torben Drews (Neukirchen) und Tyler Rupprecht (Bromskirchen).
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Sie vertraten den Landkreis beim Goalplay-Finale in Stuttgart: (hinten v.l.): Jakob Schäfer (Berndorf), Yannic Schulze (Nieder-Ense), Niklas Dietzel (Obernburg), Patrick Prima (Allendorf/Eder); vorn (v.l.): Jannik Lang (Bromskirchen), Torben Drews (Neukirchen) und Tyler Rupprecht (Bromskirchen).

In der Niederlage erkennt man die wahren Sieger: Yannik Schulze nimmt die Worte Pech oder glücklos gar nicht erst in den Mund, wenn er den Verlauf seines Halbfinalspiels beim Bundesfinale des Torwart-Wettbewerbs der Goalplay Train N’ Fight Challenge in Stuttgart beschreibt.

Nieder-Ense – „Der Gegner war einfach besser als ich, er brauchte im Endeffekt nur drei Schüsse, die hat er alle perfekt unten ins Eck geschlagen“ erzählt der 17-jährige aus Nieder-Ense. Er könnte noch A-Jugend spielen, hütet aber seit dieser Saison das Tor der Senioren des TSV Berndorf in der Kreisoberliga.

Yannic weiß nicht, wie sein Besieger heißt, er weiß aber schon, dass er gegen den Gewinner dieses Wettbewerbs ausgeschieden ist. „Das gibt mir ein besseres Gefühl“, sagte der Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Korbach. Er zog gegen Joshua Eggerstorfer vom SC Pfullendorf den Kürzen.

Yannic findet es vorteilhaft, dass Vereine in diesem Wettbewerb nicht so wichtig sind. Keiner wisse, wer, wo und in welcher Liga er spiele, außer er frage nach. „Wenn ich schon vorher wüsste, mein nächster Gegner spielt bei Bayern München, würde ich meine Siegchance schon geringer einschätzen.“

Yannic war bereits zum zweiten Mal beim Bundesfinale, das erneut auf dem Gelände des MTV Stuttgart ausgetragen wurde. Diese Erfahrung zahlte sich aus. Er sei diesmal nicht so nervös gewesen wie 2019, erzählt der 17-Jährige, der sich als Sieger der Goalplay-Challenge in Buchenberg für dieses Finale qualifiziert hatte.

Sieben weitere Torwartkollegen aus dem Landkreis durften über eine Wildcard ebenfalls in Stuttgart ihre Paraden zeigen. Sie wurden alle von ihren Eltern begleitet.

Am ersten Tag war Training angesagt und am zweiten Wettkampf. Bei Goalplay kommt eine Torwart-Herde zusammen, die sich zwar als Einheit fühlt und auch so auftritt, aber jeder einzelne beobachtet und beäugt die Konkurrenten. „Man redet schon mit anderen, aber wir Buchenberger haben die meiste Zeit unter uns verbracht.“

Doch auch innerhalb dieser Gruppe habe natürlich jeder den Ansporn, der Beste zu sein, betont Yannic. „Wir haben uns aber auch gegenseitigt gepusht, und angefeuert. Wir wollten nämlich auch das Camp Buchenberg gut präsentieren.“

Yannic hat bereits vor vier Jahren am ersten Goalplay-Auftritt in Buchenberg teilgenommen. Für ihn ist dieser Wettbewerb, der von Ex- Nationaltorhüter Oliver Kahn und seiner Firma Goalplay ins Leben gerufen wurde, ein entscheidender Beitrag dafür, dass seine Torwartleistungen stetig besser geworden sind. Kahn durfte diesmal wegen Corona nicht zur Siegerehrung kommen, weil er als Vorstandsmitglied wieder engeren Kontakt zu den FC-Bayern-Profis hat.

„Diese vier Jahre haben mir als Torwart viel gebracht“, erzählt Yannic und übt auch leise Kritik an den heimischen Jugendtrainern. „Die Goalplay-Coaches trainieren einen ganz anders als die Vereinstrainer, sie erklären einem die Grundlagen anders und besser.“ Auch die Schrittfolgen, die man als Torwart brauche, würden einem bei Goalplay deutlicher gemacht.

„Alles was wir bei Goalplay machen, wird leider recht wenig von den Torwarttrainern in den Vereinen angenommen“, kritisiert der Torspieler. Allerdings könnten auch die Goalplay-Tainer noch mehr Wert auf das Fußballspielen legen, aber deren Übungen würden ihm in jedem Spiel helfen, betont der Gymnasiast, der 2022 sein Abitur bauen will.

Es war Yannics letzter Goalplay-Einsatz, denn im kommenden Jahr ist er zu alt für diesen Wettbewerb. Seine Mutter wird bestimmt froh darüber sein, dass sie ihn nun nicht mehr dorthin fahren muss, oder? „Nein“, sagt Yannic, „sie trauert dieser Zeit schon genauso ein wenig hinterher wie ich. Man hat dabei auch Freunde gefunden.“ (rsm)

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