TSV Mengsberg: Selzer-Elf macht mit Super-Serie Rückkehr in die Verbandsliga perfekt - eine Analyse

Abgeschrieben und triumphiert

Im Freudentaumel: Gruppenliga-Meister TSV Mengsberg mit (oben von links) TSV-Vorsitzender Martin Kubitschko, Markus Weber, Marcko Treibert, Trainer Mario Selzer, Tobias Girschikowski, Marcel Reitz, Markus Jäckel, Alexander Wesner, Fabian Hett, Maximilan Krähling, Kevin Quehl. (knieend) Rene Dingel, Maximilian Sack, Felix Gies, Dennis Dorfschäfer, Andreas Mayr, Okan Ötzalp, Tobias Bechtel, Marcel Eichler, Lukas Berneburg, Gerd Hainmüller, Leon Hakaj, Marcel Fischer, Johannes Happel, (liegend) Dardan Rama und Daniel Hainmüller. Foto: Hahn

Mengsberg. Der TSV Mengsberg macht‘s möglich. Nach drei Niederlagen im Anschluss an die Winterpause auf den sechsten Platz zurück gefallen und von der Konkurrenz abgeschrieben, rollte die Elf vom Engelhain das Feld von hinten auf und machte mit einem 6:0-Erfolg gegen die SG Bad Wildungen/Friedrichstein am letzten Spieltag ihr Meisterstück. Für Innenverteidiger Alexander Wesner war‘s der dritte und „der geilste“ Aufstieg in die Verbandsliga, „weil uns zwischenzeitlich alle abgeschrieben haben.“

Seitdem haben die Neustädter nicht mehr verloren. Seitdem haben sie 25 Punkte aus neun Spielen und zwischendurch auch noch den Kreispokal geholt. Ein 5:3-Erfolg am drittletzten Spieltag gegen Titelfavorit Korbach bescherte ihnen die Tabellenführung, die sie dank zehn Toren aus den verbleibenden zwei Spielen nicht mehr abgaben. Wie war diese phänomenale Serie, die den guten Saisonstart (neun Siege aus zehn Spielen) noch toppte, möglich?

Weniger Druck

„Wir hatten eigentlich nichts mehr zu verlieren und das hat uns weniger Druck, dafür aber mehr Spaß bereitet“, beschreibt Fabian Hett die mentale Verarbeitung der „Mini-Krise“. Der Sechser, der genau nach der Winterpause zu den Mengsbergern gestoßen war. Der Ex-Schwalmstädter, der nach zweieinhalb Jahren Verletzungspause ein nachhaltiges sportliches Comeback feierte, weil er immer wertvoller für die Mannschaft wurde.

Mehr Fitness

Mario Selzer gilt als durchaus eigenwilliger Trainer. Einer, so Vorstandsmitglied Gerhard Kubitschko, „mit einem extrem guten Gespür dafür, was die Mannschaft im Verlauf der Saison braucht.“ In der Winterpause brauchte sie offenbar eine harte Vorbereitung, die danach, mit leichter Verzögerung, auch wirklich Früchte trug. „Wir haben spätestens gegen Ende der Spielzeit von unserer guten Physis gezehrt“, begründete der TSV-Coach die Glanzauftritte gegen Saisonende, wobei selbst die wenigen Rückstände für seine Mannschaft kein Problem waren.

Mehr Tore

Auch der Mengsberger Offensiv-Express nahm mit zunehmender Saisondauer immer mehr Fahrt auf. 47 Rückrundentore gegenüber 33 Treffern in der Hinrunde unterstreichen das. 32 der 80 Saisontreffer gehen auf das Konto zweier Youngster: Dennis Dorfschäfer, der in dieser Spielzeit so richtig durchstartete und Neuzugang Maximilian Sack, die Entdeckung der Saison und ein Paradebeispiel für die herausragende Personalpolitik des Clubs. Immerhin galt es mit Mirko Kleinmann unter anderem den langjährigen Top-Torjäger des TSV zu ersetzen. Das scheint gelungen. Und das Duo ist auch noch schwerer auszurechnen.

wenig Gegentreffer

Eine Bank des TSV war die überragende Defensive, die pro Spiel im Schnitt gerade Mal einen Treffer zuließ. Mit Wesner/Rama stellte Mengsberg sicherlich die beste Innenverteidigung der Liga, die allerdings durch Wesners Abwanderungsabsichten (aus beruflichen Gründen) gesprengt wird. Davor räumten die Ex-Schwalmstädter Leon Hakaj und Marcel Eichler das Nötige ab. Darüberhinaus war auf Torwart Tobias Bechtel, nach der langwierigen Verletzung von Tobias Girschikofsky die Nummer eins, immer Verlass.

Großer Zusammenhalt

„Wir haben uns immer wieder gegenseitig aufgebaut“, beschreibt Kapitän Dardan Rama eine besondere Qualität des Teams, die sich in guten wie in (den wenigen) schlechten Zeiten der Saison bewährte. Dazu kam, so Fabian Hett, „ein perfekt aufeinander abgestimmtes Mannschaftsgefüge“. Das Werk von Mario Selzer, im vierten Jahr am Engelhain, der einen ebenso guten Draht zu jungen wie zu erfahrenen Spielern hat. Die fühlten sich stets unterstützt und nie gegängelt. „Er hat uns auf seine ganz spezielle Art immer wieder motiviert“, sagt Innenverteidiger Wesner. Der muss es - siehe oben - ja wissen.

Von Ralf Ohm

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