Göttingerin über den neuen Klub Wolfsburg und die Königsklasse

Fußballerin Pauline Bremer im Interview: Ich will mich durchsetzen

Im Mai 2016 noch Gegnerinnen: Die Göttinger Fußballerin Pauline Bremer (links) stand mit Olympique Lyon im Champions League-Finale, hier gegen Wolfsburgs Isabel Kerschowski.
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Im Mai 2016 noch Gegnerinnen: Pauline Bremer (links) stand mit Olympique Lyon im Champions League-Finale, hier gegen Wolfsburgs Isabel Kerschowski.

Vom 21. bis zum 30. August steigt das Finalturnier der Champions League der Frauen in Nordspanien. Dabei ist auch der frisch gekürte deutsche Meister VfL Wolfsburg mit der Göttingerin Pauline Bremer, die ihren Vertrag bei Manchester City nicht verlängert hat und zu den Niedersachsen gewechselt ist.

Göttingen - Vom 21. bis zum 30. August steigt das Finalturnier der Champions League der Frauen in Nordspanien. Dabei ist auch der frisch gekürte deutsche Meister VfL Wolfsburg mit der Göttingerin Pauline Bremer, die ihren Vertrag bei Manchester City nicht verlängert hat und zu den Niedersachsen gewechselt ist.

Die 24 Jahre alte Fußballerin im Interview.

Welche Erfahrungen haben Sie bei ihren Stationen Olympique Lyon und zuletzt bei Manchester City gemacht?

Ich habe sehr viele Erfahrungen mitgenommen. Andere Länder, andere Sprachen habe ich kennengelernt, andere Spielweisen. Das hat mich sportlich, aber auch privat weitergebracht.

Bei Ihrem neuen Verein VfL Wolfsburg gibt es sicherlich sehr viel Konkurrenz. Wie können Sie sich da behaupten?

Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung. Die habe ich aber auch bewusst gewählt, weil ich mich auch immer weiterentwickeln möchte. Im Training ist man jeden Tag gefordert. Ich freue mich darauf, will mich aber auch durchsetzen.

Auf welcher Position möchten Sie denn spielen?

Am liebsten mag ich es ganz vorn. Also alles was offensiv ist, ich bin da aber auch sehr flexibel.

Gab es noch andere Optionen als den VfL Wolfsburg?

Die gab es. Ich hätte bei Manchester City noch verlängern können. Ich habe mir das überlegt, da es mir dort auch gefallen hat, denn City hat mir einen neuen Zweijahresvertrag angeboten. Letztendlich hat mich aber der VfL von seinem Konzept überzeugt.

War es auch ein Grund, nach Wolfsburg zu wechseln, um wieder in der Nähe der Heimat zu sein?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin ein heimatverbundener Mensch. Wieder nach Deutschland gekommen zu sein, darauf habe ich mich sehr gefreut. Die Entscheidung ist aber auf jeden Fall sportlich gefallen.

Wie geht es Ihnen nach Ihrer schweren Verletzung – einem Schien- und Wadenbeinbruch – momentan?

Ich merke gar nichts mehr, bin wirklich gesund.

Thema Nationalmannschaft: Wie ist da der Stand der Dinge? Gibt es Kontakt zur Bundestrainerin?

Wir hatten mit der Nationalmannschaft eine längere Pause, da wir ja nicht spielen konnten. Kontakt gab es ab und zu mal. Im September ist die nächste Maßnahme angedacht. Der Kader ist aber noch nicht bestimmt worden. Das wird sich die nächsten Wochen zeigen, ob ich dabei bin. Ich bin gespannt, würde auch in der Nationalmannschaft am liebsten wieder voll angreifen.

Am 21. August spielt der VfL in Nordspanien im Viertelfinale der Champions League gegen Glasgow City. Wie sind da die Aussichten?

Wir hoffen, dass dieses Turnier so wie geplant durchgeführt werden kann. Die Vorbereitung darauf ist nicht sehr lang, aber umso intensiver. Dieses Turnier ist ein absolutes Highlight im Vereinsfußball, vor allem in der Form ist es etwas Besonderes. Das hat es ja noch nie gegeben, dass man in drei Spielen die Champions League gewinnen kann. Ich sehe uns nach der tollen Saison, die der VfL mit der deutschen Meisterschaft gekrönt hat, als eine der Favoritinnen. Es gibt aber keine leichten Spiele. Es ist schon toll, mit einem solchen Turiner in die Saison zu starten.

Was sind denn Ihre persönlichen Ziele?

Natürlich will ich mir erst einmal einen Stammplatz in meinem neuen Team erkämpfen, will mich sportlich weiterentwickeln mit neuen Impulsen, einem neuen Spielsystem. Mit der Mannschaft will ich auf Titeljagd gehen.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem Stammverein SVG Göttingen?

Ich kenne tatsächlich noch ein paar Mädels, mit denen ich in der Jugend zusammengespielt habe. Ich war zu Coronazeiten die ganze Zeit in Göttingen und habe die Kontakte noch einmal aufleben lassen.

Die Männer der SVG Göttingen sind in die Oberliga aufgestiegen. Vielleicht ein abschließendes Wort, ob dieser Aufstieg für den Göttinger Fußball insgesamt wichtig ist.

Das finde ich super, da der Verein für mich eine Herzensangelegenheit ist, ich mich mit der SVG sehr verbunden fühle. Für die Stadt ist es wichtig, dass es endlich wieder einen höherklassigen Verein gibt.  (Walter Gleitze und Helmut Anschütz/gsd)

Zur Person: Pauline Bremer

Pauline Bremer (24) wurde in Ossenfeld geboren. Bereits im Alter von neun Jahren begann sie bei der SVG Göttingen mit dem Fußballspielen, sieben Jahre blieb sie bei der SVG. Bremer durchlief sämtliche deutschen Jugend-Auswahlen von der U 15 bis zur U 20, mit der sie nach einem 1:0-Sieg gegen Nigeria Weltmeisterin wurde. 2012 wechselte sie zum Bundesligisten Turbine Potsdam. Mit 18 Jahren debütierte sie in der A-Nationalmannschaft beim 4:0-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen die Auswahl Sloweniens.

2014 wurde ihr die Fritz-Walter-Medaille verliehen. 2015 wechselte Bremer zum französischen Spitzenklub Olympique Lyon, mit dem sie 2016 und 2017 Champions-League-Sieger wurde. 2017 dann der Wechsel zu Manchester City. Dort zog sie sich im Training einen Schien- und Wadenbeinbruch zu und musste ein Jahr pausieren. Nun folgte der Wechsel zum VfL Wolfsburg. 

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