SG Kirchberg/Lohne/Haddamar darf nicht SG Kirchberg/Lohne/Haddamar heißen

Drei Vereine, zwei Namen

Klaus

Haddamar. Der Schwalm-Eder-Kreis ist um eine Fußball-Spielgemeinschaft reicher. Inoffiziell. Denn die SG Kirchberg/Lohne/Haddamar darf nicht SG Kirchberg/Lohne/Haddamar heißen, obwohl sich der vormalige A-Ligist TSV Haddamar der SG Kirchberg/Lohne angeschlossen hat. Auf dem Papier wird das neuformierte Bündnis nur unter dem Namen Kirchberg/Lohne mit drei Teams in der Gruppenliga sowie in der Kreisliga A und B antreten.

Der Grund hierfür ist ein Passus des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV), wonach es ab der Gruppenliga keine Spielgemeinschaft mit dann drei Vereinen geben darf. Dem ersten Vorsitzenden des TSV Haddamar, Klaus Wissemann, fehlt es jedoch an Transparenz: „Uns wurde keine wirkliche Begründung gegeben, warum eine Namenserweiterung mit Haddamar nicht möglich ist. In der Satzung ist dies nicht klar festgelegt.“ Um jedoch möglichen juristischen Auseinandersetzungen mit dem HFV aus dem Weg zu gehen, wurde beschlossen, die beiden Teams aus Haddamar mit insgesamt 27 Spielern aufzulösen und sich neu bei Kirchberg/Lohne anzumelden. Also wurden alle Pässe umgeschrieben. „Es handelt sich also formal nicht um eine Fusion oder eine neue Spielgemeinschaft“, stellt Kreisfußballwart Erwin Naumann klar.

Wie kam es überhaupt zu dieser Vereinigung? Noch im Vorfeld der Saison 2016/17 standen beiden Vereinen, Kirchberg/Lohne und Haddamar, eigentlich genügend Spieler für die erste und zweite Mannschaft zur Verfügung. Doch bereits im Herbst 2016 hatte die Reserve der SG mit einer Spielerknappheit zu kämpfen. Die Folge: Das Alte Herren-Team musste abgemeldet werden, um den Spielbetrieb der zweiten Mannschaft aufrecht zu erhalten, die schließlich mit ihrem letzten Aufgebot den Klassenerhalt in der Kreisliga A schaffte. „Wir hatten einen akuten Mangel an Spielern. Deshalb war es die richtige Entscheidung auf Haddamar zuzugehen, um auch in dieser Saison ein Gruppenliga- und ein Kreisliga-A-Team stellen zu können,“ sagte Helmut Römer, 1. Vorsitzender der SG Kirchberg/Lohne.

Den Nachbarn plagten zu dieser Zeit mehr sportliche als personelle Probleme. Einerseits als Drittletzter der Kreisliga A akut abstiegsgefährdet, andererseits „hätten wir noch genügend Spielerpersonal für mindestens zwei weitere Jahre als eigenständiger Verein gehabt“ (Wissemann). Aufgrund der Jugendspielgemeinschaft mit Kirchberg/Lohne und Geismar sowie dem zunehmenden Mangel an Ehrenamtlichen hätten die Mitglieder einem Zusammenschluss mit Kirchberg/Lohne schließlich zugestimmt. Allerdings: „Haddamar sollte im Namen schon enthalten sein“, betonte der TSV-Vorsitzende. Das ist nun nur noch bei den Jugendmannschaften und beim Damenteam der Fall.

Die Ziele des neuen Vereins sind laut Wissemann verhalten gesteckt: „Wir peilen mit unseren drei Teams jeweils den Klassenerhalt an, nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt.“ Immerhin: Der neuen SG ohne Haddamar im Namen stehen nun mehr als 50 Spieler für die kommende Saison zur Verfügung.

Von Fabian Seck

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