„Das sind alles meine Söhne“

Interview: Eintracht-Trainer Katluhn erklärt vor dem Hit gegen Wabern die Erfolgsserie

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Skeptischer Blick trotz Erfolgsserie: Manfred Katluhn führt mit dem GSV Eintracht Baunatal die Tabelle der Fußball-Gruppenliga, Gruppe 1. Am morgigen Freitag kommt Verfolger TSV Wabern zum Spitzenspiel in die Langenbergkampfbahn.

Baunatal. Es scheint, als hätten sie zuvor nur geübt. Einmal wurden sie Zweiter, dreimal Dritter. Nun machen die Gruppenliga-Fußballer des GSV Eintracht Baunatal ernst. Zehn Spiele, zehn Siege, Tabellenführer der Gruppe 1. Gewinnen sie am Freitag (19 Uhr, Langenbergkampfbahn) gegen den direkten Verfolger TSV Wabern, wächst der Vorsprung auf zehn Punkte an. Wir sprachen mit Trainer Manfred Katluhn.

Schauen Sie schon Verbandsligaspiele, um die zukünftigen Gegner zu studieren? 

Manfred Katluhn: Nein, das wäre das Allerletzte, was ich täte. Wir konzentrieren uns nur auf unsere Liga.

Wie lautet das Erfolgsrezept der Eintracht? 

Katluhn: Wir haben eine gute Mannschaft. Die Jungen spielen schon lange gut, aber viele erleben nun einen Leistungsschub. Mit Christopher Löbel und Tim Kraus kamen Verstärkungen hinzu. Zudem können wir mit der harten Spielweise einiger Kontrahenten nun besser umgehen.

Müssen Sie die Jungs auf dem Boden halten? 

Katluhn: Nein, die sind so intelligent, dass sie dazu keine Hilfestellung brauchen.

Sie arbeiten mit vielen der Spieler, seit diese Bambini waren. Fehlt da nicht die für Trainer oft nötige Distanz? 

Katluhn: Ich brauche keine Distanz und muss auch nicht die Respektsperson sein. Das ergibt sich automatisch, wenn man sich so lange kennt.

In der Mannschaft stehen mit Jörn und David zwei Söhne von Ihnen. Andere hatten Sie lange unter Ihren Fittichen. Müssten Sie diese auch als Ihre Söhne bezeichnen? 

Katluhn: Das sind einerseits alles meine Söhne. Wenn das Spiel läuft, sind sie gleichgestellt. Aber es gibt welche, um die ich mich mehr kümmern muss als um andere.

Haben Sie eher die Spieler geprägt oder die Spieler Sie? 

Katluhn: Vermutlich beides. Der Umgang mit jungen Leuten hilft, um selbst jung zu bleiben.

Was charakterisiert Ihre Arbeit als Trainer? 

Katluhn: Ich versuche, mich nicht an starre Vorgehensweisen zu halten, flexibel zu sein. Das Training muss Spaß machen. Wir spielen viel Fußball.

Sie wirken nach außen ruhig und gelassen. Was bringt Sie auf die Palme? 

Katluhn: Viele Dinge. Aber das lasse ich ungern nach außen dringen. Es gehört auch nicht in die Zeitung.

Wie groß sind Ihr Ehrgeiz und Erfolgshunger wirklich? 

Katluhn: Sehr groß. Ohne Ehrgeiz geht es nicht. Ich will Erster werden. Leider klappt das nicht immer.

Wie groß wäre die Genugtuung im Falle des Aufstiegs? 

Katluhn: Es würde mich für die Mannschaft sehr freuen. Zumal die Eintracht in der ewigen Tabelle von Landes- und Verbandsliga – so viel ich weiß – Zweiter ist und da hingehört.

Manfred Katluhn wäre bei einem anderen Klub kaum vorstellbar. Oder doch? 

Katluhn: Das kann ich mir selbst nicht vorstellen. Auch nicht in Mönchengladbach (lacht).

Apropos, welchen Trainer würden sie der Borussia empfehlen? 

Katluhn: Keinen. Ich halte viel von André Schubert und wünsche ihm, dass er dort längerfristig arbeiten kann.

Warum wird die Eintracht auch morgen nach dem Spiel noch ohne Verlustpunkt sein? 

Katluhn: Ich weiß gar nicht, ob das so sein wird. Es wäre keine Schande, gegen Wabern eine Punkt abzugeben. Die sind richtig gut. Und die ganze Liga hofft ja, dass wir stolpern. Aber den Gefallen wollen wir ihr am Freitag nicht tun.“

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