Körles Spielertrainer Jörg Müller im HNA-Interview zur extremen Belastung

„Das ist nicht gesund!“

Wegweisend: Spielertrainer Jörg Müller ist derzeit mit dem FC Körle im Dauereinsatz. Archivfoto: Hahn/

Körle. Sie spielen, spielen und spielen: Seit Wochen mehr als alle anderen, allein heute (15 Uhr bei Eintracht Waldeck) zum vierten Mal binnen sieben Tagen. Und das mit einem Kader von nur 14 Akteuren. Umso bemerkenswerter, dass das Team um Jörg Müller im Rennen um den Relegationsplatz der Fußball-Gruppenliga mitmischt.

Jörg Müller, wann war in Körle zuletzt Training?

Jörg Müller: Da muss ich überlegen... Diese Woche haben wir gar nicht trainiert. Letzte Woche Freitag haben wir etwas BallKoRobics, also aerobische Elemente mit Ball zur Lockerung der Beine gemacht. Fußball gespielt wurde dabei nicht. Erst Montag ist das wieder geplant, wobei ich nicht weiß, wer mir dann gesund zur Verfügung steht.

Warum hat sich in Körle niemand beschwert, als die Termine festgesetzt wurde?

Müller: Das ist nicht unsere Art. Aber anders gefragt: Kann das einem Klassenleiter nicht auffallen, dass wenn der Pokal dazu kommt, wir vier Spiele in sieben Tagen haben? Ich bin durch und durch Sportsmann, aber diese Woche schlägt dem Fass den Boden aus. Da muss es doch eine gewisse Vorsorgepflicht geben. Wir können schließlich nichts dafür, dass unser Platz so lange gesperrt war. Wir haben eben leider einen kleinen Kader und wenig Unterbau.

Haben Sie solch eine Belastung schon einmal erlebt?

Müller: Ein klares Nein. Bei Borken/Freudenthal haben wir mal Gründonnerstag, Ostersamstag und Montag gespielt. Da war aber davor und danach keine englische Woche. Fakt ist: das, was wir momentan machen, das ist nicht gesund!

Wie schaffen Sie es, sich und Ihr Team zu motivieren?

Müller: Die Jungs haben einen unglaublichen Teamspirit. Das ist fantastisch. Wenn wir uns zu den Spielen treffen, können wir uns ungemein fokussieren. Wir versuchen, die Spiele, die waren und die, die noch kommen, auszublenden. Allerdings kann man die Müdigkeit in den Beinen irgendwann nicht mehr ausblenden.

Sehen Sie die Gefahr, dass ihr Team durch diese Belastung um die Chance gebracht wird, Zweiter zu werden?

Müller: Die Frage was wäre wenn dürfen wir uns nicht stellen. Wir spielen eine super Saison und haben ein tolles Team. Wir haben genug Körner, das durchzustehen. Eine Relegation mit nochmal drei Spielen in einer Woche wäre allerdings kaum erfolgreich zu stemmen.

Wie kann verhindert werden, dass nochmal ein Verein so viele Spiele in Folge hat?

Müller: Vielleicht sollte die Saison mit ein, zwei englischen Wochen Mitte Juli beginnen. Es sollte ein Puffer von drei, vier Spieltagen geschaffen werden. Bei uns in Körle kann nur bis Mitte November gespielt werden, danach würden wir den Platz kaputt machen. Es wäre auch kein Problem, wenn die Serie bis Mitte Juni geht. Mit Blick auf die Schulferien kann man es eh nicht allen recht machen. Aber es wäre schon schön, wenn wir häufiger bei schönem Wetter und am Wochenende spielen könnten.

Von Sebastian Schmidt

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