Hombergs Stürmer hat eine unglaubliche Leidenszeit hinter sich

Will demnächst wieder auf dem Fußballplatz stehen: Hombergs Stürmer Patrick Herpe (rechts, hier im Zweikampf mit Kirchbergs Andreas Freund). Foto: Kasiewicz

Homberg. Ein brutales Jahr liegt hinter Patrick Herpe. Der Stürmer kam mit großen Erwartungen zum Fußball-Gruppenligisten FC Homberg, verletzte sich aber zu Beginn der Saison.

Eine zwölfmonatige Leidenszeit begann. Jetzt will der frühere A-Jugendspieler von Borussia Mönchengladbach wieder angreifen.

Herpe litt an einer hartnäckigen Schambein - und Adduktorenentzündung, die ihn fast die komplette Saison lahmlegte. „Im Training konnte ich irgendwann keine Sprint mehr anziehen und auch beim Schuss traten Schmerzen auf“, erinnert sich der 22-Jährige. Was folgte war eine Odyssee von Arzt zu Arzt. „Ich kenne nun vermutlich jeden Orthopädien rund um Kassel“, sagt er. Denn zuerst wurde nur eine Entzündung am Schambein festgestellt. Nach ein paar Einheiten Krankengymnastik stand Herpe wieder auf dem Platz - und die Probleme traten erneut auf.

Immerhin kam der Stürmer so noch auf 16 Saisonspiele (acht Tore), schmerzfrei absolvierte er keines von ihnen. Er sagt: „Ganz ehrlich: Ein Kreuzbandriss wäre mir lieber gewesen. Da weiß man wenigstens, woran man ist und kann sich gut behandeln lassen.“

Irgendwann zog Herpe einen Schlussstrich, setzte mit dem Training aus, informierte sich im Internet nach den größten Schambein-Spezialisten und fand ihn mit Dr. Sascha Hopp in Homburg an der Saar. „Dieser stellte neben der Entzündung am Schambein eine weitere Entzündung an den Adduktoren fest“, erinnert sich Herpe. Somit war klar: Nicht die Entzündung am Schambein war der Auslöser für seine Schmerzen, sondern die an den Adduktoren. Herpe bekam etwas gespritzt, schöpfte Hoffnung, trainierte - und musste wieder abbrechen. Es blieb nur die OP am 13. Mai.

„Eine Sehne wurde etwas ausgeschabt. Möglicherweise wäre das auch auf konservativen Weg passiert, das hätte aber mindestens noch ein weiteres Jahr gedauert“, so der frühere KSV-Spieler. So viel Zeit hatte der angehende Bankkaufmann nicht, zu sehr litt er unter seiner Auszeit. „Zum Glück waren meine Familie und besonders meine Freundin immer für mich da.“ Gegen aufkommende Selbstzweifel lenkte er sich mit Angeln ab. „Da muss man auch nicht sprinten“, sagt er und lacht.

Diesmal wird er länger warten, bis er wieder ins Training einsteigt. Die Schmerzen sind zwar weg, die Nachuntersuchung steht aber noch aus. Mitte August könnte der Torjäger wieder Training aufnehmen. Und dann Homberg zum Aufstieg schießen? „Mal abwarten. Ich habe mir zwar ein persönliches Saisonziel gesetzt, das bleibt aber diesmal geheim“, so Herpe.

Wichtig sei es, erst einmal überhaupt verletzungsfrei seinem Sport nachgehen zu können.

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