Elgaz wird für Reflex bitter bestraft – Wabern gewinnt erstmals in dieser Saison nach einem Rückstand

Mit „Mühle“ rappelt’s im Karton

Spielentscheidend: in dieser Szene bekommt Islam Elgaz (Nummer 1 FV Felsberg/Lohre/Niedervorschütz) die Rote Karte von Schiedsrichter Lukas Kitowski, weil er gegen Jakob Splietorp nachgetreten hatte. Foto: Hahn

Wabern. Es ist nicht überliefert, wie Islam Elgaz zuletzt geschlafen hat. Sicher ist aber, dass sich der Torwart des FV Felsberg/Lohre/Niedervorschütz immer wieder gefragt haben dürfte, warum er im emotionsgeladenen Derby beim TSV Wabern die erste Rote Karte seiner Fußballer-Laufbahn sah. Und tatenlos von Außen verfolgen musste, wie sein Team nach 1:0-Führung 1:2 (1:1) unterlag.

„Ich bereue es und es tut mir unendlich leid für die Mannschaft“, sagte der 19-Jährige zur spielentscheidenden Aktion. Was war passiert? Ein Waberner Angriff verpuffte. Elgaz eroberte sich den Ball gegen Jakob Splietorp. Der hakte nach, was der Torwart mit einem leichten Tritt erwiderte. „Es war nur ein Reflex. Ich habe ihn nicht mal richtig erwischt und wurde vorher getroffen“, erklärte der Torwart, der vorher mehrfach gut pariert hatte. Schiedsrichter Lukas Kitowski, der mit seinen Assistenten mehrere zweifelhafte Entscheidungen traf, kannte kein Erbarmen: Rote Karte für Elgaz und Elfmeter, weil sich das Geschehen im Strafraum abspielte.

Nico Langhans nahm das Geschenk an und verwandelte den Strafstoß zum 1:1 (43.). Im Tor der Gäste stand fortan Feldspieler Ibrahim Coku. Einen zweiten Schlussmann hatte der FV nicht im Aufgebot. Auf der spärlich besetzten Bank saß dafür Christian Leck an alter Wirkungsstätte 90 Minuten lang. Seinen Job als Torjäger übernahm Abdullah Al-Omari. Der stetige Gefahrendherd nutzte seine erste Chance mit einem ansatzlosen Drehschuss zum 0:1 aus (27.). Bis dahin hatten die Hausherren eine Handvoll teils guter Gelegenheiten ausgelassen und mussten erstmals einem Rückstand hinterherlaufen.

„Auch wenn wir sehr glücklich zum Ausgleich gekommen sind, wurden wir belohnt, dass wir geduldig waren“, sagte Martin Mühlberger. Der Angreifer hätte Wabern kurz nach der Pause auf die Siegerstraße bringen müssen. Doch seinen Schuss nach Ablage von Emin Dag blockte Philipp Ostwald kurz vor der Linie (48.). Da die Rohde-Elf geschickt verschob, fiel gar nicht auf, dass der TSV einen Mann mehr hatte. Ein sehenswerter Angriff reichte aus, um das Lied „Es rappelt im Karton“ von Pixie Paris ertönen zu lassen. Splietorp hatte sich in Szene gesetzt und Mühlberger bedient. Der 19-Jährige zog Vollspann ab und markierte seinen zweiten Saisontreffer (67.). „Da habe ich auch Glück gehabt, dass ich den Ball so getroffen habe. Danach haben wir dann ein bisschen gezappelt“, sagte „Mühle“ und dachte vor allem an zwei tolle Paraden von Florian Theis gegen Al-Omari und Sven Budach in der Schlussminute. • Wabern: Theis - Kördel, Schluckebier, Grünhäuser, Janowicz - Splietorp, Löcke, Langhans, Müller - Mühlberger, Dag. Felsberg: Elgaz - Haxha, Lohne, Ostwald, Özgün - Budach, Müller, Vollgraf, Coku - Kurtanovic, Al-Omari. Foto: Kasiewicz/nh

Von Sebastian Schmidt

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