Abgänge, Verletzungen und Sperren nicht zu verkraften

Hersfelds Mannschaftskapitän Pfalzgraf: "Fakt ist, dass uns Qualität fehlt."

Wohin führt der Weg der SG Hessen?: Mannschaftskapitän Michael Pfalzgraf zeigt es an – es muss immer weitergehen. Fotos: Eyert/Ar

Hersfelds Mannschaftskapitän Michael Pfalzgraf (25) spricht im Interview mit unserer Zeitung über eine verkorkste Saison.

Herr Pfalzgraf, für die SG Hessen/SpVgg wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner. Was ist da eigentlich los?

Michael Pfalzgraf: Wie viel Zeit haben wir denn? Das ist an sich schon eine längere Geschichte.

Dann fangen Sie doch mal an zu erzählen...

Pfalzgraf: Wir haben vor der Saison ehrgeizige Ziele angestrebt und Neuverpflichtungen wie Brieschke, Brod und Wiegand haben uns glauben lassen, dass wir mehr erreichen können als Platz drei bis acht wie in den Vorjahren.

Und dann? 

Pfalzgraf:  Dann haben sich ziemlich schnell einige Leistungsträger verletzt.  

Wen meinen Sie da konkret?

Pfalzgraf:Ich denke da zum Beispiel an Felix Reiche oder aber Andreas Brieschke. Nichtsdestotrotz haben wir ja noch eine ganz ordentliche Hinrunde gespielt.

Das war’s dann aber auch...

Pfalzgraf: Stimmt. Aber wir haben im Winter mit Prokopenko und Winkler zwei Spieler verloren, dazu haben Sven Orth und Reiche aufgehört, die jetzt aber notgedrungen wieder aushelfen.

Hätte man diese Abgänge nicht kompensieren müssen?

Pfalzgraf: Ja schon. Man ist vielleicht etwas zu leichtfertig damit umgegangen, da unser Kader nicht der größte war.

Der letzte Sieg liegt schon ein halbes Jahr zurück. Das klingt beängstigend. 

Pfalzgraf: Vier Abgänge im Winter, dann die Verletzungen von Deneke und Wiegand - zwei absolute Topspieler, die wir nicht ersetzen können - dann immer wieder Sperren. Das ist für uns nicht zu verkraften. Besonders hart getroffen hat uns zuletzt auch die Sperre von Torhüter Sebastian Ernst.

Ist die SG Hessen derzeit noch Gruppenliga-tauglich? 

Pfalzgraf: Das ist schwer zu sagen. Fakt ist, dass uns Qualität fehlt. Und auch das Selbstvertrauen leidet. Momentan spricht alles gegen uns, zumal mit meinem Bruder Daniel und Dominik Oelschläger (drei Spiele, d. Red.) jetzt wieder zwei Spieler wegen Sperren ausfallen.

Schafft die SG Hessen trotzdem den Klassenerhalt? 

Pfalzgraf: Wir haben noch sechs Punkte Vorsprung, aber das Polster ist fast aufgebraucht. Wir werden alle Kräfte bündeln und alles geben, aber ich weiß nicht, ob es am Ende reichen wird.

Wird die Mannschaft nach der Saison auseinanderfallen? 

Pfalzgraf: Das hoffe ich nicht. Aber ich weiß es nicht. Natürlich sind viele Spieler auch für andere Vereine interessant.

Spielen Sie selbst auch im Falle eines Abstiegs weiter für die Hessen? 

Pfalzgraf: Bei mir ist noch alles offen. Die Gespräche mit dem Verein laufen. Ich bin aber kein Spieler, der sein Bleiben von der Spielklasse abhängig macht. Wer mich kennt, weiß das.

Irgendwie hat man das Gefühl, im Verein tut man nichts gegen die Misere. Ist das so? 

Pfalzgraf: Nein, das kann ich so nicht bestätigen. Bernd Bürger sowie Helwig May und Gerhard Ernst sind sehr engagiert. Und Markus Heide, der hier sieben Jahre super Arbeit geleistet hat, ist nach wie vor erster Ansprechpartner für uns Spieler.

Von Sascha Herrmann

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