Gruppenligist geht in Reichensachsen unter 

0:11 – Der TSV Wolfsanger und das Debakel

Nicht zu fassen: Ähnlich entsetzt wie hier in einem Spiel gegen den BC Sport Kassel waren Lukas Haack und seine Teamkollegen vom TSV Wolfsanger auch bei der 0:11-Schlappe am Sonntag in Reichensachsen.
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Nicht zu fassen: Ähnlich entsetzt wie hier in einem Spiel gegen den BC Sport Kassel waren Lukas Haack und seine Teamkollegen vom TSV Wolfsanger auch bei der 0:11-Schlappe am Sonntag in Reichensachsen.

0:11 verloren, dabei schon zur Pause hoffnungslos zurückgelegen. Der TSV Wolfsanger erlebte einen gänzlich misslungenen Saisonauftakt in der Gruppenliga. Was war denn da los?

Kassel – Sie wussten nicht, wie ihnen geschah. Und standen dem Angriffswirbel von Gastgeber SV Reichensachsen ohnmächtig gegenüber. 0:5 lagen sie zur Pause zurück, das Endergebnis lautete 0:11. Schlimmer hätte es für die Fußballer des TSV Wolfsanger zum Auftakt der Gruppenligasaison kaum kommen können.

„Ich habe noch nie so hoch verloren, nicht mal in der Jugend. Gefühlt war jeder Schuss vom Gegner drin“, blickt Kapitän Dominik Franke zurück. Dabei habe sich das dicke Ende für den TSV anfangs nicht abgezeichnet: „Die ersten 20 Minuten waren okay, auf Augenhöhe.“ Dann aber drückte Reichensachsens Angreifer Jakub Swinarski der Partie seinen Stempel auf. „Ich weiß auch nicht, was der für einen Tag hatte. Entweder, er hat selbst getroffen, oder wenn nicht, zumindest die Vorlage gegeben“, sagt Franke.

Reichensachsen ist Topfavorit in der Liga

Auf dem Platz sah das so aus: David Dreyer eröffnete den Torreigen in der 23. Minute, danach sorgte Swinarski mit dem 2:0 (29.) und 3:0 (35.) für die Vorentscheidung. Zwischen der 60. und 64. Minute – es stand bereits 5:0 – schlug der aus Kleinalmerode gekommene Stürmer per Hattrick noch dreimal zu.

Allerdings ist Reichensachsen gespickt mit bekannten Namen. Allein zehn Spieler stehen im Kader, die unter Trainer Rafal Klajnszmit bereits für die SV 07 Eschwege bis zu deren Rückzug in der Verbandsliga spielten. Wie zum Beispiel Cristian Vidal Gadea, dessen Bruder Dadah Gadea Baringo und Danny Göhler. So zählt der SVR zu den Topfavoriten der Liga und unterstrich früh, dass die Vorschusslorbeeren verdient sind.

„Müssen es schnell aus den Köpfen bekommen“

Die Stärke der Gastgeber allein mochte Taylan Bilecen aber nicht als Grund für das Debakel ansehen. Schon im Vorfeld hatte der Trainer des TSV beklagt, dass die Vorbereitungszeit auf den Saisonstart nicht ausreichend sei. „Zur vorigen Runde gab es wesentlich mehr Zeit, die Spieler fit zu bekommen. Diesmal blieben nur wenige Wochen, in denen wir noch Turniere und Pokalspiele austragen mussten. Wobei wir jeweils nur zwölf oder 13 fitte Leute hatten“, sagt Bilecen. In Reichensachsen mussten die Wölfe auf zehn Spieler verzichten. Viele fehlten mit Verletzungen, einige waren erkrankt, andere im Urlaub. Wegen Verletzungen fielen mit den Neuzugängen Rashid Haidari und Viktor Knopf auch zwei Spieler aus, die aufgrund ihrer Erfahrung wichtig sind.

Bilecen verhehlt jedoch nicht, dass die 0:11-Pleite mit den Umständen ihres Zustandekommens nicht allein zu erklären ist. „Am Anfang haben wir gut gegen den Ball gearbeitet. Dann aber haben wir im Aufbau immer öfter den Ball verloren und kamen beim Tempo des Gegners nicht mehr hinterher“, sagt der Trainer. Immer wieder sei seine Abwehr mit einfachen Chipbällen geknackt worden. „Die Jungs waren geknickt und mental angeschlagen. Insgesamt aber darf man sich auch unter solchen Bedingungen nicht abschießen lassen. Das dürfte nicht mal passieren, wenn 20 Leute fehlen würden“, sagt Bilecen. Dominik Franke blickte schon voraus: „Wir dürfen das nicht überbewerten, sondern müssen es schnell aus den Köpfen bekommen.“

Von Wolfgang Bauscher

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