Frank Schultz aus Gilsa blickt auf 20 Jahre erfolgreichen Seniorenfußball zurück

„Ich brauche jetzt Abstand“

Jubelpose: Hier Frank Schultz trifft am 23. August 2003 für Schwalmstadt gegen Vellmar im Landesliga-Hit. Archivfotos: Hahn (2)

gilsa. Das war ein würdiger Abschluss: Fünf Spiele, acht Punkte, drei Tore. Frank Schultz war einer der Garanten, dass sich die SG Neuental/Jesberg vergangene Runde in der Fußball-Gruppenliga den Klassenerhalt sichern konnte. Es soll eine einmalige Aushilfe für seinen Heimatverein gewesen sein, denn der 40-Jährige hat trotz beeindruckender Fitness jetzt sein Karriereende verkündet.

„Ich habe in jedem Verein Freunde gefunden, hatte tolle Mitspieler und gute Trainer. Ich denke, wir hatten immer viel Spaß zusammen“, sagt der Vorzeige-Kicker, für den die Aufstiege mit dem 1. FC Schwalmstadt in die Oberliga (2004) und als spielender Co-Trainer mit Neuental/Jesberg in die Verbandsliga (2012) zwei Meilensteine waren. Im Gespräch blickt der trickreiche und treffsichere Rechtsaußen zurück auf…

- seine gelungene Aushilfe:

Als mein Freund Claus Heideroth Interimstrainer wurde, war klar, dass er mich gern an Bord hätte. Mit Stefan Böth und Ralf Ackermann sind zwei weitere Freunde im Vorstand - also habe ich mich aus Liebe zum Heimatverein überreden lassen. Das war ein Risiko, weil ich ein Dreivierteljahr nicht mehr im Seniorenbereich aktiv war. Es war nicht zu erwarten, dass es so gut klappt. Aber die Mannschaft hatte einen guten Spirit.

- das Gefühl, Duelle gegen halb so alte Spieler für sich zu entscheiden:

Einer meiner Lieblingstrainer hat gesagt: Es gibt nicht jung und alt, sondern nur gut oder schlecht. Das fand ich immer treffend. 40 ist nun ein Alter, wo die Spanne zu groß ist. Einige Jungs könnten meine Kinder sein. Das ist ein Grund, warum ich aufgehört habe.

- das Geheimnis, lange fit zu bleiben:

Ich muss jetzt natürlich mehr tun als mit 18 oder 25. Eine gewisse Pflege ist ganz wichtig. Bedanken möchte ich mich bei Horst Rommel, der mich als Physio 20 Jahre super betreut hat. Ohne ihn hätte ich einige Spiele verpasst. Ansonsten habe ich jedes Training mitgenommen und bin nie während der Saison in Urlaub gefahren. Nichts ersetzt den Sport an sich. Ernährung ist mir ziemlich egal.

- neu gewonnene Freizeit:

Ich genieße jetzt einfach die Zeit. Ich habe 20 Jahre alles dem Fußball untergeordnet. Sport ist mir immer noch wichtig. Derzeit vor allem Ganzkörpertraining. Zudem reise ich gern.

- seine Zukunft im Fußball:

Ich brauche jetzt Abstand. Keine Ahnung, was in ein, zwei Jahren ist. Trainer kann ich mir vorstellen. Jetzt verfolge ich die Spiele meiner SG als Fan und freue mich, dass wir mit den Altherren aufgestiegen sind und ich dort mit Freunden locker kicken kann.

Von Sebastian Schmidt

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